Autos, lukrativer Nebenjob: Intendantin gegen Kritik

Autos, lukrativer Nebenjob: Intendantin gegen Kritik

Die Technikdirektorin des Bayerischen Rundfunks steht wegen ihrer großzügigen Dienstwagennutzung – bezahlt aus Rundfunkbeiträgen – und ihrer mit 68.000 Euro honorierten Nebentätigkeit als Aufsichtsrat bei einem Stahlkonzern in der Kritik. Jetzt verteidigt die BR-Intendantin ihre Direktorin.

Katja Wildermuth , die Intendantin des Bayerischen Rundfunks, hat ihre Technikdirektorin Birgit Spanner-Ulmer gegen Kritik verteidigt . Vor wenigen Tagen wurde im Zuge des Patricia-Schlesinger-Skandals, der den rbb und nicht den BR betrifft, bekannt , dass Birgit Spanner-Ulmer, Technik-Direktorin des Bayerischen Rundfunks, auf einen Audi A7 mit gleich zwei bezahlten Fahrern zugreifen darf und zusätzlich einen Ford Mondeo Kombi als weiteres Fahrzeug zur Verfügung gestellt bekommt. Laut BILD verdient die Technik-Direktorin 266.000 Euro im Jahr. Die Fahrer chauffieren die Technik-Direktorin nicht nur zwischen ihrem Wohnsitz in Eichstätt und dem Arbeitsplatz in München, sondern auch auf privaten Fahrten. Der Mondeo wiederum stehe für die Fälle zur Verfügung, in denen die Technik-Direktorin ohne Chauffeur unterwegs sein will. Der Bund der Steuerzahler sieht das als Beispiel für “historisch gewachsene Ausgabenposten”, deren Notwendigkeit “dringend hinterfragt werden sollte”.

Wildermuth sagt nun, dass diese Kritik unbegründet sei. Der BR zitiert seine Chefin folgendermaßen: “Logistische und arbeitszeitrechtliche Umstände legten nahe, so die Intendantin, dass sowohl Fahrer als auch Auto im Wechsel zur Verfügung stehen. Es sei fälschlicherweise von zwei Fahrern und Dienstwagen berichtet worden, es gehe stattdessen um Wechselfahrer und Wechselfahrzeug.” Der Vertrag der Technikdirektorin stamme aus dem Jahr 2012, alle jüngeren Verträge mit Direktorinnen und Direktoren hätten solche Regelungen nicht mehr, behauptet Wildermuth.

Lukrativer Nebenjob

Doch mit Birgit Spanner-Ulmer ist noch ein weiteres Problem verbunden: Sie sitzt zusätzlich zu ihrer hauptberuflichen Tätigkeit als Technikdirektorin beim BR auch noch im Aufsichtsrat des Stahlkonzerns Salzgitter AG. 68.000 Euro erhielt Spanner-Ulmer dafür im Jahr 2021. Wildermuth erklärte, dass ihr Vorgänger Ulrich Wilhelm dieser Nebentätigkeit zugestimmt habe.

Spanner-Ulmer habe zugesichert, dass sie ihre Aufsichtsratstätigkeit im Urlaub ausüben würde und keine Ressourcen des BR in Anspruch nehmen würde. Wildermuth erklärte aber, dass Spanner-Ulmer im Frühjahr 2023 diesen Aufsichtsratsposten niederlegen wolle.

Rundfunkbeitrag: So viel verdienen Intendanten (Update: 15.000 Euro Pension)

Zum rbb-skandal äußerte sich BR-Intendatin Katja Wildermuth ebenfalls. Sie sei “ein Stück weit fassungslos und wütend”.

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