Business-Notebook-Kaufberatung: So finden Sie zum optimalen Firmenlaptop

Business-Notebook-Kaufberatung: So finden Sie zum optimalen Firmenlaptop

Sie suchen ein Business-Notebook, das den Rockstar in Ihnen weckt? Mit unserem Kaufratgeber kein Problem.
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Foto: Nomad_Soul – shutterstock.com

Laptops für Unternehmen sind nicht für Gaming oder den Konsum von Netflix konzipiert. Sie sollen solide Werkzeuge sein, die den Menschen helfen, ihre Arbeit zu erledigen. Deshalb sind Aspekte wie Zuverlässigkeit und Langlebigkeit wichtig. Die Modelle sind in der Regel über mehrere Jahre hinweg erhältlich, damit Firmen sie über längere Perioden nachkaufen können. Die Anbieter versprechen oft, Ersatzteile für mindestens fünf Jahre auf Lager zu halten.

Diese Zuverlässigkeit hat ihren Preis: Ein typisches Business-Notebook kann 20 bis 30 Prozent mehr kosten als ein Consumer-Modell, obwohl sich die Spezifikationen vielleicht gar nicht so stark unterscheiden. Andererseits gibt es oft Raum für Verhandlungen: Bei großen Bestellungen können Unternehmen Mengenrabatte erzielen. Je mehr die Kunden von einem oder einigen wenigen Modellen bestellen, desto besser ist ihre Ausgangssituation, um einen guten Preis oder Extras zu erhalten – beispielsweise eine verlängerte Garantie. Bei einer erwarteten Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren bieten Anbieter für Business-Notebooks der mittleren und oberen Preisklasse oft statt einer einjährigen Standardgarantie eine Gewährleistung über drei Jahre.

Viele Unternehmen setzen bei der Anschaffung von PCs auch auf Leasing: Modelle wie Device-as-a-Service (DaaS) oder PC-as-a-Service (PCaaS) sind beliebte Wege, um hohe Investitionskosten in kalkulierbare monatliche Ausgaben umzuwandeln, wobei der Kostenaufschlag über die Laufzeit hinweg gar nicht hoch sein muss. Manchmal entfällt er auch ganz.

Die Auswahl an Laptops, die sich für den Business-Einsatz eignen, ist überwältigend. Sie reicht von eleganten, ultraleichten Tablets bis hin zu tragbaren Workstations. IT-Entscheider dürften die Auswahl der richtigen Endgeräte als die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen empfinden. Wir haben Ihnen deshalb einen Einkaufsführer in verschiedenen Kategorien zusammengestellt, der technische Details sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile der Geräte aufzeigt. Dabei stellt unser Leitfaden Windows-Systeme in den Mittelpunkt, obwohl inzwischen viele Unternehmen auch auf Apple MacBooks setzen, manche auch auf Google Chromebooks. Obwohl diese Geräte bei IT-Einkäufern nicht so beliebt sind, haben sie doch ihren Platz in modernen Unternehmen gefunden.

Egal, ob es sich um ein Ultrabook mit nur einem Kilogramm Gewicht oder eine vier Kilo schwere portable Workstation handelt, schenken die meisten Käufer dem Prozessor die größte Aufmerksamkeit. Windows-Systeme verwenden in der Regel Intel- oder AMD-Prozessoren, auch wenn einige wenige ARM-basierte CPUs in ultraleichten Systemen eingesetzt werden.

CPU

Welchen Prozessor Sie benötigen, hängt von den Aufgaben der jeweiligen Anwender ab. Personal am Empfang eines Unternehmens oder Beschäftigte im Callcenter dürften mit einem Chip aus Intels i3-Reihe beziehungsweise einem Ryzen-3-Prozessor gut zurecht kommen. In der Mittelklasse finden sich zumeist Intels Core-i5- und Core-7-Chips sowie Ryzen-5 oder Ryzen-7-CPUs von AMD. Wer allerdings Rechenleistung satt braucht, wie zum Beispiel Grafikdesigner, sollte besser auf Highend-Chips wie den Intel Core-i9, AMDs Ryzen 9 oder Apples M2-Chip setzen.

RAM

Hauptspeicher, von dem etwa abhängt, wie schnell und gut Websites angezeigt, Excel-Berechnungen ausgeführt oder CAD-Bilder dargestellt werden, steht bekanntlich in verschiedenen Größen und Geschwindigkeiten zur Verfügung. Mehr RAM bedeutet in der Regel eine bessere Leistung. Für einen Geschäftscomputer sind 4 GB RAM das absolute Minimum, auch für Käufer mit knappen Budget. Für typische Büroangestellte sind 16 GB RAM ausreichend. Spendieren Sie Ihren Usern 32 GB, werden Sie bei ihnen einen Stein im Brett haben. Achtung: Wenn Sie mit weniger Arbeitsspeicher starten wollen, später aber einen Ausbau planen, sollten Sie darauf achten, dass der Rechner mindestens einen freien Steckplatz für ein weiteres RAM-Modul bereithält.

Speicherplatz

Statt der herkömmlichen Festplatte (HDD) sollten heute standardmäßig Solid-State-Laufwerke (SSDs) zum Einsatz kommen. Sie sind zwar immer noch etwas teurer, dafür aber auch schneller und robuster. Sie verbrauchen weniger Strom und finden sich in den neueren Laptop-Modellen nahezu flächendeckend. Das absolute Minimum stellt eine 128-GB-SSD dar. Soll es doch eine Festplatte sein, ist 1 Terabyte (TB) heute die Minimalausstattung.

Akku

Notebooks verwenden heute durch die Bank Lithium-Ionen-Akkus. Hier sollten Unternehmen großzügig sein und ihren Beschäftigten ein Powerpack mit einer Kapazität von 3.500 Milliamperestunden (mAh) gönnen. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Remote Worker ihre Arbeit aus Strommangel unterbrechen müssen. Doch Vorsicht: Die Kapazität des Akkus allein ist nicht ausschlaggebend für die Betriebsdauer. Große Displays, ältere Prozessoren und mechanische HDDs sind Stromfresser, die auch einen Hochleistungsakku schnell schlapp machen lassen. Achten Sie deshalb immer auch auf die Herstellerangaben zur Akkulaufzeit.

Bildschirm und Formfaktor

Während ein Tablet mit einem 11,5-Zoll-Display auskommen kann, sind bei Laptops 13,3 bis 16 Zoll große Bildschirme die Norm. Einige Modelle sind bis zu 17,3 Zoll groß sind. Generell gilt: Je höher die Bildschirmauflösung, desto besser. Das ist allerdings eine Budgetfrage. Vor allem an grafikorientierten Arbeitsplätzen darf nicht gegeizt werden. Die Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) sollte bei allen Systemen das Minimum sein.

Viele Windows-Laptops, auch solche mit einem Standard-Klappgehäuse, verfügen inzwischen über einen Touchscreen. Das kann beispielsweise für einen Designer, der ein Produkt skizzieren will, einen Vermarkter, der eine neue Kampagne vorstellen möchte, oder einen Verkäufer, der eine grobe Landkarte aufzeichnet, von Vorteil sein. Wir haben den Hybriden aus Laptop und Tablet ein eigenes Kapitel in unserem Leitfaden gewidmet. Notiz am Rande: Apple bietet für seine MacBooks keine Touchscreens an.

Sicherheit und Verwaltungskomponenten

Wer Windows-PCs verwendet, sollte Systeme mit dem Sicherheits-Chip Trusted Platform Module (TPM) und einer biometrischen Authentifizierungsmethode wählen. Bei letzterer kann es sich etwa um ein Fingerabdruck-Lesegerät oder eine für Gesichtserkennung brauchbare Kamera handeln, die Microsofts Windows Hello for Business für die sichere, passwortlose Anmeldung nutzt. Auch viele Chromebooks verfügen über ein TPM und einen Fingerabdruckleser. Macs bieten zwar kein TPM, haben aber ihr eigenes Sicherheitssystem, einschließlich Fingerabdruck-Scanner.

Business-Laptops sollten auch Verwaltungsfunktionen mitbringen, beispielsweise die Möglichkeit, die Intel-vPro-Prozessor-Erweiterungen zu nutzen. Sie dienen dazu, dass IT-Administratoren Systeme aus der Ferne diagnostizieren und aktualisieren können.

Betriebssystem

Die meisten IT-Abteilungen entscheiden sich heute für Laptops mit Windows 10 oder Windows 11 Pro. Diese Versionen bringen Sicherheitsfunktionen mit, die den Windows-Home-Editionen abgehen. Dazu gehören etwa die Laufwerksverschlüsselung Bitlocker, und verschiedene Tools für Verwaltung und Bereitstellung, darunter Mobile Device Management, Azure Active Directory Join und Windows Update for Business. Sicherheit und Verwaltbarkeit auf hohem Level erhalten Unternehmen mit Windows 10 oder 11 Enterprise. Die Varianten sind nur mit einem Volumenlizenzvertrag erhältlich.

Auch das Apple-Betriebssystem macOS verfügt über starke Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen für Unternehmen. Generell sind die Apple-Rechner inzwischen weitgehend Business-ready. So können die heute gängigen Unified-Endpoint-Management-(UEM-)Systeme sowohl Windows-PCs als auch macOS-Geräte verwalten. Beliebte Business-Anwendungen gibt es in der Regel auch für den Mac. Lediglich Unternehmen, die ältere Windows-Programme verwenden, könnten Schwierigkeiten bekommen. Sie sollten darauf vorbereitet sein, in VM-Software von Parallels oder VMware zu investieren, damit Mac-Benutzer auch solche Apps ausführen können.

Die meisten UEM-Plattformen sind übrigens auch in der Lage, ChromeOS-Geräte zu verwalten. Ebenso können Unternehmen Chromebooks über die Google-Admin-Konsole bereitstellen und managen. Jede Webanwendung, die im Chrome-Browser läuft, funktioniert problemlos auf einem Chromebook, und die Überprüfung von Anwendungen durch den Google Chrome Web Store macht ChromeOS-Geräte weniger anfällig für Malware. Die heutigen Chromebooks können sowohl Android– als auch Linux-Apps ausführen. Mit der VM-Software von Parallels können sie auch Windows-Apps ausführen.

Zubehör

Egal für welche Rolle der Laptop vorgesehen ist: Fast immer müssen zusätzliche Anschaffungen gemacht werden. Planen Sie ein höheres Budget ein, denn Sie werden Dinge wie einen USB-Hub brauchen, um aus einem Anschluss drei oder vier zu machen, und/oder ein zusätzliches Netzteil, eine Docking-Station und eine gepolsterte Notebook-Tasche.

Ein Business-Gerät sollte sich an den Bedürfnissen der Nutzer orientieren. Keine gute Idee ist eine zu kleine Dimensionierung. Es gibt auch keinen Sinn, einem Vertriebler eine vier Kilo schwere Workstation mit auf die Reise zu geben oder einen Videoproduzenten mit einem Billig-Notebook abzuspeisen.

Im Folgenden möchten wir Ihnen sechs Kategorien von tragbaren Rechnern näherbringen:

  1. Mainstream Business-Notebooks

  2. Preiswerte Systeme

  3. Ultrabooks

  4. 2-in-1-Geräte (Laptop-Tablet-Hybride)

  5. Performance-orientierte mobile Workstations

  6. Rugged Laptops (robuste Geräte für den Außeneinsatz)

Jede dieser Kategorien ist für bestimmte Aufgaben von Nutzern sinnvoll einsetzbar. Die Grenzen zwischen dieses Geräteklassen sind fließend.

1. Mainstream Business-Notebooks

Mainstream-Notebooks für Unternehmen bieten eine große Vielfalt an Funktionen und Zusatzfunktionen, aber die Kosten können beträchtlich werden. Mit Preisen zwischen 500 Euro und 2.500 Euro oder mehr, machen solche Notebooks das Gros der im Geschäftsleben eingesetzten Laptops aus. Die meisten Mitarbeitenden verwenden sie, um beispielsweise gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten, Excel-Kalkulationen zu prüfen, an Videokonferenzen teilzunehmen oder online zu recherchieren.

Der Schwerpunkt sollte hier auf Zuverlässigkeit und Flexibilität liegen. Es geht darum, eine breite Palette von Aufgaben erledigen zu können. Im Vergleich zu den preiswerten Systemen (siehe unten) bieten Mainstream-Laptops mehr Leistung, bessere Bildschirme und einige Annehmlichkeiten, die die tägliche Arbeit erleichtern. Allerdings sind sie weniger leistungsfähig als mobile Workstations und schwerer als Ultrabooks.

Es gibt Dutzende von Mainstream-Windows-Notebooks – wir ordnen das MacBook Pro (13 Zoll) ebenfalls in diese Kategorie ein. Während die meisten Chromebooks aufgrund ihrer niedrigen Einstiegspreise eher in der Low-Budget-Kategorie angesiedelt sind, lassen sich doch einige Modelle mit High-End-CPUs, hintergrundbeleuchteten Tastaturen und Fingerabdrucklesern konfigurieren, womit sie dann ebenfalls in den Mainstream-Bereich fallen.

Ein klassisches Mainstream-Notebook ist das in vielfältiger Ausstattung erhältliche HP Elitebook 840.
Ein klassisches Mainstream-Notebook ist das in vielfältiger Ausstattung erhältliche HP Elitebook 840.
Foto: HP Inc.

Ein Beispiel: Synchrony Financial, das einstige Kreditkarten-Unternehmen von GE Capital, schickte seine 6.000 Callcenter-Agenten in den ersten Tagen der Pandemie in die Home-Offices. Das Unternehmen stattete sie mit Chromebook-Enterprise-715-Systemen von Acer aus. Aufgrund des unkomplizierten Designs und den Remote-Verwaltungsfunktionen über die Google-Konsole dauerte die Einführung nur wenige Wochen, einschließlich der Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Thin-Client-Software von Citrix verband die Chromebooks mit dem Rechenzentrum von Synchrony und schuf so eine virtuelle Arbeitsumgebung für die Beschäftigten im Callcenter.

Bei Mainstream-Notebooks stehen die Bildschirme im Mittelpunkt. Mit Größen von 12,5 bis 16,2 Zoll bieten sie mindestens eine Full-HD-Auflösung, wobei ein Übergang zu noch höher auflösenden Screens feststellbar ist. Beispielsweise bringt das Microsoft Surface Laptop 5 in der 13,5-Zoll-Version eine Auflösung von 2256 x 1504 Pixeln mit. Beim 15-Zoll-Modell liegt die Auflösung bei 2496 x 1664. Das ist vergleichbar mit dem Retina-Display im MacBook Pro 13 Zoll (2560 x 1600).

Eine weitere Option sind OLED-Displays (Organic Light-Emitting Diode). Hier funktioniert jedes Pixel wie eine winzige Glühbirne, was zu besonders scharfen und hellen Bildern führt. Im Gegensatz dazu strahlen herkömmliche Flüssigkristallbildschirme (LCDs) Licht durch ein Panel, das die Bilder erzeugt. Schärfe und Helligkeit werden dadurch eingetrübt. Bei den Bildschirmen können auch Sicherheitsaspekte ein Thema sein. HP bringt mit seinem Display Sure View Reflect Privacy eine Option für das EliteBook 840 G9. Die Technik sorgt dafür, dass Bildschirminhalte von der Seite nicht einsehbar sind – was etwa bei einer Zugfahrt oder im Cafè von Vorteil sein kann.

Das Asus Zenbook Pro 15 bietet ein besonders scharfes und helles OLED-Display.
Das Asus Zenbook Pro 15 bietet ein besonders scharfes und helles OLED-Display.
Foto: Asus

Mainstream-Windows-Laptops werden in der Regel von den Intel-Core-Chips i3, i5, i7 oder von AMD-Ryzen-CPUs angetrieben. Im MacBook Pro (13 Zoll) von Apple werkelt indes ein hauseigenes M2-ARM-basiertes System-on-a-Chip mit acht Rechen- und zehn Grafikkernen. Hochwertige Chromebooks wie das HP Elite Chromebook Enterprise C1030 sind mit einem Core i7-Prozessor ausgestattet. Während die meisten Mainstream-Notebooks eine integrierte Grafikkarte mitbringen, lassen sich einige auch mit einer diskreten Grafikkarte ausstatten – was allerdings die Kosten gleich einmal um ein paar Hundert Euro anheben kann.

Fast alle Mainstream-Modelle bieten heute statt einer rotierenden Festplatte ein kleineres, robusteres und energieeffizienteres SSD-Laufwerk, das zwischen 128 GB und 1 TB Speicherplatz bietet. Der Hauptspeicher liegt in der Regel bei vier bis 16 GB. Obwohl Mainstream-Laptops nicht annähernd so widerstandsfähig sind wie Modelle der Kategorie “Robuste Geräte”, erfüllen doch einige die strengen MIL-STD-810-Normen für Widerstandsfähigkeit.

Mainstream-Laptops machen in den meisten Betrieben den Großteil der eingesetzten Geräte aus, weshalb Sicherheit und Remote Management von größter Bedeutung sind. Einkäufer sollten auf ihrer Checkliste für zu beschaffende Windows– und ChromeOS-Geräte daher einen Intel vPro-Prozessor, ein TPM und eine biometrische Identifizierung haben – auch wenn das die Kosten deutlich anhebt.

Mainstream-Notebooks bringen in der Regel eine 1080p-Webcam für Videokonferenzen mit und bieten eine Reihe von Anschlüssen, darunter USB 2.0 und 3.0, USB-C, HDMI und Ethernet, sowie die neuen schnellen und sicheren Drahtlos-Optionen 802.11ax-WLAN und Bluetooth 5.2. Zu den weiteren Annehmlichkeiten gehören eine hintergrundbeleuchtete Tastatur, eine Option für eine mobile 5G-Datennetzwerkkarte und mitunter Hochgeschwindigkeits-Thunderbolt-4-Anschlüsse.

Die angebotenen Geräte bewegen sich überwiegend in der Gewichtsklasse zwischen 1,5 und 2,5 Kilo. Die Modelle sind schlanker und leichter als Billig-Notebooks, können aber dennoch beispielsweise für Vielflieger, die nach ultradünnen und -leichten Geräten suchen, wie ein Klotz am Bein wirken.

Mainstream-Laptops im Überblick:

2. Preiswerte Systeme

Wenn ein günstiger Preis das wichtigste Kriterium ist, müssen Unternehmen in Sachen Rechenpower, Gewicht und auch Sicherheit Abstriche machen. Dennoch wollen viele Betriebe, gemeinnützige Organisationen oder Bildungseinrichtungen auf einfache Budget-Notebooks nicht verzichten. Hier greifen viele auch zu Geräten, die sich eher an Privatkunden richten. Die Preise liegen meist zwischen 300 und 600 Euro, manchmal sind auch Schnäppchen von 150 Euro zu machen. Solche Geräte sind in den Firmen an verschiedensten Stellen zu finden, vom Empfangstresen bis hin zum Callcenter.

Um Laptops zu günstigen Preisen anbieten zu können, müssen die Hersteller an der Ausstattung geizen. So sind die Billigmodelle oft mit einer herkömmlichen Festplatte (1TB) ausgestattet, höchstens aber mit einer kleinen SSD (64 bis 128 GB). Sie bieten überwiegend nur einen 4-GB-RAM-Speicher. Einen aktuellen Core-i5- oder i7-Prozessor von Intel dürfen Kunden nicht erwarten. In dieser Kategorie kommen bestenfalls eine Core i3-CPU von Intel oder Ryzen-3-Prozessoren von AMD zum Einsatz. Manchmal werkeln in der Budget-Klasse sogar noch ältere Chips wie Pentium oder Celeron von Intel beziehungsweise Athlons von AMD. Diese Modelle sind mittlerweile allerdings so veraltet, dass Sie sie besser gleich von Ihrer Einkaufsliste streichen sollten.

Lange haben Windows-Systeme diese Kategorie dominiert, inzwischen sind vor allem in den USA auch Chromebooks zu einer Alternative geworden. Sie bieten eine Menge Computer zum kleinen Preis. Günstige Chromebooks bieten in der Regel eine 32 bis 128 GB große SSD und 4 GB Arbeitsspeicher. Einige sind mit ARM-basierten Prozessoren wie dem MediaTek 8183 ausgestattet.

Low-Budget-Laptops werden in der Regel mit Displays in der Größe von 11,6 bis 15,6 Zoll geliefert, wobei das HP Laptop 17z sogar einen 17,3-Zoll-Bildschirm bietet. Die native Auflösung für preiswerte Windows-Geräte beträgt meistens 1280 x 800 oder 1366 x 768 Pixel, erreicht also nicht Full HD (1920 x 1080) – auch wenn manche Chromebooks Full-HD-Displays mitbringen.

Der Dell Inspiron 15 3000 Laptop gehört zu den etwas teureren, dafür leistungsfähigeren Modellen der Budget-Laptops.
Der Dell Inspiron 15 3000 Laptop gehört zu den etwas teureren, dafür leistungsfähigeren Modellen der Budget-Laptops.
Foto: Dell Technologies

Die Geräte sind meist etwa 2,5 Zentimeter dick und wiegen rund 2,5 Kilo – sind also nicht die optimalen Reisebegleiter. Chromebooks wiegen mit 1,5 bis zwei Kilo in der Regel etwas weniger. Die preiswerten Geräte bieten grundlegende Funktionen wie Wi-Fi und Bluetooth, HDMI-, Ethernet- und USB-Anschlüsse. Sie verzichten aber auf Extras wie Display mit Touchscreen-Funktionalität oder eine Full-HD-Webcam. Für Videokonferenzen müssen sich Nutzer oft mit einer 720p-Kamera zufriedengeben – oder sie installieren eine externe Kamera.

Von den günstigen Laptops bieten die wenigsten Sicherheits- und Verwaltungskomponenten wie einen TPM-Chip oder vPro-Prozessorerweiterungen. Beim Kauf von Chromebooks sollten Kunden auch darauf achten, wie lange sie für ihre Geräte Software-Updates erhalten.

Günstige Windows-Modelle werden manchmal mit der Windows 10 oder 11 Home Edition ausgeliefert, das kann den Preis eines Systems um bis zu 50 Euro senken. Obwohl die Home-Editionen grundlegende Sicherheitsfunktionen wie Geräteverschlüsselung und sicheres Booten enthalten und Windows-11-Home-Geräte über ein TPM 2.0-Modul verfügen, fehlt es diesen Modellen an Sicherheit, Verwaltbarkeit und Bereitstellungsunterstützung auf Unternehmensniveau. IT-Abteilungen können die Systeme von Windows 10 und 11 Home nur bis zu einem gewissen Grad schützen, indem sie diese im S-Modus laufen lassen, um Sicherheit und Leistung zu erhöhen. Benutzer dürfen Apps dann nur aus dem Microsoft Store installieren und müssen Microsofts Edge-Browser einsetzen.

Unabhängig davon, ob es sich um Windows– oder ChromeOS-Modelle handelt: Jedes Budget-System reicht aus, um Dokumente zu erstellen, E-Mails zu bearbeiten, im Internet zu surfen oder Online-Formulare zu verarbeiten. Anwender werden allerdings enttäuscht, wenn sie prozessorintensive Aufgaben wie multimediales Arbeiten mit PowerPoint oder Videobearbeitung angehen wollen. Für diese Aufgaben sind Benutzer mit einem Mainstream-Modell besser bedient.

Preiswerte Laptops im Überblick:

  • Zielgruppe: Berufstätige, die mit wenig Rechenleistung, Arbeitsspeicher und Speicherplatz auskommen

  • Vorteile: Niedriger Preis, ausreichende Leistung und Akkulaufzeit für einfache Aufgaben, einfaches Design bei Chromebooks

  • Nachteile: Die Windows-Geräte sind schwer und klobig, oft enthalten sie ältere Komponenten und vielen fehlen die neuesten Sicherheits-Features

  • Preisspanne: 150 bis 600 Euro

  • CPU: Intel Celeron, Pentium, Core i3; AMD A-Serie, Ryzen-3-Serie; ARM-basierte Prozessoren

  • RAM: 4 GB

  • Speicherplatz: 1TB HDD oder 32 GB bis 128 GB SSD

  • Bildschirmgröße: 11,6 bis 17,3 Zoll.

  • Native Auflösung: 1280 x 720 bis 1920 x 1080

  • Anschlüsse und Konnektivität: USB 2.0/3.0 und C, HDMI, VGA, Ethernet, 802.11ac Wi-Fi, Bluetooth 4.0/5.0

  • Gewicht: 1,5 bis 4 Kilo

  • Beispiele: Acer Aspire 5, Dell Inspiron 15 3000, HP Chromebook 11a, HP Laptop 17z, Samsung Chromebook 4+

3. Ultrabooks

Viele Anwender lieben leichte, leistungsstarke Notebooks, sogenannte Ultrabooks. Leisten können sie sich vor allem Führungskräfte. Die marktgängigen Modelle bieten viele Merkmale der beschriebenen Mainstream-Systeme, allerdings in kleineren, reisefreundlicheren Paketen – das aber oft zu einem stolzen Preis. Ultrabooks sind in der Regel etwa 1,3 Zentimeter dick und bieten ein ausgewogenes Verhältnis von Akkulaufzeit und Leistungsfähigkeit.

Die ultraschlanken Windows-Varianten verwenden häufig AMD-Ryzen-5 oder -7 beziehungsweise Intel-Core-i3-, i5- und i7-Prozessoren der Mittelklasse. ARM-basierte Chips wie der Snapdragon 8cx von Qualcomm und die M1- und M2-Prozessoren von Apple glänzen in dieser Kategorie aufgrund ihres geringen Energieverbrauchs. Die Angaben der Hersteller zur Akkulaufzeit sind allerdings immer mit Vorsicht zu genießen. Apple gibt an, dass sein MacBook Air mit M2-Prozessor mit einer Akkuladung bis zu 18 Stunden auskommt. Das ThinkPad X13 von Lenovo soll – betrieben mit einem Qualcomm Snapdragon-8cx-Prozessor – sogar 28 Stunden durchhalten.

Da Ultrabooks oft von Führungskräften mit Verbindung zu den Unternehmensservern eingesetzt werden, wird Sicherheit hier besonders ernst genommen. Die entsprechenden Intel-Modelle enthalten meist Intel vPro und den TPM-Chip. Das ThinkPad X13s geht – vorausgesetzt, es ist mit Windows 11 ausgestattet – einen anderen Weg und nutzt neben TPM auch Microsofts Sicherheitssystem Pluton. Dieses setzt auf die Secure Computing Unit (SCU) des Snapdragon-Prozessors, um die Software auf dem System vor Kompromittierung zu schützen und authentifizierte Windows-Updates direkt von Cloud-Servern laden zu können.

Reisen mit leichtem Gepäck: Das ThinkPad X13 von Lenovo gehört zur Kategorie der Ultrabooks, die das möglich machen.
Reisen mit leichtem Gepäck: Das ThinkPad X13 von Lenovo gehört zur Kategorie der Ultrabooks, die das möglich machen.
Foto: Lenovo

Das typische Design von Ultrabooks sieht ein 12,5 bis 13,3 Zoll großes Display in Full-HD- oder Ultra-HD-Auflösung (3840 x 2160) vor. Einige Hersteller bieten OLED-Bildschirme, viele zudem eine Touchscreen-Option. Das geringe Gewicht geht Hand in Hand mit einem schlanken Profil. Das 13,3 Zoll große Galaxy Book2 Pro von Samsung wiegt beispielsweise nur 885 Gramm und ist knapp 1,2 Zentimeter dick.

Die Flundern unter den Tragbaren werden in der Regel mit 8 bis 16 GB Arbeitsspeicher, integrierter Intel- oder AMD-Grafik sowie einer SSD mit einer Kapazität von 128 GB bis 512 GB geliefert. Die Systeme verfügen über Luxusmerkmale wie High-End-Audio, Full-HD-Webcams und beleuchtete Tastaturen.

Die meisten Ultrabooks nutzen 802.11ac Wi-Fi für die Internetverbindung, und sie bieten weniger Anschlüsse als Mainstream-Systeme. Während einige Modelle einen HDMI-Anschluss für ein Display oder einen Projektor mitbringen, kommen andere mit nur einem einzigen USB-Anschluss zum Anwender. Deshalb sollten Nutzer immer einen USB-Hub dabei haben.

Ultrabooks auf einen Blick:

  • Zielgruppe: Die mobile Power-Elite, für die jedes überflüssiges Gramm und jeder Zentimeter zuviel eine Zumutung darstellen

  • Vorteile: Schlank und leicht, Touchscreen verfügbar, Sicherheit auf hohem Niveau

  • Nachteile: Teuer, manchmal kurze Akkulaufzeit, wenige Anschlüsse

  • Preisspanne: 1.100 bis 2.500 Euro

  • CPU: Intel Core i3, Core i5, Core i7, AMD Ryzen 5 oder 7, Apple M1/M2, Snapdragon 8cx

  • Arbeitsspeicher: 8 bis 16 GB

  • Speicher: 128 bis 512 GB SSD

  • Bildschirmgröße: 12,5 bis 13,3 Zoll

  • Native Auflösung: 1920 x 1080 bis 3840 x 2160

  • Anschlüsse und Konnektivität: USB 3.0 und C; HDMI; 802.11ac Wi-Fi; Bluetooth 5.2

  • Gewicht: 900 bis 1.300 Gramm

  • Beispiele: Apple MacBook Air, Asus Zenbook S 13 OLED, HP Elite Dragonfly G3, HP Pro c640 G2 Chromebook Enterprise, Lenovo ThinkPad X13s, Samsung Galaxy Book2 Pro

4. 2-in-1-Geräte

Die Hybriden aus Laptop und Tablet erlauben es den Benutzern entweder, die Tastatur mittels eines 360-Grad-Scharniers vollständig umzuklappen (Convertible) oder sie vom Display zu trennen. So gibt es zahlreiche Tablets, die nach Bedarf um eine ansteckbare Tastatur erweitert werden können. Das macht sie zu leichten Geräten, die besonders gerne mit auf Reisen genommen werden. Sie wiegen in der Regel nur 450 bis 900 Gramm und bieten einen Full-HD- oder einen höher auflösenden Bildschirm in der Größe von zehn bis 13,3 Zoll.

Etwas dicker und schwerer (900 bis 1.400 Gramm) sind Convertible-Geräte, die in aller Regel über eine hochwertige Tastatur verfügen. Sie sind mit Scharnier ausgestattet, mit dem sich das Gerät wahlweise als Notebook, Tablet oder als Präsentationsgerät nutzen lässt. Mit Bildschirmgrößen von bis zu 16,3 Zoll bieten die Modelle Auflösungen von Full HD bis hin zu Ultra HD (UHD) .

Viele Hybrid-Modelle basieren auf Intels Plattform für mobile Geräte Evo. Entsprechend zertifizierte Notebooks müssen mindestens einen stromsparenden Intel-Core-Prozessor der 12. Generation, einen 8 GB großen Hauptspeicher und eine 256 GB große SSD bieten. Hinzu kommen die neueste Wi-Fi-6E-Hardware und 4G-/5G-Mobilfunk. Die Geräte müssen unter 1,5 Kilo wiegen und USB-C/Thunderbolt 4-Anschlüsse mitbringen.

Beim Acer TravelMate Spin 4 lässt sich die Tastatur abkoppeln. Andere Geräte bringen ein 360-Grad-Scharnier mit.
Beim Acer TravelMate Spin 4 lässt sich die Tastatur abkoppeln. Andere Geräte bringen ein 360-Grad-Scharnier mit.
Foto: Acer

Touchscreens machen die Hybriden zu idealen Begleitern, wenn es gilt, schnell einmal neue Produktideen zu skizzieren oder Notizen zu machen. Intel-basierte Hybridgeräte bieten meistens einen Prozessor der Reihen Core i3, i5 oder i7, was ihnen hinlänglich Leistung verschafft, um typische Arbeiten zu verrichten. Ein Ausreißer nach oben ist Apples iPad Pro mit seinem leistungsstarken M2-Prozessor.

Wichtig für den Tablet-Modus ist der Stift, mit dem sich Dokumente markieren, Notizen machen oder Skizzen anfertigen lassen. Der Stylus geht leicht verloren, weshalb es ratsam ist, ein Modell zu wählen, das eine Arretierung bietet. Einige Tablets arbeiten mit Magnetismus, während manche Convertibles einen Extraplatz vorsehen, an dem der Stift sicher verstaut und gleichzeitig aufgeladen werden kann. Braucht man den Stylus, springt er auf leichten Druck an der Seite des Systems heraus und ist bereit für den Einsatz.

Beim Kauf von Tablets ist besondere Vorsicht geboten, richten sich doch viele Windows-Modelle an Privatkunden und werden mit Windows 10 Home ausgeliefert. Einige sind jedoch mit Windows 10 Pro ausgestattet und verfügen über geschäftsrelevante Funktionen wie TPM, einen Fingerabdruck-Scanner oder eine Webcam, die Windows Hello unterstützt. Einige neuere Windows 11-Hybride, darunter das Acer TravelMate Spin P4, verfügen über AMD-Ryzen-PRO-Prozessoren mit integrierter Microsoft-Pluton-Sicherheitstechnologie. Alternativen zu Windows-Tablets sind Chromebooks, das iPad Pro von Apple und Android-Tablets wie das Samsung Galaxy Tab S8+. Diese Modelle benötigen teilweise andere Apps, um sich in eine Geschäftsumgebung einzufügen.

Hybride Rechner lassen sich meistens in einer großen Bandbreite konfigurieren. Das gilt für die Prozessoren, doch auch die Palette der SSDs reicht von 128 GB bis 1 TB und der RAM von 4 bis 16 GB. Entsprechend unterschiedlich fallen die Preise aus. Bei der Kostenkalkulation ist zu beachten, dass Convertible-Geräte über integrierte Tastaturen verfügen, die im Preis inbegriffen sind. Manchmal ist auch der Eingabestift inklusive. Das Microsoft Surface Pro 9 indes beginnt zwar bei 1.000 Euro, aber Anwender müssen noch 280 Euro für die Tastaturabdeckung und 130 Euro für den Surface Slim Pen 2 hinzurechnen. Die Anschaffungskosten summieren sich also auf 1.400 Dollar.

2-in-1-Devices auf einen Blick:

  • Zielgruppe: Anwender, die mit leichtem Gepäck reisen möchten und eher Inhalte ansehen und bearbeiten als neu erstellen wollen

  • Vorteile: Klein und leicht, Touchscreen, wahlweise mit zusätzlicher Tastatur oder konvertierbarem Design, Eingabestift

  • Nachteile: Kann teuer sein, begrenzte Anschlusszahl, Zubehör kann extra kosten

  • Preisspanne: 650 bis 2.900 Euro

  • CPU: Intel Core i3, Core i5, Core i7; AMD Ryzen PRO; Apple M2

  • Arbeitsspeicher: 4 bis 16 GB

  • Speicherplatz: 128 GB bis 1TB SSD

  • Bildschirmgröße: 10,2 bis 16,3 Zoll

  • Native Auflösung: 1920 x 1080 bis 3840 x 2160

  • Anschlüsse und Konnektivität: USB 3.0 und C oder Apple Lightning (iPad Pro); HDMI; microSD; 802.11ax Wi-Fi; Bluetooth 5.2

  • Gewicht: 450 bis 900 Gramm bei abgenommener Tastatur, 1,0 bis 1,3 Kilo bei Convertibles

  • Beispiele: Acer TravelMate Spin P4, Apple iPad Pro, Asus Chromebook Flip CM3, HP Elite Chromebook Enterprise C1030, Microsoft Surface Pro 9, Samsung Galaxy Tab S8+

5. Mobile Workstations

Man stelle sich den Ingenieur vor, der in einem Bauwagen arbeitet, oder den Animationsspezialisten, der den nächsten Zeichentrickfilm kreiert: Immer wenn ein Job viel Performance benötigt, kommen mobile Workstations ins Spiel. Mit den schnellsten Prozessoren, jeder Menge Arbeitsspeicher und einer starken Grafik-Engine stellen sie die Leistungselite der Notebook-Welt dar.

Mobile Workstations sind in der Regel mit dem Besten vom Besten ausgestattet. Das beginnt mit einem High-End Intel-Core-Prozessor i5, i7, i9 oder Xeon beziehungsweise CPUs aus AMDs Ryzen-7- oder Ryzen-9-Familie. Besonders beliebt in dieser Klasse ist der Prozessor Core i9 1290H mit über 14 Rechenkernen – die meisten Notebooks verfügen dagegen nur über zwei bis vier. Diese Systeme bieten einen diskreten Grafikbeschleuniger mit einem dedizierten Videospeicher zwischen 2 GB und 64 GB. Apples MacBook Pro (16 Zoll) kommt mit einem M1 Pro oder einem M1 Max System-on-a-Chip mit einer 10-Kern-CPU, einem 16- bis 32-Kern-Grafikprozessor und einer 16-Kern-Neural-Engine.

Die Displays der Power-Horses sind zwischen 14 und 17 Zoll groß und bieten Auflösungen zwischen Full HD und UHD. Während Touchscreens hier noch selten sind, verfügen einige Workstations über kalibrierte Bildschirme, so dass die Farbe auf dem Monitor mit der eines Ausdrucks nahezu übereinstimmt.

Um ihre Aufgabe zu erfüllen, müssen die mobilen Monster für eine Vielzahl von Softwarepaketen zertifiziert werden. Selbst wenn Anwender nicht vorhaben, diese alle zu verwenden, ist es eine gute Idee, auf einer Akkreditierung für Anwendungen wie AutoCAD und SolidWorks (Design), Paradigm VoxelGeo (Energieexploration) und Autodesk Stingray (virtuelle Realität) zu achten. Ist das gewährleistet, kann das System als robust gelten und es gibt keine bösen Überraschungen bei der Nutzung dieser Software.

Das Macbook Pro gilt als 16-Zöller mit einem Mi-Pro oder einem M1-Max-Chip als Prototyp der mobilen Workstation.
Das Macbook Pro gilt als 16-Zöller mit einem Mi-Pro oder einem M1-Max-Chip als Prototyp der mobilen Workstation.
Foto: Macworld

Da es sich hierbei um voluminöse Programme handelt, sollten Unternehmen den Arbeitsspeicher auf 32 GB bis 64 GB und ebenso die SSD aufstocken. Während eine 2-TB-SSD für die meisten ausreichend sein sollte, können beispielsweise die HP ZBook Power G9 Mobile Workstation oder das MacBook Pro (Zoll 16) bis zu 8 TB aufnehmen.

Die mobilen Workstations der meisten Hersteller sind standardmäßig mit Windows 10 oder 11 Pro ausgestattet, und auch an der Sicherheit wird nicht gespart. Die meisten verfügen über TPM, vPro-Prozessoren und eine biometrische Authentifizierungsmethode, wie einen Fingerabdruck-Scanner oder eine Windows Hello-fähige Kamera.

Mit ihren großen Bildschirmen und der eindrucksvollen Ausstattung sind mobile Workstations in der Regel so groß und schwer, dass sie Desktop-Systemen nahekommen und mitunter 3,5 Kilo oder mehr wiegen. Die meisten Poweruser verwenden sie, um Illustrationen, Videos oder CAD-Entwürfe zu erstellen und zu Besprechungen mitzunehmen oder um ihre Arbeit über das Wochenende mit nach Hause zu nehmen.

Da diese Systeme größer und dicker sind, bieten sie Platz für mehrere USB-3- und USB-C-Anschlüsse, ebenso für HDMI-, Ethernet- und häufig auch Thunderbolt-Hochgeschwindigkeits-Ports. Mobile Workstations sind außerdem mit 802.11ax Wi-Fi und Bluetooth 5.0 für drahtlose Verbindungen ausgestattet. Diese können um einer Dockingstation wie dem HP Thunderbolt Dock 280W G4 erweitert werden. In dem Fall werden ein Thunderbolt 4- und zwei zusätzliche Ethernet-Anschlüsse (für Geschwindigkeiten von 1 Gbit/s und 2,5 Gbit/s) angeboten, außerdem lassen sich im Büro bis zu vier zusätzliche 4K-Displays ansteuern.

All das macht die Geräte natürlich zu Stromfressern, die Lüfter sind entsprechend groß. Anwender sollten sich darauf einstellen, dass die Akkulaufzeiten enttäuschend ausfallen. Man sollte sich nicht zu weit von der nächsten Steckdose entfernen. Viele Geräte verfügen über ein 280-Watt-Netzteil – im Gegensatz zu einem 65-Watt-Netzteil für ein herkömmliches Notebook.

Es gibt solche mobilen Workstations in den einfachsten Ausführungen schon für unter 2000 Euro, doch voll ausgestattet sind diese Devices viel teurer und können schon Mal bis zu 8.000 Euro kosten. Sie sind natürlich nur für bestimmte Rollen im Unternehmen geeignet, etwa für Mitarbeitende, die an CAD-Darstellungen arbeiten, Videos erstellen oder andere prozessorintensive Aufgaben ausführen und dabei einigermaßen mobil bleiben müssen.

Mobile Workstations auf einen Blick:

  • Zielgruppe: Ingenieure, Designer, Animationskünstler und andere Mitarbeiter, die detaillierte Videoarbeiten erstellen oder rechenintensive Aufgaben erledigen müssen

  • Vorteile: Spitzenleistung, Top-Grafikhardware, viel RAM, zertifizierte Software

  • Nachteile: Sehr teuer, groß und schwer, kurze Akkulaufzeit

  • Preis: 2.000 bis 8.000 Euro

  • CPU: Intel Core i5, i7, Core i9, Xeon; AMD Ryzen 7 oder 9; Apple M1 Pro, M1 Max

  • Arbeitsspeicher: 16 bis 64 GB

  • Speicherplatz: 256 GB bis 8 TB SSD

  • Bildschirmgröße: 14 bis 17 Zoll.

  • Native Auflösung: 1920 x 1080 bis 3840 x 2400

  • Anschlüsse und Konnektivität: USB 3.0 und C, Thunderbolt, HDMI, VGA, Ethernet, SD-Kartensteckplatz, 802.11ax Wi-Fi, Bluetooth 5.0

  • Gewicht: 1,8 bis 3,7 Kilo

  • Beispiele: Apple MacBook Pro (16 Zoll); Dell Precision 5570 Workstation; HP ZBook Power G9 Mobile Workstation; Lenovo ThinkPad P16 Mobile Workstation; MSI WE76

6. Rugged Laptops

Diese nach militärischen Vorgaben konstruierten Notebooks zeichnen sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit aus. Durchschnittliche Laptops werden schnell beschädigt oder zerstört, wenn Anwender sie schütteln oder fallen- beziehungsweise nass werden lassen. Das gilt nicht für sogenannte Rugged Laptops, die so konstruiert wurden, dass sie vielen Belastungen standhalten.

Diese Systeme kosten bis zu 6.000 Euro und kommen dort zum Einsatz, wo Mitarbeitende in einem rauen Umfeld zuverlässige Leistung brauchen. Robuste Laptops werden also etwa beim Militär eingesetzt, in Polizei- und Feuerwehrfahrzeugen, an Baustellen, im Fabrikumfeld oder auch in Versorgungsunternehmen.

Robust sind die Rechner dann, wenn sie dem Militärstandard MIL-STD 810 H entsprechen. Um diese Norm zu erfüllen, müssen sie Stürze, Erschütterungen, extremen Temperaturen und das Eintauchen in Wasser aushalten. Ein normales Notebook würde sich bei solchen Tests schnell in einen Haufen Glas-, Plastik- und Silikonschrott verwandeln. Wenn die Geräte dann noch die IP66-Klassifizierung für höhere Widerstandsfähigkeit gegen das Eindringen von Wasser und Staub erhalten haben, kann ihnen nicht mehr viel passieren.

Robuste Notebooks wie das Panasonic ToughBook 40 sind meistens in einem Gehäuse aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung untergebracht, das wie eine Panzerung wirkt und die empfindlichen Komponenten im Inneren schützt. Anschlüsse und Tastatur sind versiegelt, um Schäden zu vermeiden. Manche Hersteller ersetzen das starre Metallgehäuse inzwischen durch leichte, flexible Kunststoffhüllen. Das B360 von Getac hat den starren Metallrahmen mit einer Verbundstoffschale überzogen.

Ein besonders robuster Laptop ist das Panasonic Toughbook 40.
Ein besonders robuster Laptop ist das Panasonic Toughbook 40.
Foto: Panasonic

Neben den Rugged Systems gibt es auch semi-robuste Systeme wie das Durabook S14I oder das Dell Latitude 5430 Rugged. Sie erfüllen zwar die 810-H-Normen, haben aber eine niedrigere IP53-Schutzklasse. Für die meisten Benutzer reichen solche Geräte aus, sollten aber besser nicht ins Wasser getaucht oder in eine staubige Fabrikhalle gestellt werden.

Robuste Laptops können bis zu 4,0 Kilo wiegen, während semi-robuste Systeme eher 2,0 bis 2,5 Kilo auf die Waage bringen. Das Tragen solcher Rechenmonster wird durch einen Griff oder einen Schultergurt erleichtert. Dennoch kann das Schleppen anstrengend werden. Die Bildschirmgrößen reichen von 11,6 bis 15 Zoll. Bis auf wenige Ausnahmen bieten alle eine Full-HD-Auflösung. Manche sind zudem optional mit Touchscreens oder Displays ausgestattet, die auch draußen bei hellem Sonnenlicht funktionieren.

Windows 10 oder 11 Pro ist der OS-Standard für robuste Laptops, hinzu kommen unternehmensfreundliche Funktionen wie TPM und die Unterstützung für Intel-vPro-Erweiterungen. Der Arbeitsspeicher reicht von 4 bis 16 GB, die SSDs sind 128 GB bis 1 TB groß. Die meisten Modelle sind mit Core-i5- und i7-Prozessoren und integrierter Grafik ausgestattet.

Nicht alle robusten Modelle am Markt sind auf dem neuesten Stand. Während das Dell Latitude 5430 Rugged, das Getac B360 und das Durabook S14I jeweils einigermaßen aktuelle Intel-Prozessoren der 11. Generation verwenden, nutzt das Durabook S15AB ältere Intel-Hardware der 8. Generation.

Die Rugged Systems verfügen über die erwartbaren USB-2.0-, 3.0- und zunehmend auch USB-C-Anschlüsse. Hinzu kommen HDMI, Ethernet und oft auf noch ein serieller RS-232-Anschluss, der bei Mainstream-Systemen längst ausgestorben ist. Einige bringen auch austauschbare Module mit, etwa ein DVD-Laufwerk, einen zweiten Akku, mehr Speicherplatz und ExpressCard 54- und PCMCIA-Kartensteckplätze. Mitunter findet sich auch ein Modul für RJ-45-Netzwerke und ein zweiter serieller RS-232-Anschluss.

Da diese Geräte häufig im Außendienst eingesetzt werden, sind sie mit 802.11ax Wi-Fi, Bluetooth 5 und optionalem mobilem Breitband ausgestattet. Für einige Geräte wie das ToughBook 40 sind von Anbietern wie Gamber-Johnson Docking-Stationen erhältlich, mit denen das System an einem Polizei- oder Feuerwehr-Fahrzeug oder einem Gabelstapler befestigt werden kann.

Von allen Laptop-Kategorien ist dies diejenige, bei der Unternehmen am wenigsten Spielraum haben, um mit dem Verkäufer zu verhandeln. Beide Parteien wissen, dass es billiger ist, für Robustheit und Langlebigkeit zu bezahlen, als immer wieder neue Systeme kaufen und ersetzen zu müssen.

Rugged Laptops auf einen Blick:

  • Zielgruppe: Mitarbeiter von Militär, Versorgungsunternehmen, Fabriken oder der öffentlichen Sicherheit sowie alle, die im Freien arbeiten

  • Vorteile: Unverwüstlich, zuverlässig, gut durchdacht, modulares Komponentendesign

  • Nachteile: Ältere Komponenten, dick und schwer, teuer

  • Preisspanne: 1.000 bis 6.000 Euro

  • CPU: Intel Core i5, i7

  • Arbeitsspeicher: 4 bis 16 GB

  • Speicher: 128 bis 512 GB SSD

  • Bildschirmgröße: 6 bis 15 Zoll.

  • Native Auflösung: 1920 x 1080

  • Anschlüsse und Konnektivität: USB 2.0/3.0/C; VGA; HDMI; Ethernet; RS-232; SD-Kartensteckplatz; 802.11ac Wi-Fi; Bluetooth 5.0

  • Gewicht: 2 bis 4 Kilo.

  • Beispiele für robuste Modelle: Durabook S15AB; Getac B360; Panasonic Toughbook 40

  • Beispiele für semi-robuste Modelle: Dell Latitude 5430 Rugged; Durabook S14I

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer US-Schwesterpublikation Computerworld.com. (hv/fm)

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