Apples Keynote “Far out” – Wenig Überraschungen

Apples Keynote "Far out" - Wenig Überraschungen

Auf der Keynote am 7. September war viel zu sehen, was die Auguren schon vorhergesagt hatten. Ein paar kleine Überraschungen gab es aber doch.

Gute 40 Minuten hat die Keynote zuerst der Apple Watch gewidmet. Was nicht verwundern sollte, verdient Apple doch mit seinen Wearables, zu denen auch die Watch gehört, inzwischen mehr als mit dem Mac. Die Apple Watch 8 hat zwei neue Sensoren bekommen, einen für die Temperatur und einen Beschleunigungssensor, der bis zu 256 G misst. Letzterer dient dazu, einen Unfall mit dem Fahrzeug zu erkennen und dann einen Notruf abzusenden. Wer hierzulande ein neueres Auto besitzt, hat eine Unfallerkennung aber schon von Gesetzes wegen eingebaut bekommen, die auch ohne Watch funktioniert. Was den Chip betrifft, so arbeitet weiterhin der S8 in der Apple Watch 8, der nun aber auch in der Apple Watch SE seine Dienste verrichtet. Dieses Modell ist also leistungsstärker als das Vorgängermodell geworden und hat ebenfalls die Unfallerkennung spendiert bekommen, nicht aber den Temperatursensor. 

Die vorhergesagte Apple Watch Pro hat sich dagegen als Apple Watch Ultra entpuppt und ist eindeutig für Menschen gedacht, die mehr als nur etwas Frühsport machen. Das Modell mit 49 Millimeter Display zeichnet sich durch ein stabiles Titangehäuse aus sowie einen zusätzlichen seitlichen Knopf, um vordefinierte Optionen aufzurufen, und der sich auch mit Handschuhen bedienen lässt. Die Apple Watch Ultra hat darüber hinaus einen Tiefenmesser und einen Wassertemperaturmesser für Taucher an Bord. Für diesen Zweck wird es auch eine Tauchcomputer-App geben. Bis zu 36 Stunden sollte diese Watch durchhalten, sodass man auch für größere Touren gerüstet sein sollte. Bei den anderen beiden Modellen bleibt es bei 18 Stunden Betriebsdauer.

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Bevor das iPhone 14 auf der Bühne erschien, waren die Airpods Pro in der zweiten Generation das Thema. Diese haben mit dem H2 einen neuen Chip verpasst bekommen und verfügen jetzt über eine aktive Geräuschunterdrückung und eine Touch-Bedienung. Sechs Stunden solle man mit ihnen seine Ohren beschallen können, und für kleine Ohren gibt es die Silikontips jetzt zusätzlich in Größe XS.

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Wenig Überraschungen bot die Vorstellung des iPhone 14 und des iPhone 14 Pro. Denn alle Voraussagen haben sich bewahrheitet. Die Arbeit verrichtet weiterhin der A15, nun aber in der Version mit fünf Grafikkernen, die es vorher nur beim Pro-Modell gab. Das iPhone mini, das es in Version 13 weiterhin zu kaufen gibt, musste wie vorhergesagt dem großen Plus-Modell Platz machen. Dessen Stärke ist zum einen der große Bildschirm, den es bisher nur in der Pro-Version gab, sowie die lange Ausdauer dank des großen Akkus. Die Kameras sind etwas lichtstärker als beim Vorgängermodell, und es gibt nun wie bei der Apple Watch den Beschleunigungssensor für die Unfallerkennung. Auf die USA und Kanada beschränkt sich vorläufig die Option, einen Notruf per Satellitenkommunikation abzusetzen. In die Höhe sind aber die Preise geklettert, das Modell 14 mit 128 GB kostet jetzt 100 Euro mehr als das iPhone 13. Das ist weiterhin bei Apple erhältlich, ebenso wie das iPhone 13 Mini. Günstiger als bisher werden diese aber von Apple nicht angeboten.

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Eine Überraschung bot dagegen das iPhone 14 Pro. Denn was niemand vorhergesagt hatte, ist das sogenannte Dynamic Island. Da, wo die Notch sitzt, blenden sich eine Art Fenster ein, das Informationen unter anderem über Hintergrundaktionen oder die momentan laufende Musik bietet und sich dynamisch an die Menge der darzustellenden Informationen anpasst. So wird die Notch zu einer Informationsquelle und ist kein störendes Objekt mehr. 

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Dass das Display nun „Always on“ ist, war dagegen keine Überraschung, ist aber ein begrüßenswertes Feature. Genauso wie der neue Bildsensor mit 48 Megapixeln für die Weitwinkelkamera, der 65 % größer ist als beim Vorgängermodell. Und da dieser Sensor vier Pixel zu einem kombinieren kann (Quad-Pixel-Sensor), hilft das zudem bei schlechten Lichtverhältnissen und kann auch als Telezoom dienen, indem er nur die mittleren 12 Megapixel verwendet. Die normale Telelinse gibt es zusätzlich weiterhin. Und bei Videoaufnahmen sorgt der neue Action-Modus für stabile Bilder. Das Herz des iPhone Pro hört auf den Namen A16. Der neue, im 4-Nanometer-Verfahren produzierte Prozessor soll sich nicht nur durch höhere Performance und bessere Energieeffizienz auszeichnen, sondern hat auch einen Image Signal Processor (ISP) eingepflanzt bekommen, der für die 48-Megapixel-Kamera zuständig ist. Diese ganze neue Power soll nicht zulasten der Ausdauer gehen, die sich im Vergleich zum iPhone 13 Pro sogar etwas verbessert hat. Was man bei den Preisen, die hierzulande zu bezahlen sind, leider nicht feststellen kann. Knapp 1.300 Euro ist der Mindestaufruf beim iPhone 14 Pro, das Max verlangt noch nach einem Aufschlag von 150 Euro. Also 150 beziehungsweise 200 Euro mehr als beim Vorgängermodell.

Alles in allem gab es viel Erwartetes, kleine Überraschungen und einen großen Tropfen bitterer Medizin in Form der gestiegenen Preise.

 

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