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Bandwerk: Wenn Apple Watch auf Juwelier trifft

Die Firma Bandwerk entstand als eine Schnapsidee, die sofort bei den Kunden zündete. Wir waren bei den Gründern zu Gast.

Dass Apple in seinem Universum immer wieder neue Arbeitsplätze schafft, lässt der Konzern in regelmäßigen Pressemitteilungen wissen. Doch manche Gründungsgeschichte aus dem Dunstkreis Apples liest sich wie eine Wiederholung der Jobs-Wozniak-Saga, nur eben in München-Maxvorstadt und im Jahr 2015 statt im Silicon Valley des Jahres 1976.  

Denn die Firma Bandwerk entstand hinter einer Bank in einem Hörsaal der Universität, als einer der Gründer, Vincent Wronski die Vorstellung der Apple Watch per Stream verfolgte. Für ihm kamen plötzlich zwei Welten von Interesse zusammen, die vorher keine Berührungspunkte hatten: Apples Technologie und Leidenschaft für klassische Uhren. 

Wie so oft sind die letzten Minuten auf einer Apple-Keynote die enttäuschendsten für Fans des Unternehmens, wenn es Preise und Verfügbarkeitsdaten nennt. „Als Student war das klassische Lederarmband von Apple für den Preis von 170 Euro außerhalb von meinem Budget“, so Wronski. Gleichzeitig ist ihm der Preisunterschied für Apple-Produkte und vergleichbare Erzeugnisse beim Juwelier irgendwo in der Münchner Innenstadt aufgefallen: Ein gutes Armband für die teure Rolex oder dergleichen aus deutscher Manufaktur und Qualitätsleder kostete im Bereich von 80 Euro. Kurzerhand hat sich der Student entschieden, sich ein solches Armband für seine künftige Apple Watch selber zu basteln, genauer gesagt, bei einer Manufaktur fertigen zu lassen. Die Adapter und die passende Schließe hat sich der Student im Online-Handel besorgt. Als er das fertige Armband in seinen Händen hielt, kam die Idee: „Hey, wenn ein Einzelexemplar die Hälfte kostet als bei Apple und eine vergleichbare Qualität anbietet, warum nicht ein paar Stück an andere verkaufen?“ Bandwerk wurde geboren.  

Ein “technischer Fehler” gleich beim Start

Um die Firma zu gründen hat Vincent Wronski noch Jonas Burgman – einen „sehr guten Telefonierer“ mitgebracht. Nach einigen Vorbereitungsarbeiten wie der Suche der entsprechenden Manufaktur konnte die Webseite mit dem eigenen Shop online gehen. Wronski hat Geophysik studiert und kein Marketing, deswegen hat er einfach ein paar deutsche Blogs mit dem Schwerpunkt Apple angeschrieben, ob sie nicht die neuen Armbänder testen wollen. Unter den Adressaten waren die Kollegen von „iPhone-Ticker“, sie haben auf die Anfrage nicht geantwortet, sondern gleich eine kleine Meldung daraus gemacht. Wronski saß grade in der U-Bahn, als das Handy bimmelte und eine Bestellungs-Mail eintrudelte. Der Student hielt das für einen Fehler: Irgendjemand musste im Backend an dem Shop herumfuhrwerken, sodass die Bestätigungs-Mail abgeschickt wurde. Nach ein paar Minuten trudelte eine nächste Bestellmail ein, und dann wieder die nächste und noch eine. Nach ein paar solchen Nachrichten wurde ihm klar, dass das echte Bestellungen von echten Menschen sind. „Als ich die Firma gründete und mit dem Steuerberater die Unterlagen ausfüllte, hatte ich einen monatlichen Umsatz von 400 Euro angegeben. An dem ersten Tag haben wir knapp 1600 Euro umgesetzt und waren ausverkauft. Das war fast das gesamte Startkapital der Firma, dieses betrug 2000 Euro inklusive noch knapp 400 Euro für die Apple Watch.“ Ab dem Zeitpunkt wurde Wronski klar, dass seine Idee, hochwertige Armbänder für einen erschwinglichen Preis zu verkaufen, zukunftsfähig ist. Tatsächlich produziert die Firma momentan nicht nur Armbänder, sondern auch Airtags-Anhänger, iPhone-Hüllen mit Magsafe, Airpods-Hüllen und mehr .

Alter Porsche neu belebt

Eine Besonderheit bei Bandwerk sind die sogenannten Special Editions , die Armbänder aus einer Innenausstattung in einem Oldtimer. Die Linie ist entstanden, als sich die beiden Gründer nach einiger Zeit zusammensetzten und sich verschiedene Ideen „an den Kopf warfen“. „Der Hintergedanke dabei war, bei welcher Zielgruppe können wir deren Emotionen bedienen und diese auf die Apple Watch übersetzen. Schnell kam das Thema Oldtimer hervor, nur wussten wir halt nicht, wo wir anfangen können. Jonas (Burgmann – Anm. d. Redaktion) hat sich eine Excel-Liste mit den Oldtimer-Sattlereien zusammen gestellt und begann, diese abzutelefonieren. Die dreißig ersten haben abgesagt, ich hätte schon längst diese Idee verworfen, doch Jonas blieb hartnäckig, bis er einen Oldtimer-Sattler in Unterhaching herausgefunden hat, der fand die Idee auch witzig“, so beschreibt Wronski den Anfang von Special Editions. 

Das Innenpolster aus Leder wird dadurch aufgewertet, je nach Zustand und Größe können daraus 80 bis 200 Armbänder entstehen. Die erste Special Edition aus einem Porsche hatte ein paar Wochen gebraucht, bis das letzte Armband den Inhaber wechselte. Eine der letzten Kollektionen, Dakar Special Edition, wurde in drei Minuten ausverkauft. Manche Kunden waren richtig enttäuscht und haben „etwas ungehalten“ reagiert. Nach Wronski sind ihm negative Gefühle wie Enttäuschung lieber, als wenn den Kunden ein neues Produkt völlig egal wäre. Die ersten Bestellungen bei Dakar-Edition waren fast alle per Apple Pay getätigt, wer also schnell sein will, soll Apples Bezahldienst zumindest in Erwägung ziehen.  

Firma in Münchner Innenstadt

Dass in München-Maxvorstadt eine Manufaktur-Firma ihren Sitzt haben kann, ist kaum vorstellbar, ist doch in der Innenstadt die Fläche knapp und teuer. Bandwerk hat über Bekannte ein altes Schwimmbad angemietet, wo die Konzepte der neuen Armbänder entstehen und die fertigen Produkte verpackt und verschickt werden. Die Armbänder selbst werden von Produktionspartner teils in Deutschland, teils in Italien produziert, der letzte Schliff wie Adapter und Schließen findet direkt bei Bandwerk statt. Direkt vor Ort kann man die Produkte nach Wunsch individualisieren, Bankwerk verkauft beispielsweise individualisierte Airtags-Anhänger.  

Vor kurzem hat die Firma eine weitere neue Serie gestartet, die sogenannte Artline-Edition : Die Werke eines Künstlers, aktuell vom Jean-Michel Basquiat, werden in die Sprache von einem Armband übersetzt und so verkauft.  

Bandwerk unterscheidet sich angenehm von den üblichen Startups durch ihre Bodenständigkeit und wenig leeren Marketingsprechs. So sind sie den beiden Steves, Jobs und Wozniak, deutlich näher, ihr Studium haben die beiden Gründer ebenfalls für ihre Firma aufs Eis gelegt.  

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