Ethereum ist jetzt Proof-of-Stake: Die Folgen

Ethereum ist jetzt Proof-of-Stake: Die Folgen

Es ist ein Novum in der Welt der Kryptowährungen: Die zweitgrößte Währung Ethereum hat im laufenden Betrieb das Proof-of- Work-Verfahren auf Proof-of-Stake umgestellt. Was das bedeutet und was sich für Anleger und Miner ändert.

Über Jahre wurde der Wechsel von Ethereum (ETH) auf das Proof-of-Stake-Verfahren verschoben. Das hat mit zunehmender Verzögerung für einiges an Spott im Netz gesorgt. Doch jetzt ist es vollbracht und die Kryptowährung läuft offiziell mit Proof-of-Stake. Für Anleger ändert sich erstmal nicht viel, wohl aber für die Miner.

Proof-of-Work vs. Proof-of-Stake

Im Proof-of-Work-Verfahren konkurrieren Miner rund um den Globus beim Lösen komplexer mathematischer Puzzles miteinander. Mit dem Lösen dieses Puzzles mittels Versuch und Irrtum wird ein weiterer “Block” der Blockchain hinzugefügt, der Miner wird für seine Arbeit mit zwei ETH belohnt.

Bei Proof-of-Stake konkurrieren die Miner nicht parallel miteinander, stattdessen werden sie zufällig für das Mining ausgewählt. In der Zwischenzeit validieren und zertifizieren sie vorgeschlagene Blöcke. Belohnungen gibt es sowohl für das Mining als auch für die Validierung. Um ein Validator zu werden, müssen Benutzer 32 ETH einsetzen. Diese sind der Einsatz (engl. Stake) und können auch verloren gehen, wenn der Benutzer bösartige Blöcke validiert.

Proof-of-Stake verringert Energiebedarf um über 99 Prozent

Da im Proof-of-Work-Verfahren zahllose Miner parallel versuchen, die gleichen Aufgaben zu lösen, geht ein Großteil der eingesetzten Energie verloren. Abgesehen von dem Miner, der letztendlich erfolgreich ist, haben alle anderen den Aufwand umsonst betrieben. Mit Proof-of-Stake werden Miner per Zufall für das Mining ausgelost, die anderen Rechner betreiben nur die wenig rechenintensive Validierung.

Die Etherum Foundation rechnet damit, dass der Energieverbrauch durch Ethereum-Miner in Folge der Umstellung um 99,95 Prozent sinken wird . Laut dem Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin soll der globale Energieverbrauch dadurch um 0,2 Prozent sinken.

Auswirkungen auf den Grafikkarten-Markt

Die Umstellung wird sich aller Voraussicht nach auch auf die Grafikkartenpreise aufwirken. Ethereum-Mining war einer der Gründe für die Hardware-Knappheit der letzten Jahre. Da das Betreiben großer Mining-Farmen nun deutlich weniger rentabel ist, könnte viele ehemaligen Mining-Karten auf dem Gebrauchtmarkt landen. Dadurch erhöht sich auch der Druck auf AMD und Nvidia, die Preise für aktuelle und künftige GPUs niedrig zu halten.

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