Epic vs. Apple: Berufungstermin im Oktober

Der Termin für die nächste Runde des Rechtsstreits zwischen Epic und Apple ist Ende Oktober. Aber das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht.

Vor nicht ganz einem Jahr ist die erste Etappe im Prozess zwischen Epic Games und Apple zu Ende gegangen . Im Grunde hat Apple damals gewonnen, die Richterin Yvonne Gonzalez Rogers gab Epic allerdings gewissermaßen einen Trostpreis. Apple hätte sämtliche Entwickler-Accounts von Epic nicht terminieren dürfen, das verstoße gegen das kalifornische Wettbewerbsrecht. Beide Parteien legten Widerspruch gegen das Urteil ein und gingen in Berufung, der Fall muss also in nächster Instanz neu aufgerollt werden. Das soll nun am 21. Oktober passieren, berichtet Florian Müller in seinem Blog FOSS Patents .

Zum Auftakt erhalten beide Parteien lediglich 20 Minuten Redezeit, allerdings ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich drei andere Akteurinnen einklinken: 35 Bundesstaaten sind an diesem Fall interessiert, Kalifornien mit einem separaten Anliegen und sogar das Justizministerium der Vereinigten Staaten (DOJ).

Eskalation vorprogrammiert

Dass der Fall im Berufungsgericht endet, ist höchst unwahrscheinlich. Dafür ist er schlichtweg zu groß und zu wichtig, geht es doch um nicht weniger als die Öffnung von Apples weithin sehr geschlossenen Geschäftsmodells. Müller zufolge basierte das Urteil der zuständigen Richterin im ersten Prozess außerdem auf sehr viel Fehlinterpretation und Unwissen , was erst im Nachgang von externen Beobachtern wie Müller seziert worden ist.

Bereits in zweiter Instanz sieht es nicht mehr so gut aus für Apple, denn zum Wissen über die unsaubere Arbeit im ersten Urteil gesellen sich noch die oberen drei Parteien, die tendenziell eher auf der Seite von Epic Games stehen. Realistisch ist also, dass der gesamte Fall vor dem obersten Gericht der USA landet, dem Supreme Court.

Insgesamt bröckeln die Mauern von Apples „ Walled Garden “ immer stärker. Apples Ökosystem öffnet sich ohnehin schon, wenn auch langsamer als die letzten Gletscher schmelzen, aber auch von außen gibt es immer mehr Druck: Die südkoreanische Kommunikationskommission (KCC) wirft Apple – und Google – vor, gegen ein Gesetz zu externen Zahlungsmethoden zu verstoßen , das letztes Jahr verabschiedet wurde. Die Untersuchungen laufen bisher aber noch. In Amerika wiederum klagen französische Entwickler gegen Apple , weil das Unternehmen mit der „Apple Tax“, der Provision von 15 bis 30 Prozent der App-Einnahmen gegen das Kartellrecht verstoße. In jedem Fall werden es recht turbulente Jahre.

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