25.8.22: Brandgefährlich

Apple-Event am 7. September: Was soll “Far out.” bedeuten? +++ Systemeinstellungen in Ventura: Da muss Apple noch mal ran +++ Tool simuliert Bildqualität aus 15 Jahren iPhone-Kamera

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Sicher, mit Akkus ist nicht zu spaßen, vor allem, wenn man sie in der Kälte tief entlädt und dann wieder an die Steckdose hängt. Oder wenn sie einen mechanischen Schaden davon tragen. Grund zur Panik besteht aber nicht, solange man Lithium-Batterien pflegt und nicht mit ihnen wild um sich wirft. Ab und an passieren aber selbst den Besten Konstruktionsfehler, vor ein paar Jahren geriet Samsung mit seinem Galaxy Note 7 in die Bredouille, das ein paar mal zu oft Feuer gefangen hatte.

Apple war in seiner wechselhaften Geschichte auch nicht vor derartigen Problemen gefeit, besonders das am 25. August 1995 herausgebrachte Powerbook 5300 wurde zur heißen Ware und berühmt-berüchtigt. Es handelte sich um den ersten Mobilrechner mit dem seinerzeit für Apple brandneuen PowerPC-Prozessor, der sich als brandgefährlich erwies. Nicht nur für Anwender, sondern auch für Apple selbst. Denn was Cupertino in der Spätphase der Jobs-losen Zeit da zusammenbauen ließ, konnte die geschürten Erwartungen bei Weitem nicht erfüllen. Die verwendeten Materialien und die Verarbeitung waren minderwertig, viele Geräte kamen bei den Kunden als DOA-Fall an: Dead On Arrival. Zu allem Überfluss gab es auch noch Berichte über spontane Entzündungen respektive thermischen Durchgehens der Akkus.

Apple musste zwar nicht das Modell komplett aus dem Handel ziehen wie über zwanzig Jahre später Samsung sein Großbildschirmhandy, der Imageschaden für die Rückrufaktion war aber groß, eine Preissenkung unvermeidlich, das Powerbook 5300 ging als einer der größten Flops in die Firmengeschichte ein.

Dabei hat es doch mehrmals die Welt gerettet, wenn auch nur auf der Leinwand. So nutzte Geheimagent Ethan Hunt in seiner ersten Mission Impossible ein Powerbook 5300. Leider hatte Apple es versäumt, sich Rechte auf Einfluss auf das Screenplay zusichern zu lassen, so war nicht das Mac-System im Film zu sehen, sondern eine Kommandozeilenoberfläche, in der Hunt alias Tom Cruise einhackte, wie Cult of Mac anmerkt.

Ein Jahr später aber konnten Kinobesucher die echte Oberfläche des Mac-Betriebssystems bestaunen und sich vor allem darüber wundern, dass Jeff Goldblum innerhalb weniger Filmminuten herausfindet, wie man einen Virus programmiert, der den Zentralcomputer des Mutterschiffs der außerirdischen Angreifer außer Gefecht setzt. Aber gut, Will Smith hat in der gleichen Zeit in Independence Day gelernt, ein Kampfschiff der interstellaren Heuschrecken zu steuern.

Das Powerbook 5300 hatte trotz seines kommerziellen Desasters noch einige weitere Auftritte in Hollywood, etwa in den Filmen “The Saint”, “Vulcano” oder “Kopfgeld”. Genau solche Maßnahmen sollten den Verkauf des Produkts stützen, und dann konnte Apple wegen der Mängel in der Produktion nicht ausreichend liefern. Immerhin kam dann schon im Oktober 1996 mit dem Powerbook 1400 der Nachfolger des glücklosen ersten mobilen Power Macs, etwas weniger heiß, aber unproblematisch.

Lesetipps für den Donnerstag

Hinweis: Aha. “Far out.” heißt also das Motto der Apple-Keynote vom 7. September. Dazu ein Artwork, welches das Apple-Logo im Weltraum zeigt, wie ein schwarzer Bereich inmitten einer Ansammlung von Sternen. Was will uns der Künstler damit sagen, Apples Einladungen und Mottos geben ja immer ein wenig Hinweis darauf, worum es sich bei der Show dreht? “Peek performance” im Frühjahr zeigte einen ersten Blick auf die hohe Leistungsfähigkeit des M1 Ultra im Mac Studio, “Hi, Speed.” begrüßte im Herbst 2020 das schnelle 5G im iPhone. Die Kollegen von 9to5Mac bringen vor allem zwei mögliche Neuerungen für das iPhone 14 ins Spiel, die mit dem Weltraumthema korrespondieren. Da ist zum einen die schon länger spekulierte Satellitenverbindung, die Notfallkommunikation auch dann ermöglichen soll, wenn man fernab aller Funknetze gestrandet ist. Zum anderen könnte sich die Kamera in Hinsicht auf Fotografie von Himmelskörpern, also dem Mond und Sternen verbessern, indem das iPhone automatisch die Belichtungszeit anpasst und die dunklen Bereiche besser berechnet. Die Dunkelheit könnte zudem einen Hinweis auf das abgedunkelte Always-On-Display geben, das gewissermaßen die Nachtseite des iPhones widerspiegelt.

Verschlimmbessert: Die Systemeinstellungen von macOS Ventura sind völlig neu – im Englischen wechseln sie sogar ihren Namen von “System Preferences” zu “System Settings”. Die Idee dahinter findet Macworld-Kolumnist Jason Snell im Prinzip gut, Apple gleicht die Einstellungen des Mac an den von iPhone und iPad gewohnten Look an. Doch seien die neuen Systemeinstellungen ein Programm, das Apple an sich gleich wieder überarbeiten müsste, wenn es gar nicht zu denen von Monterey zurückginge. Einen unübersichtlichen Block von Icons habe Apple durch eine Liste ausgetauscht, bei der man aus dem Scrollen gar nicht mehr herauskommt, denn das Fenster ist nicht in der Größe anpassbar. Oft verstecken Einstellungen ihre Hierarchie, einige Details sind an völlig unerwarteten Orten zu finden, sodass man am besten immer die Suche verwendet, will man etwas Bestimmtes anpassen.

Besser erinnert: Einen besseren Job als bei den Systemeinstellungen hat Apple jedoch mit seiner App Erinnerungen gemacht, wie Roman Loyola näher ausführt. Die Organisation der Erinnerungen nach Uhrzeit und Datum ist erleichtert, Vorlagen lassen sich aus Erinnerungen erstellen und für weitere nutzen. Listen kann man nun anpinnen und den Text in ihnen nach Belieben formatieren.

Evolution : Das erste iPhone war ein revolutionäres Gerät, seither sind die Entwicklungsschritte mal etwas größer und mal etwas kleiner ausgefallen, das Rad neu erfinden kann auch Apple nicht. Was sich aber in den letzten 15 Jahren stets verbessert hat, war die Kamera – auch in diesem Jahr sind Fortschritte zu erwarten und wenn es nur um solche geht, welche die Echtzeitbildbearbeitung auf dem Gerät ermöglicht. Die Website SimpleGhar hat nun ein interaktives Tool entwickelt, das die Qualität der Kameras vom iPhone von 2007 bis heute an Beispielbildern vergleicht. Die Unterschiede sind von Modell zu Modell nicht immer groß, aber doch erkennbar.

Mehr von Foundry:

Sparkassen-App “Mobiles Bezahlen” erhält starke Neuerung

Sparkassen-Kunden dürfen sich auf eine Neuerung in der App “Mobiles Bezahlen” freuen, die das mobile Bezahlen vereinfacht. Weiter …

So teuer ist das Arbeiten im Home Office: Stromkosten für PC, Monitor, Ventilator etc.

Wie viel kostet das Arbeiten im Home Office allein durch den Stromverbrauch? Wir haben nachgerechnet und zeigen, wie viel uns die einzelnen Geräte kosten. Weiter …

Deutscher Elektronik-Markt: TV-Verkäufe sinken, Kopfhörer im Plus

Der Verkauf von Elektronik-Geräten in Deutschland ist im ersten Halbjahr inmitten von anziehender Inflation und Konjunktursorgen auf breiter Front zurückgegangen. Weiter …

Ex-Sicherheitschef erhebt schwere Vorwürfe: “Twitter gefährdet die Demokratie”

Twitter scheint massive Sicherheitsprobleme zu haben – zumindest laut Peiter Zatko, Ex-Sicherheitschef des Unternehmens. Die Affäre ist so brisant, dass der Geheimdienstausschuss des US-Senats den Whistleblower anhören will. Weiter …

Schreibe einen Kommentar

X

Main Menu