24.8.22: Elf Jahre

Apple bestätigt: iPadOS 16.1 kommt erst später +++ Entwickler wollen Ventura auf ältere Macs bringen +++ WiFi 7: Neuer Standard im Anmarsch – wann Router und Apple-Geräte kommen +++ Siebte Entwickler-Beta von iOS 16 veröffentlicht

Macwelt wünscht einen guten Morgen! “Unglücklicherweise ist dieser Tag gekommen”, so erklärte Steve Jobs dem Apple-Aufsichtsrat am 24. August 2011 seinen Rücktritt als Apple-CEO. Im Verwaltungsrat werde er verbleiben, die Pflichten des Tagesgeschäftes könne er aber nun endgültig nicht mehr wahrnehmen, weswegen er seinen CEO-Stellvertreter Tim Cook, bisher als COO die Nummer zwei im Unternehmen, als Nachfolger vorschlage. Die im Jahr 2003 diagnostizierte und 2004 erstmals operativ behandelte Krankheit hatte Jobs seither zu mehreren, teils monatelangen Auszeiten gezwungen, in denen er völlig von der Bildfläche verschwunden war (die Lebertransplantation 2008) oder immer wieder für einzelne Auftritte aus dem Krankenstand zurückkehrte: Vorstellung von iPad und iPad 2, WWDC-Keynotes und der allerletzte öffentliche Auftritt bei der Präsentation des heute Apple Park genannten neuen Bürogebäudes für den Stadtrat von Cupertino.

Tim Cook ist also seit heute elf Jahre lang Apple-Chef, die Umstände, unter denen er auf den Posten gelangte, sind aber gewiss kein Anlass zum Feiern. Schwer fallen die Feiern heute auch in Kyiv, Anlass sind 31 Jahre Unabhängigkeit von Moskau – der Frömmste kann aber nicht in Frieden leben, wenn’s dem bösen Nachbarn nicht gefällt und der gerne das Grundstück zurück hätte, das ihm aber nie gehörte. Im August 1991 dauerte es drei Tage vom Scheitern des Putsches gegen den Generalsekretär der KPdSU Michail Gorbatschow und damit dem besiegelten Ende eines neuen Unionsvertrages der sozialistischen Sowjetrepubliken bis zu dem Tag, an dem die Ukraine die Union gewissermaßen für beendet erklärte. Drei Tage später sollte Moldawien folgen, auch andere Republiken inklusive Russland (sic!) folgten dem Beispiel, im Dezember hörte die UdSSR tatsächlich zu existieren auf. Man benötigt wohl einen ziemlich schrägen Blick auf die Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, um das Ende der Sowjetunion als dessen größte geopolitische Katastrophe zu betrachten. Bekanntlich gibt es mächtige Leute, die das nicht nur denken und sagen, sondern auch danach handeln – imperialistisches Streben ist die wahre Katastrophe.

Den 24. August markiert aber auch eine Naturkatastrophe, im 79 n.Chr. explodierte im Golf von Neapel plötzlich der Berg, an dessen fruchtbaren Hängen sich eine hoch entwickelte und reiche Zivilisation angesiedelt hatte. Dass der Vesuv ein Vulkan ist, konnten die Siedler nicht wissen, die sich im Altertum an dessen Fuß niederließen. Die Bucht zwischen Surentum und Misenum mit der Nea Polis im Nordwesten ist aber auch zu verlockend gewesen und die Böden rund um den Berg zu fruchtbar, um sie einfach hangaufwärts liegenzulassen. So staunten die Menschen nur über die seltsamen Manifestationen des Berges, wie sie Plinius der Ältere so eindrucksvoll beschrieb. Die Bewohner von Stabiae, Herculaneum und Pompeji wunderten sich indes nicht mehr lange, die vom Vesuv herabstürzenden pyroklastischen Ströme töteten die Einwohner, noch ehe sie hätten “pyroklastisch” aussprechen können. Seither sollte man wissen, mit welch gefährlichem Berg man es in der Gegend zu tun hat. Aber ist nun einmal die Bucht viel zu schön – Stichwort “Neapel sehen und sterben”. Der Boden ist nicht trotz, sondern eher wegen der gelegentlichen Ausbrüche so fruchtbar, mit jeder Magma-Explosion kommen frische Mineralien aus der Erdkruste.

Wann denn unglücklicherweise der nächste Tag des Vesuvs kommen wird – wir wissen es nicht. Ein Feiertag wird das aber bestimmt nicht.

Lesetipps für den Mittwoch

Entkoppelt: iPadOS 16 kommt zwar auch im Herbst, aber in diesem Jahr erstmals später als iOS 16. Was letzte Woche noch ein bloßes Gerücht war, hat Apple gegenüber Techcrunch gestern bestätigt. iPadOS 16 werde man gewissermaßen auslassen und das neue Betriebssystem für das iPad erst in Version iPadOS 16.1 ausliefern, dann zeitgleich mit iOS 16.1, was im Oktober der Fall sein könnte. Eine erste Entwickler-Version von iPadOS 16.1 liegt jetzt vor, eine Public Beta sollte in dieser Woche folgen. Zur Begründung erklärt Apple: “Dies ist ein besonders wichtiges Jahr für iPadOS. Als eigene Plattform mit speziell für das iPad entwickelten Funktionen haben wir die Flexibilität, iPadOS nach einem eigenen Zeitplan auszuliefern. In diesem Herbst wird iPadOS nach iOS als Version 16.1 in einer kostenlosen Software-Aktualisierung ausgeliefert.”

Fortschritt: iOS 16 wird indes nicht nur pünktlich “im Herbst” erscheinen, sondern womöglich gar in den letzten Tagen des astronomischen Sommers. Denn wenn die neuen iPhones tatsächlich schon ab dem 16. September zur Auslieferung kommen, wird auf ihnen das neue Betriebssystem installiert sein, das Apple auch für ältere Geräte anbietet. Gestern erschien die siebte Developer Preview von iOS 16, die funktional gleichwertige fünfte Public Beta sollte es ab heute Abend zum Download geben. Von Neuerungen gegenüber den vorherigen Betas ist bisher nichts bekannt, Apple scheint jedoch das Tempo erhöht zu haben und allmählich in den Schlussspurt zu gehen.

Ausgetrickst: Apple macht in diesem Jahr bei macOS Ventura einen harten Schnitt und schließt zahlreiche ältere Macs vom Update aus, die gar nicht mal so alt erscheinen, wie etwa der zuletzt 2017 renovierte Mac Pro im Mülltonnen-Design und das erste Macbook Pro mit Touchbar aus dem Herbst 2016. Die Entwickler des Tools OpenCore Legacy Patcher (OCLP) vermelden jedoch Fortschritte, um Ventura auch auf ältere Macs zu bringen. OCLP kommt aus der Hackintosh-Szene und dient auch dazu, macOS Monterey und Big Sur auf nicht kompatible Macs zu installieren. Bei macOS Ventura wird es aber kompliziert, da Apple etliche Treiber für Intel-CPUs entfernt hat, die älter sind als die siebte Generation. Es fehlt auch die Unterstützung für diverse GPUs. All dies haben die Entwickler aber nach eigenen Angaben in Rosetta 2 gefunden, jenen Layer, der auf M1-Macs Instruktionen des Systems für Intel-Chips übersetzt. macOS Ventura auf der Mülltonne oder dem ersten Touchbar-Macbook rückt also in die Nähe.

Kann es kaum erwarten: Mittlerweile gehen wir bei Macwelt davon aus, dass Apple am 7. September neue iPhones vorstellen wird, schon am 9. September könnte die Vorbestellung beginnen und die Geräte am 16. September bei der Kundschaft ankommen. Wir haben lange und breit erklärt, warum sich das Warten lohnt – lange muss man nicht mehr warten. Unser Kollege David Price fiebert dem September offenbar ganz besonders entgegen, er nennt auch fünf konkrete Gründe, warum die Reihe iPhone 14 eine ganz besondere wird.

Funk der Zukunft: Kaum zu glauben, aber die zuletzt von Apple veröffentlichten Macbooks unterstützen den jüngsten Funkstandard WiFi 6E noch nicht. Das sollte sich bald ändern, denn mit WiFi 7 steht bereits ein vielversprechender Nachfolger inmitten der Konkretisierung. Offiziell IEEE802.11be genannt, soll der nächste Standard durch klügere Ausnützung von Frequenzen weniger Datenstau verursachen, die Latenz sinkt weiter und die Geschwindigkeit steigt. Jason Cross erklärt die Details, wann es die ersten Router gibt und wann mit kompatiblen Apple-Geräten zu rechnen sein wird.

Nur zum Spaß: Wir können das Gemecker über das Design der neuen iPhones 14 jetzt schon vernehmen, rund zwei Wochen vor der Vorstellung. Den einen ist der Kamerabuckel zu dick, den anderen die True-Depth-Elemente auf der Vorderseite zu auffällig, den nächsten gefällt die Farbe nicht … Der Entwickler Neal Agarwal hat daher eine Website gebaut, auf der man sich sein Traumdesign für das neue iPhone nach Gusto zusammenklicken kann. Dabei ist der Fantasie freier Lauf gelassen, auch Click-Wheels oder sogar eine Wählscheibe und noch viel mehr Unfug kann man sich auf das Gehäuse ziehen, egal, ob das technisch realisierbar wäre, sinnvoll oder wenigstens nur schön aussähe. Viel Spaß!

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