Apple kauft deutlich weniger Firmen ein

Apples Einkaufsstrategie konzentriert sich auf kleinere Firmen mit recht speziellem Wissen und Patenten. In den letzten zwei Jahren hat das Unternehmen aber noch weniger ausgegeben als sonst.

Apples Einkaufsstrategie hat sich offenbar in den vergangenen zwei Jahren deutlich geändert, das Unternehmen gibt weniger Geld für Firmen und Start-ups aus, das berichtet 9to5mac in Bezug auf die Auswertung von Bloomberg . Die Daten stammen aus den Meldungen von Cupertino an SEC, wie jährliche oder Quartalsberichte . Den Bloomberg-Analysten ist aufgefallen, dass in den vergangenen zwei Jahren das Unternehmen ungewöhnlich wenig für Firmenübernahmen ausgegeben hat – 2021 “nur” 33 Millionen US-Dollar, die Ausgaben im laufenden Jahr sind auf die Höhe von 169 Millionen US-Dollar angekommen. 

Ausgaben für Firmenkäufe bei Apple seit 2010 und bis heute
Vergrößern Ausgaben für Firmenkäufe bei Apple seit 2010 und bis heute

© Macwelt

Schaut man sich die Daten seit 2010 an, gibt Apple pro Jahr im Schnitt rund 350 Millionen US-Dollar aus, um kleinere (selten auch größere) Firmen zu kaufen. Die beiden Jahre – 2014 und 2020 – stechen so heraus, weil Apple zwei der größten Übernahmen seiner Geschichte getätigt hat. 2014 kam Beats ins Unternehmensportfolio hinzu , 2020 hat Apple Intels Mobilfunksparte aufgekauft . Primär ging es um Patente rund um mobile Modems, was für Apple und eigene 5G-Chips wichtig ist. Ansonsten hätte das Unternehmen weiterhin Lizenzgebühren an Qualcomm und Co. zahlen müssen.

Aus der Reihe tanzt eben das Jahr 2021 und 2022, nur in eine entgegengesetzte Richtung. In den vergangenen neun Monaten hat das Unternehmen für den Kauf von anderen Firmen 169 Mio. USD ausgegeben, das vierte Quartal wird in sieben Wochen ebenfalls abgeschlossen sein. Wenn Apple in diesen sieben Wochen nicht gerade den Kauf von Netflix bekannt gibt, bleibt die Zahl auf einem niedrigen Niveau. 

Neil Cybart von “Above Avalon”  hat sich noch die Einkaufsdynamik von Apple nach Firmenzahl angeschaut: Hätte Apple seit 2012 im Schnitt pro Jahr sieben bis acht Firmen gekauft, waren es 2021 nur zwei. Die Gründe sieht er in der aktuellen Produktentwicklung des Unternehmens: Hatte der AR/VR-Bereich in den vergangenen Jahren nach neuem Know-how und Talenten verlangt, steht die Ankündigung der AR-Brille mehr oder weniger vor der Tür, die heißeste Entwicklungsphase ist also vorbei. Neuere, größere Projekte sind jedoch noch nicht in Sicht. Im Gegenteil: zuletzt hat Apple wohl bei Projekt Titan ausgemistet. Die größeren Einkäufe sind wohl in den kommenden Jahren zu erwarten. 

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