Bahn streicht Züge aus Bahn-App – das ist der Grund

Bahn streicht Züge aus Bahn-App - das ist der Grund

Wenn Sie Ihre nächste Zugfahrt mit bahn.de oder der DB Navigator App planen, dann kann es sein, dass diese Fahrt länger dauert, als es bisher der Fall war. Das ist der verblüffende Grund und so vermeiden Sie das Problem. Plus: Nachteile bei Entschädigungsansprüchen drohen.

Die Züge der Deutschen Bahn fahren ziemlich unpünktlich , die Verspätungen der Bahn sind dementsprechend ein Dauerbrenner in den Medien und die Bahn gibt das auch selbst zu: “Wir sind mit unserer Pünktlichkeit nicht zufrieden”. Jetzt greift die Bahn aber zu einer ungewöhnlichen Maßnahme, um das Reisen mit der Bahn besser planbar zu machen: Sie streicht etliche Anschlusszüge aus der Anzeige von bahn.de und der DB Navigator App.

Wörtlich schreibt die Deutsche Bahn: ” Wir machen das Reisen besser planbar. Damit Anschlusszüge zuverlässiger erreicht werden, achten wir in den Fahrplanmedien ab sofort auf großzügigere Umsteigezeit. Knappe Anschlüsse, die in der aktuellen betrieblichen Lage schwer erreicht werden können, zeigen wir jetzt schon bei der Planung und Buchung nicht mehr an. Das betrifft 800 Verbindungen .“ Oder wie es die Bahn auch formuliert: “Digitale Fahrplanmedien weisen ab sofort großzügigere Umsteigezeiten aus”.

Das bedeutet aber auch, dass die eine oder andere Fahrt nun zumindest laut Anzeige in der DB Navigator App oder auf bahn.de länger dauert, als es unter günstigen Umständen in der Praxis der Fall sein könnte. Denn wenn Sie wissen, auf welchem Gleis ein derart knapp bemessener Anschlusszug steht, können Sie ihn beim Umsteigen auf dem Bahnhof mit einem beherzten Sprint vielleicht doch noch erreichen und somit schneller an Ihr Ziel gelangen, als es die Bahn-App eigentlich anzeigt. Denn die knapp bemessenen Anschlusszüge werden ja nicht gestrichen, sondern sie werden nur nicht mehr angezeigt. Aber diese Züge fahren natürlich.

Tipp: Umsteigezeit in der App selbst einstellen

Sie können in der DB Navigator App unter “Optionen” die “Umsteigezeit” selbst einstellen. Die jetzt von der Bahn vorgenommene Änderung betrifft die Standardeinstellung “Normal”.

Negative Auswirkungen auf Entschädigungsansprüche

Wie die Tagesschau unter Berufung auf Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, berichtet, könnte sich die Änderung bei der Anzeige der Umsteigezeiten nachteilig auf die Entschädigungsrechte auswirken. Die Tagesschau schreibt : “Zeige der DB-Navigator sechs Minuten Umsteigezeit an, der erste Zug habe aber acht Minuten Verspätung, man verpasse seinen Anschlusszug und komme deswegen eine Stunde später ans Ziel, so bekomme man heute 25 Prozent des Ticketpreises erstattet. Wenn die Verbindung aber nicht mehr angezeigt werde und man sie trotzdem nehme, mache man das auf eigenes Risiko, sagt Naumann. Das Geld bekomme man dann nicht zurück.”

Rekorde, Rekorde, Rekorde

Die Bahn meldet zudem Rekorde bei der Auslastung: “Noch nie sind so viele Menschen so viele Kilometer ICE und Intercity gefahren wie in den vergangenen drei Monaten von Mai bis Juli 2022. Die Verkehrsleistung stieg gegenüber dem Rekordjahr 2019 noch einmal um rund drei Prozent an. Die Menschen fahren mit der Bahn weitere Strecken als noch vor der Pandemie. Besonders der Freizeit- und Urlaubsverkehr trägt zu dieser positiven Entwicklung bei. Auch der internationale Reiseverkehr hat sich im ersten Halbjahr dieses Jahres fast verdoppelt.”

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