22.8.22: Das Problem mit dem Jahr 2038

Prototyp der Airpower im Video: So revolutionär wäre die Ladematte gewesen +++ Sicherheitsexperte hält iPhone-VPN für Scam +++ TSMC bereitet 3-nm-Prozeess vor: M2 Pro/Max und A17 ab 2023

Macwelt wünscht einen guten Morgen! “Tonight I’m goin’ to party, like it’s 1999…” Was Prince im Jahr 1982 sang, klang uns wie ferne Zukunft in den Ohren. Klar, waren ja auch noch 17 Jahre hin, bis zu dem magischen Moment, an dem die 1000er-Jahre enden würden. Kaum zu glauben, dass das nun schon wieder über 20 Jahre her ist.

An die Musik von Prince erinnern wir uns immer noch auf jeder Party, auch wenn ihr Urheber seit 2016 nicht mehr da ist. Woran wir uns aber kaum noch erinnern: An die Panik, die der Y2K-Bug im Jahr 1999 und davor in der IT-Welt erzeugt hat. Wir Macianer konnten ganz locker damit umgehen, das damals aktuelle Mac-OS 9 kannte die Problematik nicht, auch die Vorgängerversionen, die noch in alten Rechnern werkelten, waren davor gefeit, das Jahr 2000 mit dem Jahr 1900 zu verwechseln. Vierstelliges Datum? Klar, kein Problem. Andere Hersteller haben am falschen Ort gespart, war die Befürchtung.

Im Rückblick lässt sich natürlich kaum sagen, warum die Horrorszenarien von weltweiten Ausfällen der Computersysteme in der Nacht zum 1. Januar 2000 nicht eintraten. Weil die Gefahr keine war? Oder weil die rechtzeitig daran denkenden Experten einen tollen Job verrichteten und die Behebung des Y2K-Bugs bis Silvester 1999 abgeschlossen war?

Einen Vorboten für den problemlosen Jahreswechsel hatte man aber schon am 22. August 1999 kommen und ohne Schäden gehen sehen. Denn die GPS-Woche 1023 war ausgeklungen, gewissermaßen der Kalender des Global Positioning Systems, auf das wir heute selbst mit der Armbanduhr nutzen können. Der Nullpunkt der GPS-Zeit ist der 6. Januar 1980, in der Nacht zum 22. August, kurz vor 2 Uhr MESZ (UTC+2) waren die für die Zählung vorgesehenen 1024, also 2 10 Wochen abgelaufen, alles musste wieder zurück auf Null gestellt werden. Das Chaos blieb aber aus, auch nach dem Rücksprung funktionierten die Geräte weltweit noch. So war niemandem vor dem 7. April 2019 bang, als weitere 1024 Wochen vergangen waren – auch in jenem Frühjahr gab es keine Probleme.

Der nächste Sprung zurück auf Null steht für den 20. November 2038 an – und dass schon heute die Rede von einem Y2K38-Problem die Rede ist, zeigt erstens Weitsicht und zweitens eine Schwachstelle in der Unix-Zeit, die auch macOS und verwandte Systeme nutzen. Diese hat ihren Nullpunkt auf den 1. Januar 1970 gelegt, wird dann also 68 Jahre alt sein. Oder, um es genau zu nehmen, am 19. Januar 2038 um 3.14 Uhr und 7 Sekunden exakt 2 31 -1 Sekunden, was man auch als 2.147.483.647 ausschreiben kann. Sie ahnen sicher, was in der Sekunde danach passiert, der 2 32 sten. Wenn nämlich die Unix-Zeit time_t als vorzeichenbehaftete 32-Bit-Zahl in einem System definiert ist, folgt auf die Sekunde 2.147.483.647 – in binärer Schreibweise – 01111111 11111111 11111111 11111111 – eine 1 mit 31 Nullen dahinter, also die Zahl 2 32 . Nun bedeutet aber “vorzeichenbehaftet”, dass in diesen 32 Bit die erste Stelle zur Definition des Vorzeichens benutzt wird, 0 ist positiv, 1 ist negativ. Das heißt, der Zähler springt auf die -2.147.483.647 um. Umgerechnet in Jahr und Tag bedeutet das, es ist plötzlich der 13. Dezember 1901, 20.45 Uhr und 52 Sekunden – alle Zeitangaben in UTC. Man mag sich dieses Chaos in allen möglichen Computersystemen gar nicht erst vorstellen. Tröstlich: Es sind noch über 15 Jahre bis zum problematischen Datum, und heute Abend feiern wir einfach, als sei es Januar 2038 – tonight I’m gonna party like it’s twenty-thirty-eight.

Lesetipps für den Montag

Gescheit gescheitert: Im Jahr 2017 stellte Apple zusammen mit dem iPhone X die Ladematte Airpower vor, die gleichzeitig iPhone, Apple Watch und Airpods-Case laden sollte, egal, wo die Geräte auf der Fläche zu liegen kämen. An sich sollte im Jahr darauf die Airpower in den Handel kommen, was nie geschah – Apple zog dem Projekt im Jahr 2019 offiziell den Stecker. Nun ist ein Prototyp einer Airpower aufgetaucht, die zwar keine Geräte laden kann, aber interessante Innereien offenbar. So sind über die Fläche 40 Ladespulen verteilt, alle von einem eigenen Controller gesteuert. Dem Youtuber Josh von 91Tech, der die Airpower im Video vorführt, gelang es gar, sich über das Terminal mit der Ladematte zu verbinden und sie neu zu kalibrieren.

Vorwurf: VPN-Software auf dem iPhone mache ihren Job nicht und Apple wisse das, wirft der Sicherheitsexperte Michael Horowitz dem Unternehmen vor. Konkret seien VPN-Dienste nicht in der Lage, bestimmte Verbindungen zu lösen, sodass Daten vom iPhone ungehindert abfließen könnten. Horowitz habe das mit mehreren Services getestet, der Fehler scheint bei iOS zu liegen. Apple wisse um das Problem seit dem Jahr 2020 und habe es bisher vergeblich zu lösen versucht. Um die Vorteile von VPN zu nutzen, müsse man an seinem Router die Verbindung einrichten und dürfe sich nicht auf das iPhone verlassen, empfiehlt Horowitz.

Noch kleiner: Laut eines Berichts der Commercial Times aus Taiwan wird Apple Zulieferer TSMC ab Ende des Jahres Chips im 3-nm-Verfahren fertigen. Die ersten Prozessoren werden demnach ein M2 Pro und ein M2 Max sein, die Anfang nächsten Jahres ihren Weg in neue Macbooks Pro finden werden, gefolgt von den A17-Prozessoren der iPhones des Jahres 2023. Zuvor werde Apple den M2-Chip noch in ein neues 15-Zoll-Macbook-Air einbauen und in einen Mac Mini M2. Der Nachfolger des immer noch verkauften Intel-Mac-Mini soll dann auch mit einem M2 Pro arbeiten.

Zielsprint: Apples Softwareingenieure würden die Entwicklung von iOS 16 und watchOS 9 soweit finalisiert haben, dass die beiden neuen Betriebssysteme im September erscheinen können, behauptet Mark Gurman in der jüngsten Ausgabe seines Newsletters “Power On”. Apple wolle das genaue Erscheinungsdatum am Dienstag, den 7. September bekannt geben, wenn es auch neue iPhones und Apple Watches zeigt – die wenig später mit den neuen Systemen zur Auslieferung kommen. iPadOS 16 und macOS 13 Ventura werden noch eine Weile auf sich warten lassen, laut Gurman kommen diese beiden Updates erst im Oktober – zu einem zweiten Herbst-Event.

Auktion: Es gab ihn wirklich – den Apple-Store-Angestellten Sam Sung. Zumindest ließ sich Sam Struan, der zwischen 2010 und 2012 im Apple Store Buchanan Street in Glasgow arbeitete, auf seiner Visitenkarte so nennen. Das hatte vor rund zehn Jahren einige Wellen geschlagen, als sich Samsung zum Hauptkonkurrenten Apples im Smartphonemarkt aufschwang. Nun versteigert Struan seine Visitenkarte mit dem falschen und doch so passenden Namen zusammen mit einem Angestellten-T-Shirt des Apple Store und einem Lanyard zu einem guten Zweck.

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