Edles Business-Notebook mit Touchscreen und Alder-Lake-CPU: Microsoft Surface Laptop 5 im Test

Edles Business-Notebook mit Touchscreen und Alder-Lake-CPU: Microsoft Surface Laptop 5 im Test

Foto: Thomas Rau

Pro

Kontra

  • wenige Anschlüsse

  • nur PCIe-3-SSD

Das Microsoft Surface Laptop 5 überzeugt wie seine Vorgänger weniger aufgrund seiner Testergebnisse, sondern mit seinem Design, seiner Ergonomie und seiner Ausdauer. Perfekt bedient wird, wer bei einem großen Produktiv-Notebook mehr Wert legt auf ein schmales, leichtes, schickes Gehäuse, das nie zu heiß wird, einen stets leisen Lüfter und eine gute Akkulaufzeit als auf Rechenleistung und Bildqualität. Zwar liefert das Microsoft-Notebook auch in diesen Kategorien ordentliche Ergebnisse, ist aber nicht besser, als Sie bei diesem Preis erwarten dürfen. Die einzige eindeutige Schwäche bleiben die wenigen Anschlüssen.

2079 Euro

Microsoft Surface Laptop 5: PC-WELT-Award für Design
Microsoft Surface Laptop 5: PC-WELT-Award für Design

Um weiter in der Erfolgsspur zu bleiben, ändert Microsoft beim neuen Surface Laptop kaum etwas: Im Laptop 5 sitzt eine CPU aus der aktuellen Intel-Generation Alder Lake statt Tiger Lake wie beim Vorgänger. Außerdem überträgt der Typ-C-Anschluss jetzt Thunderbolt 4.

Beim Design bleibt es bei den bewährten Qualitäten: Auch in der fünften Generation überzeugt der Surface Laptop mit einem schlanken, leichten und eleganten Gehäuse, das einwandfrei verarbeitet und sehr stabil ist. Viele Details fallen zunächst kaum auf, sind aber in der täglichen Arbeit sinnvoll: Zum Beispiel steht beim geschlossenen Gehäuse der Deckel vorne minimal über – über die praktische Angriffsfläche lässt sich das Notebook bequem mit einer Hand öffnen. Die Bedienung erleichtern außerdem das sehr große Touchpad sowie die geräumige Ablagefläche für die Hände. Ein weiterer Pluspunkt: Trotz des großen 15-Zoll-Gehäuses wiegt das Surface Laptop 5 nur knapp 1,6 Kilogramm.

Damit steht auch das Surface Laptop 5 für reduzierte Eleganz, die es bei den Business-Notebooks genauso deutlich von langweiligen Großraumbüro-Laptops wie von extravaganten Luxusmodellen unterscheidet. Lediglich beim Display könnte sich Microsoft dem aktuellen Trend anpassen: Die recht breiten schwarzen Ränder ums Panel wirken altbacken.

Neben dem getesteten 15-Zoll-Modell gibt es das Surface Laptop 5 auch mit 13,5-Zoll-Display – anders als bei den Vorgängern aber ohne AMD-Prozessoren als Ausstattungsvariante. Das große Surface bekommen Sie in einem Metallgehäuse in Platin oder Mattschwarz. Die kleine Variante bietet zusätzlich die Varianten Platin mit Alcantara-Überzug sowie Metallgehäuse in Sandstein und in dieser Generation neu den Farbton Salbei.

Passend zum Design verhält sich das Surface Laptop 5 auch im Betrieb meist unauffällig: Das Lüftergeräusch ist selbst in langen Lastphasen mit maximal 38 dB(A) kaum zu hören und an keiner Stelle erhöht sich die Gehäusetemperatur über 45 Grad – optimal für angenehmes und konzentriertes Arbeiten.

Im 15-Zoll-Modell kommt in jeder Variante der Core i7-1255U aus der 12. Core-Generation Alder Lake zum Einsatz. Das besonders sparsame U-Modell mit einem TDP-Wert von 15 Watt hat im Vergleich zu den P-Modellen weniger Performance-Kerne, nämlich zwei. Die Zahl der Efficient-Cores ist mit acht dagegen gleich.

Zu den bereits vom Vorgänger bekannten Farbvarianten kommt beim Laptop 5 jetzt Salbei.
Zu den bereits vom Vorgänger bekannten Farbvarianten kommt beim Laptop 5 jetzt Salbei.
Foto: Microsoft

Im Cinebench R23 kann der Surface Laptop 5 mit knapp 7500 Punkten trotzdem viele 13- und 14-Notebooks mit einem P-Prozessor überholen, weil die thermischen Bedingungen in den schmaleren Gehäusen die eigentlich stärkere CPU ausbremsen.

Allerdings fällt die Single-Thread-Leistung des Core i7-1255U deutlich schwächer aus, was dem Surface Laptop 5 zum Beispiel im System-Benchmark PC Mark 10 Probleme bereitet: Hier liegt er rund 15 Prozent hinter den P-Modellen zurück. In beiden Tests hat das Microsoft-Notebook aber einen deutlichen Rückstand zu Laptops mit einem aktuellen Ryzen 7 aus der Rembrandt-Familie.

Ein anderes Bild bietet der aktuellere System-Test Sysmark 25: Hier fällt der Rückstand gegenüber Notebooks mit Alder Lake-P mit rund fünf Prozent recht knapp aus, der Vorsprung zum Vorgänger Surface Laptop 4 mit Tiger Lake ist dagegen mit rund 18 Prozent deutlich.

Insgesamt fällt die Rechenleistung des Microsoft-Notebooks noch ordentlich aus und liegt etwas über anderen Business-Laptops mit dem Alder Lake-U, weil der Prozessor im 15-Zoll-Gehäuse eine höhere Leistung abrufen kann. Ein Defizit hat das Surface Laptop 5 bei den Speicher-Tests: Obwohl Alder Lake PCI-Express 4 für die SSD-Anbindung unterstützt, nutzt Microsoft nur eine PCIe-3-SSD von SK Hynix, weshalb das Surface im Full System Drive Benchmark des PC Mark 10 knapp 30 Prozent langsamer ist.

Beim Akkutest zeigen sich die Vorteile des sparsamen U-Prozessors und der klugen Hardware-Zusammenstellung von Microsoft: Im WLAN-Test hält das Notebook über 14 Stunden durch, im aufwändigeren Test Mobile Mark 25 knapp 13 Stunden. Die Leistungsaufnahme bleibt dabei im Schnitt unter vier Watt, sodass selbst der nicht besonders große 50-Wattstunden-Akku für eine lange Laufzeit genügt. Das beeindruckt vor allem aufgrund der sehr hohen Displayauflösung des Surface besonders.

Das Microsoft-Notebook findet damit einen gute Balance zwischen Laufzeit und Leistung – seine Recheneffizienz im Akkubetrieb fällt besser aus als bei den meisten vergleichbaren Laptops mit Alder Lake-P, die zwar schneller arbeiten, aber eine deutlich kürzere Laufzeit bieten. Wie bei den System-Tests ist aber auch in dieser Kategorie der aktuelle Rembrandt-Ryzen die Referenz, weil er im Akkubetrieb fast genauso sparsam, aber dafür deutlich schneller ist.

Ab Werk lädt das Surface den Akku übrigens nur auf maximal 80 Prozent – das soll seine Lebensdauer verlängern. In der Surface-App können Sie aber auch eine Komplett-Ladung veranlassen.

Viele Anschlüsse hat das Surface Laptop 5 nicht: Rechts zum Beispiel gibt es nur den Connect-Port für Strom.
Viele Anschlüsse hat das Surface Laptop 5 nicht: Rechts zum Beispiel gibt es nur den Connect-Port für Strom.
Foto: Thomas Rau

Der 15-Zoll-Touchscreen zeigt eine Auflösung von 2496 x 1664 Pxiel und nutzt damit das Surface-typische Seitenverhältnis von 3:2 – optimal für Office-Produktivität, weniger für den Multimedia-Einsatz.

Die Helligkeit liegt bei knapp 400 cd/qm2, was für diese Preisklasse ganz ordentlich ist, aber je nach den Lichtverhältnissen zu niedrig, um am spiegelnden Bildschirm auch draußen ergonomisch arbeiten zu können. Der Bildschirm deckt den sRGB-Farbraum fast komplett ab, andere Farbräume wie Adobe-RGB und DCI-P3, die vor allem Grafikprofis nutzen, nur zu rund 70 Prozent. Auch die Farbtreue überzeugt. Der Schwarz-Weiß-Kontrast ist dagegen aufgrund des niedrigen Schwarzwertes nur mittelmäßig. Die Bildqualität liegt damit insgesamt auf einem Niveau, dass für ein 2000-Euro-Notebook angemessen ist, aber auch nicht mehr.

Gut, aber nicht überragend ist auch die Tastatur des Surface: Sie bleibt auch beim schnellen Tippen leise, weil sie überall stabil eingebaut ist, Tastenhub und Druck-Feedback sind ordentlich. Lediglich die Leertaste wirkt ein bisschen lapprig.

Uneingeschränkt großartig ist dagegen das Touchpad: Seine Größe erlaubt eine schnelle und präzise Positionierung des Mauszeigers sowie bequeme Mehrfinger-Bedienung. Beim Mausklick gibt es eine eindeutige Rückmeldung ohne übertrieben lautes Geräusch.

Den größten Schwachpunkt der Surface Laptops hat Microsoft auch in der neuen Generation nicht behoben: Das Notebook hat nur wenige Anschlüsse. Besonders bei einem recht großen 15-Zoll-Notebook ist das unverständlich und benutzerunfreundlich: Zwar überträgt der Typ-C-Port auf der linken Seite jetzt Thunderbolt 4, was die Anschlussmöglichkeiten erweitert – aber nur mit einer zusätzlichen Docking-Station. Die von Microsoft lässt sich mit dem nach wie vor vorhandenen Connect-Port verbinden, über den das Surface auch geladen wird. Neben einer Audiobuchse gibt es dann nur noch einen USB-Typ-A-Port: Laut Datenblatt unterstützt er USB 3.2 Gen 2 mit 10 Gbit/s, im Test mit mehreren externen SSDs liefert das Surface aber nur Gen-1-Tempo.

Positiv bei der Ausstattung: Das Surface Laptop 5 soll sich besser reparieren lassen als die Vorgänger. Laut Microsoft lassen sich unter anderem Akku, Display, Tastatur, Kühlung sowie die gesteckte SSD austauchen. Der Arbeitsspeicher ist allerdings aufgelötet. Bislang sind die passenden Ersatzteile aber nur für Firmenkunden verfügbar. Microsoft hat jedoch angekündigt, dass im nächsten Jahr auch Privatanwender sie erwerben können.

Microsoft Surface Laptop 5 (15 Zoll): Testergebnisse

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

68 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

57 Punkte (von 100)

Leistung 3D Mark

62 Punkte (von 100)

Display: Helligkeit / Helligkeitsverteilung / Kontrast

383 cd/m² / 87 % /1037:1

Display entspiegelt

nein

Display: Abdeckung Farbraum (in Prozent)

sRGB: 92 / Adobe-RGB: 69 / DCI-P3: 69

Display: Farbtreue (Abweichung Delta-E)

1,6

Akkulaufzeit (Stunden:Minuten): WLAN-Test / Mobile Mark 25

14:02 / 12:48

Betriebsgeräusch unter Last

38 dB(A)

Temperatur Oberseite / Unterseite

43 / 44° Celsius

Microsoft Surface Laptop 5 (15 Zoll): Ausstattung

Prozessor

Intel Core i7-1255U

Taktrate

Standard-Takt: 1,2 – 1,7 GHz; Turbo-Takt bis 3,5 bis 4,7 GHz

Kerne / Threads

10 / 12 (2 Performance-Cores, 8 Efficient-Cores)

RAM

16 GB LPDDR5-5200 (nicht wechselbar)

Grafikkarte

Intel Iris Xe (intern)

Laufwerk

NVMe-SSD SK Hynix BC711 (PCIe 3.0 x 4)

nutzbare Kapazität

475,68 GB

Format

M.2 2230

Netzwerk: LAN / WLAN / Bluetooth

– / WiFi-6 (Intel AX201) / 5.2

Betriebssystem

Windows 11 Home

Display: Diagonale / Auflösung / Format

15 Zoll Touchscreen / 2496 x 1664 / 3:2

Punktdichte / Wiederholrate

201 ppi / 60 Hz

Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil

1576 / 296 Gramm

Akku: Kapazität

50 Wh

Anschlüsse rechts

Connect (Strom, Docking)

Anschlüsse links

1x Typ-A USB 3.2 Gen 2, 1x Typ-C Thunderbolt 4, 1x Audio

Weitere Ausstattung

720p-Front-Kamera (Windows Hello)

(PC-Welt)

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