9.8.22: Nicht immer Nummer eins

iOS 16 Beta 5 bringt Prozentzahl in Batterieanzeige zurück +++ iPhone-Event womöglich schon am 6. September +++ Apple kauft weniger Firmen ein +++ Keyword-Spam in App Store nimmt zu

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Was das derzeit an der Börse wertvollste Unternehmen ist? Das ist wenig überraschend das Saudi-Arabische Öl-Konglomerat Aramco mit einer Marktkapitalisierung von derzeit 8,65 Billionen US-Dollar. Logisch, der Ölpreis ist zuletzt arg gestiegen, was nicht nur an der zunehmenden Knappheit des wichtigsten Rohstoffes des Industriezeitalters liegt. Zur Wahrheit gehört auch, dass Saudi-Arabien es zwar weder mit Demokratie und Menschenrechten oder Gewaltenteilung ernst meint, wenigstens aber keine Nachbarn überfällt. Das Regime in Riad mag eines übles sein, aber eben das kleinere Übel. So wird Aramco reich und reicher – bis sich die Sache mit dem Öl als wichtigsten Rohstoff mal erledigt haben wird.

In Öl des 21sten Jahrhunderts hingegen machen die Unternehmen, die hinter Aramco die höchsten virtuellen Werte an den Weltbörsen haben: Informationstechnik. Am besten von allen Silicon-Valley-Unternehmen, zu denen wir auch Microsoft trotz seines Standorts in Washington State zählen, schlägt seit etwa einem Jahrzehnt Apple. Momentan reichen die 2,66 Billionen an Marktkapitalisierung nur für den zweiten Platz, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Vor zwei Jahren, inmitten der die Weltwirtschaft lahm legenden Pandemie, konnte Apple schon einmal Aramco überholen, das an sich seit seinem Zusammenschluss aus diversen Vorgängern an der Spitze steht.

Erstmals auf Platz 1 unter den reichsten Unternehmen stand Apple heute vor elf Jahren, wenn auch erst mal nur kurz: Mit 337 Milliarden US-Dollar zog Apple an Exxon Mobile mit ihren 334 Milliarden US-Dollar vorbei. Exxon Mobile indes profitiert nicht von der durch Russlands Angriffskrieg weiter verschärfte Energiekrise: Heute steht das Ölunternehmen bei etwa 369 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung.

Lesetipps für den Dienstag:

Zurück auf dem Schirm: Seit dem iPhone X vermisst man in der Statusanzeige der Batterie die Prozentzahl der verbliebenen Ladung. Es sei zu wenig Platz rechts von der Notch, um neben dem Symbol mit dem Füllstatus noch eine Zahl anzuzeigen, hieß es in den letzten fünf Jahren. Mit der Beta 5 von iOS 16, die gestern zunächst für registrierte Entwickler erschienen ist, ändert sich das. Nun prangt die Zahl auf dem Füllsymbol, zumindest auf neueren und größeren Geräten. Denn auf iPhone 11 (LCD), iPhone XS, iPhone 12 und 13 Mini reicht offenbar die Auflösung nicht, um die Zahl lesbar darzustellen.

Kopieren und löschen : Es gibt zwei weitere Neuerungen in der fünften Beta von iOS 16, die zuvor noch nicht aufgetaucht waren. Die eine ist die Option “Kopieren und Löschen”, die man im Pop-Up-Menü erhält, das sich zu einem frisch erstellten Screenshot öffnet. Bisher war es möglich, den Screenshot in die Fotos-App, in die Dateien oder Notizen zu speichern, mit Kopieren und Löschen überträgt man den Screenshot in die Zwischenablage und kann ihn an beliebiger Stelle in beliebiger App wieder einsetzen – die Fotos-App läuft so nicht mit bald nicht mehr nützlichen Bildern voll. Eine weitere kleine Änderung betrifft die Anwendung “Wo ist?” : Der Alarmton, um verlorene Gegenstände aufzuspüren, ähnelt jetzt einem klassischem Klingelton und nicht mehr den von einem Radar.

Frühstart: Apple bereitet sein September-Event vor, neue iPhones und Apple Watches werden kommen. Dienstag, der 13. September ist der Termin, auf den die meisten tippen, auch wir. Im letzten Jahr lud Apple zur iPhone-Keynote am 14. September ein, insofern liegt der Termin nahe. Doch der Leaker Max Weinbach behauptet jetzt, er hätte gehört, Apple wolle schon am 6. September die neuen iPhones vorstellen, die dann am 16. September im Handel sein werden. Damit wäre die Keynote ungewohnt früh, aber keineswegs “so früh wie nie” – schon im Jahr 2016 zeigte Apple neue iPhones in der ersten Dekade des Septembers, seinerzeit am 7. September. Etwa eine Woche vorher wird der Termin sicher bekannt sein.

Verlängert: Whatsapp erlaubt es jetzt, Nachrichten auch zwei Tage nach ihrem Versand noch zurückzuziehen, genauer: zwei Tage und 12 Stunden. Bisher war das einen Tag, acht Stunden und 16 Sekunden lang möglich – warum auch immer das so spezifisch sein musste. Auch in Apples App Nachrichten kann man bereits versandte Beiträge wieder zurückziehen, nur setzt Apple deutlich strengere Limits. In den ersten Betas von iOS 16 und macOS Ventura war das noch 15 Minuten lang möglich nur noch deren zwei.

Weniger eingekauft: Apple-CEO Tim Cook hat zwar kürzlich angedeutet, dass Apple größere Übernahmen nicht ausschließen wolle. Es sei aber eher Strategie, kleinere Firmen zu übernehmen, mit ihnen Talente und Patente. Alle zwei bis drei Wochen könne so eine Übernahme passieren – wenn nicht irgendwelche regulatorischen Gründe bestehen, bekommt die Öffentlichkeit davon kaum etwas mit. Nun geht aber aus einer Pflichteingabe an die Börsenaufsicht hervor, dass Apple seine Akquisen in den vergangenen beiden Jahren deutlich zurückgeschraubt hat. Wendete Cupertino im Fiskaljahr 2020 noch 1,5 Milliarden US-Dollar für Merger auf, waren es 2021 nur läppische 33 Millionen US-Dollar und in den bisher neun bilanzierten Monaten des aktuellen Geschäftsjahres 2022 mit 169 Millionen US-Dollar auch nicht viel mehr.

Verwirrend:   Dropbox heißt jetzt Dropbox: Cloud Photo Transfer – ohne dass sich an den grundlegenden Funktionen der App etwas geändert hätte. Der Hintergrund ist “Keyword Spamming” – immer mehr Entwickler packen markante Suchphrasen in die Namen ihrer Apps. Dabei schrecken einige auch nicht vor den Namen konkurrierender Anwendungen zurück. Dass dieser Spam offenbar auch aufgeht, sollte für Apple Grund genug sein, den App Store und seine Regeln diesbezüglich zu überarbeiten, um nicht noch mehr Verwirrung zu stiften.

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