5 iPhone-Mythen: Was wirklich wahr ist

5 iPhone-Mythen: Was wirklich wahr ist

Ums iPhone ranken sich viele Gerüchte. Wir haben einige davon ausgesucht und erklären, ob sie stimmen oder nicht.

Von vielen geliebt, von ebenso vielen gehasst oder zumindest belächelt (erst jüngst wieder von Samsung ): das iPhone. Das Gerät, das den Smartphone-Markt seiner Zeit zwar nicht erfunden, dafür aber revolutioniert hat, polarisiert. In den 15 Jahren seit seiner Ankündigung hat sich um das Kultprodukt iPhone herum aber auch sehr viel Folklore entwickelt – Bauernregeln, Binsenweisheiten, Mythen. Wir werfen einen Blick auf fünf davon und sagen Ihnen, ob sie wahr sind oder nicht.

Sie müssen kein Vermögen für ein iPhone ausgeben.
Vergrößern Sie müssen kein Vermögen für ein iPhone ausgeben.

© Shutterstock.com / sasimoto

Das iPhone kann sich niemand leisten

Auf den ersten Blick scheint dieser Mythos wahr zu sein. Das iPhone 13 beginnt bei rund 800 Euro, das iPhone 13 Pro ist mit 1.149 Euro bereits vierstellig und das neue iPhone 14 ( warum sich das Warten dennoch lohnt ) dürfte noch eine Schippe drauflegen. Das allererste iPhone hingegen hat in Deutschland nur 399 Euro gekostet (gekoppelt an einen Telekom-Vertrag) – ein Schnäppchen! Über die Jahre ist der Preis fürs iPhone immer weiter gestiegen, gleichzeitig fluteten Hersteller von Android-Geräten den Markt mit billigen Smartphones. Wenn Sie es darauf anlegen, können Sie ein Android-Smartphone für unter 100 Euro kaufen, ob Sie damit glücklich werden, steht jedoch auf einem ganz anderen Blatt.

Apple ist kein Unternehmen, das billige Geräte produziert. Apple hatte schon immer den Anspruch, ein möglichst wertiges Produkt auf den Markt zu bringen, weshalb iPhones häufig auch teurer sind als vergleichbare Android-Smartphones. Wenn das iPhone aber Jahr für Jahr teurer wird, wird es immer schwieriger, neue Kunden zu akquirieren. Das war auch Apple bewusst und das Unternehmen führte 2016 separat von der regulären iPhone-Reihe das iPhone SE ein – weitestgehend moderne Hardware in einem alten Gehäuse für ursprünglich weniger als 500 Euro, und damit (fast) das günstigste iPhone aller Zeiten.

500 Euro sind aber immer noch viel Geld für ein „günstiges“ Smartphone. Beim iPhone muss man allerdings bedenken, dass die Vergleichsgruppe unter Android-Smartphones nicht die 100-Euro-Billighandys sind, sondern Mittelklassegeräte, die sich ebenfalls im Bereich von rund 500 Euro bewegen. Insofern bin ich der Meinung, dass man für ein iPhone nicht zwingend reich sein muss. Und dabei habe ich generalüberholte Geräte – etwa von Swappie, die der Kollege Lohmann kürzlich besuchen durfte – und Finanzierungsangebote der verschiedenen Mobilfunkanbieter gar nicht erwähnt.

Fazit : Nicht wahr .

LesetippLieber frieren als mit einem „alten“ iPhone leben

Es gibt viele Gründe, von Android zu iOS zu wechseln – umgekehrt allerdings auch.
Vergrößern Es gibt viele Gründe, von Android zu iOS zu wechseln – umgekehrt allerdings auch.

© Shutterstock.com / tinhkhuong

Einmal iPhone, immer iPhone

Ein weiteres Gerücht, das sich hartnäckig hält, ist die Behauptung, dass niemand jemals vom iPhone (zurück) zu Android wechselt. Auch das stimmt natürlich nicht, schließlich wechseln regelmäßig Menschen von einer Plattform zur anderen. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis kann ich allein rund zehn Personen aufzählen, die in den letzten Jahren von iOS zu Android oder andersherum gewechselt haben.

Eine kürzlich erschienene und zumindest für den amerikanischen Markt repräsentative  Umfrage hat beispielsweise ergeben, dass 36 % der befragten Apple-User überlegen, zu Android zu wechseln und 25 % andersherum. Der Wille ist also da, auf beiden Seiten. Ob sich ein Wechsel lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden, Gründe gibt es viele.

Die größte Hürde für einen Plattformwechsel ist der damit verbundene Aufwand: Daten und Fotos, die Sie auf Ihrem Smartphone gespeichert haben, müssen umgezogen werden. Apps, die Sie in Apples App Store gekauft haben, müssen Sie im Google Play Store erneut kaufen. Immerhin gibt es für beide Seiten mittlerweile Hilfsmittel für einen Umzug: Apple bietet im Google Play Store die App „ Auf iPhone übertragen “ an, während Google erst vor wenigen Monaten das Äquivalent „ Switch to Android “ im App Store veröffentlicht hat.

Fazit : Nicht wahr .

Ein langsames iPhone kann schon mal wütend machen.
Vergrößern Ein langsames iPhone kann schon mal wütend machen.

© Shutterstock.com / Yana Glomozda

Apple verlangsamt iPhones

Dieses Gerücht hielt sich lange… und wurde dann tatsächlich bestätigt: Apple verlangsamt in der Tat ältere iPhones und wurde 2020 sogar von einem Gericht in Amerika dafür verurteilt  – „Drosselgate“ hieß es. Allerdings lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen, denn im Volksmund wurde „Apple verlangsamt iPhones“ immer von „…, um Nutzer:innen zum Upgrade zu zwingen“ begleitet. Böse Zungen würden auch heute noch behaupten, dass das der alleinige Grund ist.

Apples Erklärung fürs Ausbremsen ist hingegen technischer Natur: Apple bietet Unterstützung für seine iPhones deutlich länger als jeder andere Smartphone-Hersteller. Erst vor wenigen Tagen hat das Unternehmen ein Sicherheitsupdate für das iPhone 5S und das iPhone 6 veröffentlicht , die mittlerweile fast neun bzw. acht Jahre alt sind. Das ist deutlich länger als die durchschnittliche Lebenszeit eines Lithium-Ionen-Akkus. Um eine angemessene Akkulaufzeit alter iPhones zu gewährleisten, hat Apple sie also gedrosselt, damit die alternde Batterie nicht plötzlich schlapp macht und Ihr iPhone plötzlich ausgeht.

Was schließlich zur Verurteilung Apples geführt hat, ist nicht die Tatsache, dass das Unternehmen alte iPhones ausbremst, sondern dass es nicht kommuniziert hat, dass es das überhaupt tut.

Fazit : Wahr!

iPhones sind immun gegen Viren

iPhones sind sicher, daran gibt es keinen Zweifel. Mit iOS 16 ( alle Infos ) führt Apple sogar den sogenannten Lockdown Mode ein, mit dem besonders vulnerable Gruppen, etwa Journalisten in repressiven Regimes, ihr iPhone bei Bedarf noch stärker absichern können.

Doch wirklich immun gegen Viren sind iPhones nicht. Kein System ist wirklich immun gegen Viren oder zumindest gegen Fremdzugriff. Immer wieder werden Lücken veröffentlicht, die auf die eine oder andere Weise ermöglichen, fremden und/oder schadhaften Code auf einem iPhone auszuführen. Apple schließt diese zwar immer zügig – zuletzt beim oben erwähnten Sicherheitsupdate.

Einen Virenscanner benötigen Sie für Ihr iPhone dennoch nicht (wie Stephan Wiesend in seinem Ratgeber erklärt ), was nicht nur daran liegt, dass es eigentlich keine mehr gibt. Die erwähnten Lücken sind nämlich so speziell, dass sie nur gezielt auf einzelnen iPhones eingesetzt werden können und nicht, wie in früheren Zeiten, per E-Mail-Spam im Anhang an Millionen von Nutzern verteilt.

Fazit : Nicht wahr.

Apps müssen manuell geschlossen werden

Um Akku zu sparen oder das System zu entlasten – viele iPhone-Nutzer:innen halten weiterhin an der Gewohnheit fest, Apps, die sie nicht aktiv verwenden, manuell zu schließen. Doch das ist schon seit vielen Jahren völlig unnötig. iOS ist inzwischen so stark optimiert, dass Apps im Hintergrund nicht nur gar keine Auswirkung auf die Akkulaufzeit und auf Systemressourcen haben, sondern dass es in vielen Fällen sogar den gegenteiligen Effekt hat: Apps, die manuell geschlossen wurden und beim erneuten Öffnen neu geladen werden müssen, verbrauchen mehr Ressourcen und mehr Strom als solche, die im Hintergrund von iOS verwaltet werden.

Fazit : Nicht wahr.

Sie kennen noch weitere iPhone-Mythen und möchten wissen, ob Sie stimmen oder nicht? Schreiben Sie uns: redaktion@macwelt.de

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