Core i9-13900K: Intels neue “schnellste Desktop-CPU”

Core i9-13900K: Intels neue "schnellste Desktop-CPU"

Intel hat den 13900K, 13700K und 13600K auf Basis von Raptor Lake offiziell enthüllt. Taktraten von bis zu 5,8 GHz, die verdoppelte Anzahl an E-Cores sowie größere Caches sollen das Topmodell laut Intel zur schnellsten Desktop-CPU machen.

Intel hat im Zuge der hauseigenen Intel Innovation  die Desktop-Prozessoren der 13. Core-i-Generation offiziell vorgestellt. Der Hersteller selbst spricht beim neuen Topmodell, dem Core i9-13900K, vom schnellsten Desktop-Prozessor der Welt. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Intel die Taktraten aus bis zu 5,8 GHz angehoben, die Anzahl an E-Cores verdoppelt und das Cache-System überarbeitet. Die ersten Modelle sollen schon am 20. Oktober auf den Markt kommen – zu moderaten Aufpreisen gegenüber dem Vorgänger.  

13. Generation Intel Core K-Prozessoren

Intel spricht beim Core i9-13900K, dem neuen Topmodell, vom schnellsten Desktop-Prozessor der Welt. Hierfür sollen acht Performance-Cores mit Taktraten von bis zu 5,8 GHz in Kombination mit 16 Efficient-Cores sorgen. Im Vergleich zum Core i9-12900KS (zum Testbericht)  hat sich somit nicht nur der Boost-Takt um 300 MHz (5,5 Prozent) erhöht, sondern auch die Anzahl an E-Cores verdoppelt. Von dem Flaggschiff soll es wie gewohnt eine F-Version ohne integrierte Grafikeinheit mit ansonsten den gleichen Features geben. 

13. Generation Core i Desktop Prozessoren
Vergrößern 13. Generation Core i Desktop Prozessoren

© Intel

Unter dem Core i9-13900K(F) sind der Core i7-13700K(F) sowie der Core i5-13600K(F) angesiedelt, wobei Intel auch hier die Anzahl der verbauten E-Cores verdoppelt hat. Der i7 kommt dementsprechend auf 16 Cores mit 24 Threads und Taktraten von bis zu 5,4 GHz (+400 MHz). Dem kleinen i5 stehen wiederum 14 Rechenkerne mit 20 Threads mit Taktraten von bis zu 5,1 GHz (+200 MHz) zur Verfügung. Doch nicht nur die Taktraten der P-Cores sondern auch der E-Cores haben sich deutlich erhöht: konkret um 400 MHz beim i9 und i7 sowie um 200 MHz beim i5. 

Mehr Rechenkerne und höhere Taktraten im Vergleich zum Vorgänger
Vergrößern Mehr Rechenkerne und höhere Taktraten im Vergleich zum Vorgänger

© Intel

Leider hat Intel auch die Maximum Turbo Power der Prozessoren leicht angehoben, und zwar auf 253 Watt beim i9, 253 Watt beim i7 und 181 Watt beim i5. Beim Topmodell fällt die Erhöhung dabei noch recht human aus, ist beim i7 dafür mit 63 Watt umso größer. 

Zu den non-K-Modellen hat Intel leider noch kein weiteren Informationen bekannt gegeben, außer dass es 22 weitere Modelle geben soll und erstmals alle i5 Modelle über E-Cores verfügen. In der folgenden Tabelle haben wir die wichtigsten technischen Spezifikation im Vergleich zu Alder Lake und Zen 4 für Sie zusammengefasst:

Cores (P+E)

Threads

L3-Cache

L2-Cache

P-Core Takt (Max/Basis) (GHz)

E-Core Takt (Max/Basis) (GHz)

Speicher

PBP / TDP (W)

MTP / PPT (W)

Preis

Core i9-13900K(F)

24 (8+16)

32

36 MB

32 MB

5,8 / 3,0

4,3 / 2,2

DDR5-5600, DDR4-3200

125

253

564-589$

Core i9-12900K(F)

16 (8+8)

24

30 MB

14 MB

5,2 / 3,2

3,9 / 2,4

DDR5-4800, DDR4-3200

125

241

564-589$

Ryzen 9 7950X

16

32

64 MB

16 MB

5,7 / 4,5

n.a.

DDR5-5200

170

230

699$

Ryzen 9 7900X

12

24

64 MB

12 MB

5,6 / 4,7

n.a.

DDR5-5200

170

230

549$

Core i7-13700K(F)

16 (8+8)

24

30 MB

24 MB

5,4 / 3,4

4,2 / 2,5

DDR5-5600, DDR4-3200

125

253

384-409$

Core i7-12700K(F)

12 (8+4)

20

25 MB

12 MB

5,0 / 3,6

3,8 / 2,7

DDR5-4800, DDR4-3200

125

190

384-409$

Ryzen 7 7700X

8

16

32 MB

8 MB

5,4 / 4,5

n.a.

DDR5-5200

105

142

399$

Core i5-13600K(F)

14 (6+8)

20

24 MB

20 MB

5,1 / 3,5

3,9 / 2,6

DDR5-5600, DDR4-3200

125

181

294-319$

Core i5-12600K(F)

10 (6+4)

16

20 MB

9,5 MB

4,9 / 3,7

3,7 / 2,8

DDR5-4800, DDR4-3200

125

150

264-289$

Ryzen 5 7600X

6

12

32 MB

6 MB

5,3 / 4,7

n.a.

DDR5-5200

105

142

299$

Performance von Intel Raptor Lake

Intel gibt an, dass sich durch die oben genannten Änderungen die Single-Thread-Performance um bis zu 15 Prozent und die Multicore-Leistung um bis zu 41 Prozent erhöhen soll. Diese Zahlen sind wie immer mit Vorsicht zu betrachten, bis unabhängige Testberichte zur Verfügung stehen. In Spielen hat Intel das neue Flaggschiff sowohl gegen den Core i9-12900K als auch AMDs Ryzen 9 5950X sowie Ryzen 7 5800X3D antreten lassen. Einen Vergleich zu AMDs neuen Ryzen 7000 Prozessoren gibt es leider noch nicht, was aber auch nicht verwundert, da diese erst heute auf den Markt gekommen sind.

Core i9-13900K vs Core i9-12900K beim Gaming
Vergrößern Core i9-13900K vs Core i9-12900K beim Gaming

© Intel

Gemäß den Testwerten soll der 13900K in 32 ausgewählten Spielen um bis zu 24 Prozent schneller rechnen als sein Vorgänger und in mehr als der Hälfte soll der Zuwachs zumindest bei fünf Prozent liegen. Da der 7900X bei uns im Test um drei bis vier Prozent vor dem 12900K liegt, könnte sich Intel also die Gaming-Krone tatsächlich direkt wieder zurückerobern. Wirklich groß dürfte der Unterschied im Durchschnitt aber nicht ausfallen. 

Core i9-13900K vs Ryzen 9 5950X vs Ryzen 7 5800X3D beim Gaming
Vergrößern Core i9-13900K vs Ryzen 9 5950X vs Ryzen 7 5800X3D beim Gaming

© Intel

Im Vergleich zum Ryzen 9 5950X und dem Ryzen 7 5800X3D listet Intel nur noch neun Spiele auf. Der 16-Kerner von AMD ist dabei durch die Bank geschlagen, wie oft es tatsächlich einen Performance-Unterschied von über 40 Prozent gibt, muss sich in unserem Test dann zeigen. Auf jeden Fall ist auch zu sehen, dass der 5800X3D zum Teil noch vor Intels neuem Flaggschaff liegt, ein Aspekt, der sich auch bei unseren Zen 4 Tests gezeigt hat, denn zum Teil hat sich auch der 7900X die Zähne am 5800X3D ausgebissen.

Content Creation mit dem 13900K

Auch im Kreativbereich sieht Intel den 13900K durchwegs vor der Konkurrenz. Hier darf aber nicht vergessen werden, dass auch der 7950X um bis zu 40 Prozent vor dem 5950X liegt, was die Zahlen von Intel wieder etwas relativiert. Erneut können wir an dieser Stelle nur auf unabhängige Testberichte verweisen, welche die Performance dieser beiden CPUs vergleichen werden, bis dahin klingen die von Intel präsentierten Zahlen auf jeden Fall sehr vielversprechend.

Raptor Lake im Detail

Intel hat im Zuge der Präsentation angeben, dass die Raptor Lake Prozessoren in einem optimierten “Intel 7 Prozess”  mit den SuperFin-Transistoren der 3. Generation gefertigt werden. Diese sollen es ermöglichen, bei gleichem Takt die Spannung um 50 mV zu senken respektive die Taktraten bei gleicher Spannung um 200 MHz zu erhöhen. Hinzu kommt eine Vergrößerung des L2-Cache auf 2 MB von ursprünglich 1,25 MB pro Core. Der Hersteller spricht jetzt auch nicht länger von der “Golden Cove Architektur” sondern von “Raptor Cove”. 

13900K P-Core Optimierungen

Des weiteren hat sich nicht nur die Anzahl der E-Cores verdoppelt, sondern auch die Größe des L2-Cache pro E-Core Cluster von 2 MB auf 4 MB. Hinzu kommen um bis zu 600 MHz erhöhte Taktraten und ein optimierter Prefetch-Algorithmus.

13900K E-Core Optimierungen

Zu guter Letzt hat Intel noch das Speichersystem überarbeitet. So kann der Speichercontroller jetzt standardmäßig DDR5 mit bis zu 5600 MHz ansprechen statt bisher 4800 MHz. Des weiteren ist der geteilte L3-Cache beim Topmodell von 30 MB auf 36 MB angewachsen und auch der Takt der Fabric hat sich um bis zu 900 MHz auf maximal 5,0 GHz erhöht.

13900K Speichersystem Optimierungen

Durch die Optimierungen soll sich die Single-Thread-Performance laut Intel um bis zu 15 Prozent und die Multicore-Leistung um bis zu 41 Prozent erhöhen. Dieser Wert bezieht sich auf eine Leistungsaufnahme von 253 Watt. Bei einer Leistungsaufnahme von 65 Watt soll er 13900K so performant sein wie der 12900K bei 241 Watt, das ist eine echte Ansage. 

13900K Performance pro Watt

Preis und Verfügbarkeit

Die K-Prozessoren der 13. Core-i-Generation sollen ab dem 20. Oktober zusammen mit den zugehörigen Z790-Mainboards erhältlich sein. Zu Informationen über weitere CPUs und Chipsätze hält sich Intel bisher noch bedeckt, eine Ankündigung im Zuge der CES Anfang 2023 ist jedoch nicht unwahrscheinlich. Obwohl Intel bereits im Juli offiziell Preiserhöhungen für die Desktop-Prozessoren angekündigt hat, sind diese zumindest beim i7 und i9 Modell nicht eingetreten. Bei beiden beträgt die UVP exakt gleich viel wie beim Vorgänger auf Basis von Alder Lake. Nur der i5 ist um 30 US-Dollar teurer geworden.

Typischerweise nennt Intel nur die US-Dollar-Preise ohne Steuern. Aufgrund des aktuell schwachen Eurokurses dürften die Europreise inklusive Mehrwertsteuer in EU-Länder spürbar höher ausfallen als beim Vorgänger:

  • Intel Core i5-13600KF: 294 US-Dollar / ~364 Euro

  • Intel Core i5-13600K: 319 US-Dollar / ~395 Euro

  • Intel Core i7-13700KF: 384 US-Dollar / ~475 Euro

  • Intel Core i7-13700K: 409 US-Dollar / ~506 Euro

  • Intel Core i9-13900KF: 564 US-Dollar / ~698 Euro

  • Intel Core i9-13900K: 589 US-Dollar / ~729 Euro

Die AMD Ryzen 7000 Prozessoren kosten im Vergleich dazu: 359 Euro für den 7600X, 479 Euro für den 7700X, 669 Euro für den 7900X und 859 Euro für den 7950X. Intel liefert also durch die Bank mehr Rechenkerne fürs Geld, wie sich das auf die Performance auswirkt, muss sich in den Tests noch zeigen. 

Kompatibilität

Die kommenden Raptor Lake Prozessoren sind mit allen Sockel 1700 Mainboards mit 600er-Chipsatz voll kompatibel. Der neue Sockel Z790 bietet im Vergleich zum Vorgänger aber acht zusätzliche PCIe-Gen4-Lanes, wobei der Chipsatz selbst jetzt mit DMI Gen 4.0 an die CPU angebunden ist. Hinzu kommt, dass der Chipsatz mehr USB-3.2-Anschlüsse mit schnellen 20 Gbps zur Verfügung stellen kann.

Spezifikationen der 13 Core i Generation und des Z790 Chipsatz
Vergrößern Spezifikationen der 13 Core i Generation und des Z790 Chipsatz

© Intel

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