12.8.22: Sehr persönlich

Apple bestellt 90 Millionen iPhones – wie im Vorjahr +++ Kommt Apple zu spät zur Party der Klappsmartphones? +++ macOS Ventura: E-Mail verbergen in Dritt-Apps vermisst +++ Patent für erweiterten Apple Pencil veröffentlicht

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Langsam wird die Lage in diesem Sommer mit der Trockenheit dramatisch. Der über Wochen und Monate aber recht wolkenlose Himmel hat aber einen Vorteil: In den meisten Regionen des Sendegebiets der Macwelt sind auch die Nächte sehr klar. Die auch “Laurentiustränen” genannten Sternschnuppen respektive Bruchstücke des Kometen Swift-Tuttle werden sich gut beobachten lassen, nur der Vollmond stört. Irgendwas ist ja immer. Wir glauben zwar nicht, dass sich Wünsche erfüllen, die man heimlich hegt, wenn man der glühenden Brocken ansichtig wird, schade wär’s, wenn man das verpasst – heuer gibt es keine Ausrede, zu früh ins Bett zu gehen oder zu früh wieder aufzustehen. Wie man Sternschnuppen dann auch noch fotografieren kann, erklären wir in einem Ratgeber.

Welches Wetter am 12. August 1981 herrschte, daran können wir uns aber nun wirklich nicht mehr erinnern. Historische Daten besagen, dass es in der Münchener Gegend um die 20 Grad hatte, bei meist bedecktem Himmel. Kein Sternschnuppenwetter. Der Sommer 1981 war in Deutschland generell ein eher wechselhafter Sommer, auf den die sonnigeren der Jahre 1982 und 1983 folgten. An jenem Tag vor 41 Jahren betrat aber ein neuer “Shooting Star” die Bühne: der erste PC. Nun gut, nicht der wirklich erste PC, aber IBM nannte seinen für den Privatgebrauch konzipierten Rechner “IBM PC 5150”. Der “persönliche Computer” war da schon ein paar Jahre alt, unumstrittener Marktführer war der Apple II der immer noch jungen kalifornischen Firma Apple, die zu der Zeit bereits an etwas noch größerem und persönlicherem arbeitete. IBM – Akronym für “International Business Machines” – war bis dato nur im Geschäft mit Großrechnern etabliert.

IBMs Eintritt in den neu entstehenden Markt inspirierte Apple zu einer seiner bekanntesten Anzeigen: ” Welcome IBM. Seriously. ” Wobei auch heute der Text noch so klingt, als sei da jemand beleidigt, dass ein wirklich großes Unternehmen sich einer wirklich großen Idee angenommen hat, und in Zukunft nur noch wenig Platz für die Kleinen lassen würde. Aber diese Interpretation ist retrospektiv, wir wissen ja, was passiert ist. IBM definierte mit seinem PC und dem dafür aus Redmond eingekauften Betriebssystem einen neuen Standard, dem sich viele kleinere, mittlere und größere Hersteller anschlossen, um ja “IBM-kompatibel” zu sein. Apple indes sah sich in eine Nische gedrängt – und seine späteren Ideen ebenso begierig von anderen aufgesaugt.

Doch verläuft die Wirtschaftsgeschichte in Zyklen, IBM hat sich längst von seiner PC-Sparte getrennt, während Apple mit dem Mac solide Geschäfte machte, die überhaupt erst die Entwicklung von iPhone und iPad und somit den Beginn der Post-PC-Ära ermöglichten. IBM, das man damals nicht wirklich willkommen hieß, ist vom Erzfeind über den zwischenzeitlichen Prozessorlieferanten mittlerweile zum strategischen Partner geworden, der Apple dort wachsen hilft, wo eine “International Business Machines” schon seit einem Jahrhundert mitten drin ist: Im Unternehmensumfeld. Und der PC? Der weiß zwar nicht, ob er seit Frühjahr 46 Jahre alt ist (Apple I) oder seit heute 41 (IBM PC 515), aber es geht ihm nach wie vor gut. Er zieht sich nur immer weiter in eine Nische zurück – und wird darin immer mehr zum Mac. Der weltweite Marktanteil Apples beträgt wieder über zehn Prozent. Und wenn man das iPad auch als PC betrachtet, ist Apple gar der größte Hersteller der persönlichen Computer, als einziger auch praktisch überall gegenwärtig: Auf dem Schreibtisch, dem Küchentisch, dem Sofa, der Jackentasche und selbst am Handgelenk. Nur in Serverschränken ist der Mac ein eher seltenes Phänomen geblieben.

Lesetipps für den Freitag:

Wie letztes Jahr: Gerüchte über geringe Produktion der iPhone-14-Reihe stellen sich immer mehr als stark übertrieben heraus. Wie Bloomberg erfahren hat, bestellt Apple  bei seinen Zulieferern für den ersten Schwung 90 Millionen Stück – was die gleiche Menge ist wie im Vorjahr. In den Jahren davor hatte sich Apple meist mit 75 Millionen iPhones in der ersten Charge begnügt. Für das gesamte Produktjahr will Apple 220 Millionen iPhones ordern – die Nachfrage nach Apples Smartphone bleibt unverändert stark.

Patent: Ein gestern vom US-Marken- und Patentamt veröffentlichtes Patent beschreibt eine künftige Version des Apple Pencil mit mehr Funktionen. Eine zweite touchsensitive Region soll weitere Aktionen auslösen können, die vorprogrammiert sind. Hinzu kommen neue Gesten wie eine Wischgeste den Stift entlang, auch das Rollen des Pencils soll Aktionen auslösen können. Das wären unter anderem Copy-and-paste oder Undo, heißt es in dem Patent.

Recht spät – zu spät: Apple ist selten das erste Unternehmen mit einem völlig neuen Produkt, aber oft gelingt es Cupertino, mit einer ausgereiften Lösung einen noch jungen Markt völlig auf den Kopf zu stellen. So war es beim iPhone, so ist es bei der Apple Watch, so könnte es bei der Augmented Reality werden. Nur bei den faltbaren Smartphones scheint Apple kein großes Interesse mehr zu hegen. Womöglich erkennt Apple für sich, dass es die Anstrengung nicht wert ist, da nach dem Smartphone eher kein klappbares Smartphone den Markt beherrschen wird, sondern etwas anderes – wie etwa die AR-Brille. Unser britischer Kollege David Price fürchtet aber, Apple könnte diesmal zu spät mit einer ausgereiften Lösung zur Party kommen, die dann schon Samsung und andere dominieren.

Mehr Kontrolle: Apple aktualisiert regelmäßig die Firmware der Airpods, nennt aber nie Details. Zudem aktualisieren sich die Ohrhörer von allein, es gibt keine Möglichkeit, diesen Prozess händisch anzustoßen, wenn etwa das jüngste Update noch nicht installiert wurde. Bis iOS 15.x kann man in den Informationen zu den Airpods allenfalls die aktuelle Versionsnummer der Firmware sehen. In iOS 16 könnte sich das nun ändern, die Firmware bekommt ein eigenes Submenü. Darin verborgen ist ein Link, der derzeit nirgendwo hinführt, der aber konkrete Informationen offenbaren könnte. Nicht zuletzt wäre auch Platz für eine Schaltfläche, die das Update auslöst, spekuliert David Price.

Verschwunden : Apple hat auf seiner Seite zu den neuen Features von macOS Ventura über das Feature “E-Mail verbergen” für Apps von Dritten wieder entfernt, hat die französische Website MacGeneration herausgefunden. Mit einem Abo für iCloud+ sollte man auch in andere Apps als den Apple eigenen seine E-Mail verbergen können, um seine Privatsphäre besser zu wahren. Warum die Hinweise verschwunden sind, ist nicht klar, womöglich wird Apple die Funktion zum Start von macOS Ventura im Herbst noch zurückhalten und erst mit einem Update im Laufe des Jahres bringen.

In eigener Sache: In Bayern können wir uns das erste Mal seit 2019 Mitte August wieder so richtig freuen. Nein, hat nicht mit der allgemeinen Weltlage zu tun und auch nicht mit dem Stand der Pandemie, das ist beides weiter schlimm, sondern damit, dass der 15. August erstmals wieder auf einen Wochentag fällt. Der Feiertag Mariä Himmelfahrt ist nur in den überwiegend katholischen Gegenden Bayerns, dem Saarland, in Österreich, in acht Kantonen in der Schweiz sowie vorwiegend in Süd- und Osteuropa arbeitsfrei. Nehmen wir doch gerne mit, selbst wenn in München die Katholiken nur noch die größte Gruppe bilden und nicht mehr in der absoluten Mehrheit sind (etwa 33 Prozent). So wird das Morgenmagazin am kommenden Montag ausfallen und da wir schon mal eine kurze Woche bestreiten, verkürzen wir sie am Freitag noch weiter: Ein weiterer unserer firmeninternen Unplug-Days beschert uns dann das nächste lange Wochenende.

Mehr von Foundry:

Bahn streicht Züge aus Bahn-App und von bahn.de – das steckt dahinter

Wenn Sie Ihre nächste Zugfahrt mit bahn.de oder der DB Navigator App planen, dann kann es sein, dass diese Fahrt länger dauert, als es bisher der Fall war. Das ist der verblüffende Grund und so vermeiden Sie das Problem. Plus: Nachteile bei Entschädigungsansprüchen drohen. Weiter …

Samsung-Funktion versteckt Fotos bei einer Reparatur

Mit einem “Repair Mode“ will Samsung Besitzern eines Galaxy-Smartphones im Falle einer Reparatur ein gutes Gefühl geben. Weiter …

Über 1.500 Microsoft-Emojis sind jetzt Open Source

Microsoft hat auf einen Schlag hunderte Emojis zur Open Source erklärt. Aber Clippy (Karl Klammer) fehlt. Weiter …

Roboterhunde sollen U.S.-Space-Force-Station bewachen

Nach der Air Force sind jetzt auch die Weltraum-Streitkräfte der USA auf den Hund gekommen: Roboterhunde sollen künftig den Stützpunkt in Cape Canaveral bewachen. Weiter …

Schreibe einen Kommentar

X

Main Menu