Airpods Pro 2 vs. Airpods Pro – Das ist der Unterschied

Nach drei Jahren ist es endlich soweit: Die Airpods Pro haben einen Nachfolger. Wir erklären die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Modell.

Neben der iPhone-14-Reihe ( warum sich das Warten gelohnt hat ) und drei neuen Smartwatches hat Apple bei seiner Keynote am 7. September auch die Nachfolger der Airpods Pro vorgestellt ( Airpods Pro 2 – das sind die Neuerungen ). Die zweite Generation von Apples Premium-In-Ear-Kopfhörern krempelt das Konzept nicht um, sondern bringt sinnvolle Verbesserungen in fast allen Bereichen. Die größten Neuerungen gibt es am Ladecase.

Nur die Größe und Position der Sensoren und Mikrofone unterscheidet die Airpods Pro 2 optisch von ihren Vorgängern.
Vergrößern Nur die Größe und Position der Sensoren und Mikrofone unterscheidet die Airpods Pro 2 optisch von ihren Vorgängern.

© Apple

Was ist neu bei den Airpods Pro 2?

Auch wenn sich optisch kaum etwas verändert hat – Apple hat lediglich die integrierten Mikrofone und Sensoren etwas verschoben –, gibt es deutliche Upgrades unter der Haube. Apple setzt in den Airpods Pro 2 auf den neuen H2-Chip, der bessere Klangverarbeitung, besseres Active Noise Cancelling und viele andere Software-Funktionen verbessern soll.

Spacial Audio erhält eine personalisierbare Komponente.
Vergrößern Spacial Audio erhält eine personalisierbare Komponente.

© Apple

Spatial Audio, oder 3D-Audio, wie Apple es auf Deutsch nennt, wird um eine personalisierte Komponente erweitert. Besitzer:innen eines iPhones mit True-Depth-Kamera können künftig ihre Ohren scannen und das Raumklangerlebnis auf ihr Gehör anpassen. Den Airpods Pro 1 fehlt diese Personalisierung.

Die aktive Geräuschunterdrückung, oder Active Noise Cancelling (ANC), wird ebenfalls verbessert. Apples eigenen Aussagen zufolge können die Airpods Pro 2 dank des H2-Chips doppelt so viele Störgeräusche isolieren wie die Airpods Pro 1. Der dazugehörige Transparenzmodus kann sich bei den Airpods Pro 2 dynamisch den Umgebungsgeräuschen anpassen, während diese Einstellung bei den Airpods Pro 1 noch manuell recht tief in den Einstellungen vorgenommen werden musste.

Das neue Touch-Feld am Stiel kann jetzt die Lautstärke regeln.
Vergrößern Das neue Touch-Feld am Stiel kann jetzt die Lautstärke regeln.

© Apple

Unscheinbar, aber beinahe bahnbrechend ist das neue Touch-Bedienfeld an den Stielen, mit dem Sie nun auch die Lautstärke direkt an den Airpods Pro mit einer Wischgeste regulieren können. Was Benutzerfreundlichkeit angeht, ist das für uns die wohl wichtigste Neuerung.

Bluetooth 5.3

Das wohl wichtigste Software-Upgrade: Die Airpods Pro 2 unterstützten Bluetooth 5.3 und damit eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Bluetooth 5.2 und höher unterstützt Bluetooth LE, eine deutlich energieeffizientere Übertragungsart, die dank des neuen LC3-Codecs auch mindestens genauso gut klingt wie bisher, teilweise sogar besser. Zumindest in der Theorie ermöglicht diese Neuerung längere Akkulaufzeiten und unabhängige Soundübertragung für jeden einzelnen Airpods. Was genau Bluetooth LE ermöglicht, können Sie in unserem ausführlichen Artikel nachlesen.

Doch theoretisch heißt nicht gleich praktisch: Während sich die längere Akkulaufzeit von bis zu 6 Stunden mit ANC in den Airpods Pro allein und 30 Stunden mit Case – Airpods Pro 1: 4,5 Stunden und 24 Stunden – zurückführen lässt, hält sich Apple wie so häufig bedeckt, was die weitere Implementierung von Bluetooth 5.3 und Bluetooth LE angeht. Lossless Audio? Höhere Bitraten? Dazu sagt Apple weder in der Präsentation, noch in den technischen Daten etwas. Ohne genauere Untersuchung bleibt in dem Punkt nur zu sagen, dass die Airpods Pro 2 länger laufen als ihre Vorgänger.

Hardware

Hardwareseitig gibt es natürlich auch Upgrades: Apple verwendet eigenen Angaben nach einen neuen, verzerrungsarmen Treiber, der besseren Klang liefern soll. Wie genau sich das auswirkt, werden wir erst in unserem Test beurteilen können. Interessant zu beobachten: Während sich die Gesamtmaße gegenüber den Vorgängern nicht verändert haben, sind die Airpods Pro 2 immerhin 0,1 Gramm leichter geworden. Besonders ins Gewicht fallen wird das vermutlich nicht, aber jedes Bisschen weniger könnte bei empfindlichen Träger:innen einen Unterschied machen.

Die meisten Neuerungen finden sich in der Ladeschale der Airpods Pro 2: Äußerlich können Sie das Case Ihrer Airpods Pro künftig mit einer Gravur versehen lassen, darunter mit Ihrem eigenen Memoji. An der Seite hat Apple eine kleine Öse verbaut, damit Sie das Case an einem anderen Gegenstand festbinden können – etwa Ihrem Schlüsselbund oder am Rucksack.

Bis auf die kleine Öse an der Seite und Lautsprecherlöcher auf der Unterseite unterscheidet sich das Ladecase der Airpods Pro 2 optisch kaum von dem der Airpods Pro 1.
Vergrößern Bis auf die kleine Öse an der Seite und Lautsprecherlöcher auf der Unterseite unterscheidet sich das Ladecase der Airpods Pro 2 optisch kaum von dem der Airpods Pro 1.

© Apple

Im Gegensatz zu den Vorgängern unterstützt das Case der Airpods Pro 2 auch Apples „Wo ist?“-Funktion. Zuständig dafür ist der U1-Chip, den Apple darin verbaut und der auch in den Airtags zum Einsatz kommt. Apple integriert auch einen kleinen Lautsprecher, der bei der Suche nach dem Case helfen soll und bei Bedarf ein Geräusch von sich gibt. Dieser Lautsprecher wird auch verwendet, um Kopplung zu signalisieren und den Batteriestand durchzugeben. Letzteres dürfte eine sinnvolle Addition zu Apples ohnehin schon großartigen Barrierefreiheitsoptionen sein.

Weitestgehend unverändert bleibt die Art und Weise, wie die Airpods Pro 2 aufgeladen werden: Kabelgebunden setzt Apple weiterhin auf den Lightning-Anschluss, der auch im iPhone 14 zum Einsatz kommt. Spätestens bei den Airpods Pro 3 wird Apple jedoch auf USB-C setzen müssen, so der Wille der EU.

Das Case unterstützt auch weiterhin kabelloses Aufladen mit Magsafe, neu hinzu kommt die Unterstützung für das Ladegerät der Apple Watch, was die Menge an Ladezubehör reduzieren dürfte, die Sie mitnehmen müssen, wenn Sie verreisen.

Preis

Was für viele eine nicht unwesentliche Rolle spielen dürfte: die Kosten. Wie bei fast allen anderen Geräten, die Apple während seiner September-Keynote vorgestellt hat, hat das Unternehmen auch bei den Airpods Pro 2 den Preis angezogen: 299 Euro werden für die Airpods Pro 2 fällig, während die Vorgänger bei Apple selbst noch 279 Euro gekostet haben.

Mit der Vorstellung der Airpods Pro 2 hat Apple jedoch die Vorgänger komplett aus seinem eigenen Sortiment genommen. Restbestände dürften allerdings noch eine Weile bei anderen Händlern verfügbar sein, zu einem ohnehin schon geringeren Preis. Historisch betrachtet schwankt er bei den alten Airpods Pro im Bereich von 200 Euro, zu Rabattaktionen sinkt er jedoch auch gut und gerne in die mittleren Hunderter.

Fazit

Alles in allem handelt es sich bei den Airpods Pro 2 um ein sinnvolles Upgrade gegenüber ihren Vorgängern. Mein Kollege Simon Lohmann schrieb Anfang des Jahres einen Artikel darüber, dass der Unterschied zwischen den Airpods 3 und den alten Airpods Pro nicht so groß sei, als dass sich der Aufpreis von (damals) 80 Euro lohnen würde. Die Airpods Pro 2 hingegen versprechen, diesen Abstand wieder so weit zu vergrößern, dass sich das Upgrade von den normalen Airpods 3 auf die Airpods Pro 2 wieder lohnen dürfte.

Doch sollten Sie Ihre alten Airpods Pro durch die neuen Airpods Pro 2 ersetzen? Wenn Sie ohnehin die neuesten Apple-Geräte kaufen, dann werden Sie Ihre Entscheidung bereits getroffen haben. Wenn Sie jedoch verständlicherweise zögerlich sind, 300 Euro für neue Kopfhörer auszugeben, dann ist unser Ratschlag, zunächst Testberichte abzuwarten. Wenn sich Apples Versprechen bewahrheiten sollten, haben wir zwei Empfehlungen:

Falls Sie erst kürzlich Airpods Pro gekauft haben oder sie auch nach mehreren Jahren ihren Dienst problemlos verrichten, dann würden wir empfehlen, Ihre Airpods Pro 1 so lange zu behalten, bis sie ihren Dienst quittieren oder sie verloren gehen. Denn auch wenn die oben genannten Verbesserungen gut und sinnvoll sind, ist der Unterschied für uns – zumindest auf dem Papier – nicht groß genug, um funktionstüchtige Airpods Pro 1 durch neue Airpods Pro 2 zu ersetzen.

Wenn Sie jedoch von den Airpods 3 oder anderen In-Ear-Kopfhörern ohne ANC upgraden möchten, können Sie mit den Airpods Pro 2 nicht viel falsch machen.

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