Fitbit Sense: Unverschämt, aber empfehlenswert

Auf der Suche nach einem würdigen Apple-Watch-Ersatz bin ich auf die Fitbit Sense gestoßen. Ob sich der Kauf lohnt und welche Features überzeugen.

Ich konnte nicht anders. Aktuell gibt es die Fitbit Sense, die unter den Fitbit-Uhren das Premium-Modell ist, zu einem unschlagbaren Preis: 

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Mit einer Kundenbewertung von 4,3 Sternen und insgesamt 36.092 Bewertungen war ich neugierig. Auch die Feature-Liste kann sich sehen lassen: 

  • kompatibel mit iOS und Android 

  • EDA-Erkennung (Stressanalyse) 

  • EKG-App

  • SpO 2 -Messer

  • Integrierter Hauttemperatursensor 

  • 6 Monate Premium-Mitgliedschaft

  • Schickes Design 

  • Trainings-Modi 

  • Wecker

  • Timer

  • Wetter

  • NFC-Bezahlfunktion

  • Kalender

  • Verschiedene Zifferblätter

  • „Handy finden“-Funktion 

  • Spotify und Deezer

Also: Bestellt. Geliefert. Ausgepackt. Zunächst war ich überrascht, wie leicht die Fitbit Sense ist. Obwohl laut Hersteller der Rahmen aus poliertem Edelstahl besteht, wiegt die Uhr gerade mal 30 Gramm. Zum Vergleich: Eine Apple Watch Series 7 aus Edelstahl wiegt 51,5 Gramm. Was schwerer ist, fühlt sich meiner Meinung nach hochwertiger an, dies berücksichtigend war ich zunächst etwas enttäuscht. Das geringe Gewicht sollte sich später jedoch als ein klarer Vorteil erweisen, gerade bei sportlichen Aktivitäten. Nein, dass die Uhr sich nicht so hochwertig wie eine Apple Watch anfühlt, hat andere Gründe. Dazu aber gleich mehr. 

Aufgeladen ist die Uhr auch recht flott, Schnellladefunktion sei Dank. Die versprochene Akkulaufzeit von sechs (oder mehr) Tagen ist realistisch, sofern Sie bereit sind, das Always-On-Display zu deaktivieren, die Bildschirmhelligkeit auf die geringste Einstellung zu reduzieren und auch so manches Health-Feature nicht zu nutzen, wie etwa die Schlaf-Analyse. Aber gut, sei’s drum: Die Apple Watch hält selbst bei den günstigsten Bedingungen keine zwei Tage. 

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Das mitgelieferte schwarze Silikon-Armband trägt sich angenehm, die Uhr sitzt nicht zu fest, aber auch nicht zu locker am Handgelenk. Wer mag, kann die Armbänder auch tauschen, dies funktioniert über einen vergleichbaren Druckmechanismus wie bei der Apple Watch. So weit, so gut.

Unausgereift und versteckte Kosten

Ein Problem, welches viele Smartwatches mit rundem Display und Gehäuse haben, ist, dass diese oft recht groß sind, damit man sie überhaupt anständig bedienen kann. Die Apple Watch hat gezeigt, dass das rechteckige Design am benutzerfreundlichsten ist, daher ist auch die Fitbit Sense mit ihrem quadratischen Gehäuse leicht zu bedienen. 

Die kostenlose Fitbit App bietet nicht nur eine gute Übersicht über die getrackten Daten, hier können Sie auch weitere Zifferblätter und Apps herunterladen. Und genau da beginnt das Problem. Wenn man berücksichtigt, dass die Uhr ursprünglich 329 Euro kostet, muss man sich die Frage stellen, wie der Hersteller auf diesen Preis kommt. Wenn man die Fitbit Sense mit der Apple Watch SE für aktuell 329 Euro bei Amazon vergleicht, fällt auf: Das AMOLED-Display ist längst nicht zu gut wie das der Apple Watch, die Verarbeitung der Uhr selbst wirkt auch nicht so hochwertig. Zudem kommt die teilweise recht unübersichtliche App-Gestaltung, wobei die eigentliche Katastrophe das Herunterladen und Einrichten von Apps und Zifferblättern ist. 

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In der App können Sie sich unzählige Zifferblätter herunterladen. Erwarten Sie jedoch nicht, dass diese eine ähnliche Qualität wie die auf der Apple Watch aufweisen. Ich habe mich oft gefragt, weshalb Apple es keinen Drittanbietern erlaubt, eigene Zifferblätter auf die Apple Watch zu bringen. Die Antwort findet sich im Fitbit-Zifferblatt-Store: Von hunderten Designs gefallen mir nur wenige, die meisten wirken billig. Gut, das ist am Ende Geschmacksache. Doch stört mich viel mehr die Tatsache, dass die meisten Zifferblätter nicht von Fitbit selbst stammen und daher nicht für die Uhr optimiert wurden. Nutzen Sie das Always-On-Display bei einem Dritthersteller-Ziffernblatt, müssen Sie mit unschönen Grafikfehlern rechnen. Die gesamte App-Struktur ist recht unübersichtlich und für Smartwatch-Einsteiger wahrscheinlich ein Grund, wieder auf eine analoge Uhr zu wechseln. 

Am Ende zahlen Sie eben nicht nur für eine Uhr, sondern auch für die Software. Und die ist leider nicht ausgereift. Dass Sie darüber hinaus Fitbit-Premium kaufen müssen, um mehr Informationen zu Ihrem Tagesform-Index, Schlaf-Tools, Stress & Achtsamkeit und mehr zu erlangen, ist bei dem Preis von 329 Euro eine absolute Frechheit. Nach der sechsmonatigen Testphase kostet Sie die monatliche Mitgliedschaft 8,99 Euro. Wenn Sie gleich ein Jahres-Abonnement abschließen, sparen Sie immerhin 30 Prozent und zahlen 79,99 Euro. 

Viel zu meckern, aber trotzdem empfehlenswert

Nun werden Sie sich wahrscheinlich fragen: Warum sollte ich mir die Fitbit Sense überhaupt kaufen? Auch wenn ich viel zu kritisieren habe, muss ich sagen, dass die Uhr eine Menge Freude bereitet. Das Design ist unauffällig, aber trotzdem schick. Auch wenn die Fitbit Sense eine Smartwatch ist, lädt sie weniger zum Herumspielen ein und lenkt daher auch weniger ab als eine Apple Watch. Wenn Sie die Uhr als Fitness-Trecker nutzen und Ihre Gesundheit im Blick behalten möchten, ist die Fitbit Sense hervorragend geeignet. Es ist zwar schade, dass die Bedienung in den angesprochenen Punkten nicht ganz so flüssig ist, fairerweise muss ich jedoch an dieser Stelle anmerken, dass dies ein generelles Smartwatch-Problem zu sein scheint. Selbst die neue Galaxy Watch 5, die ich aktuell teste, hat mit so manchen Performance-Problemen zu kämpfen. Man sollte meinen, Samsung hätte die Kapazitäten, um für einen vergleichbar flüssiges Nutzererlebnis wie Apple zu sorgen, doch anscheinend hat Apple bisher die Erfolgsformel für sich behalten können. 

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Der aktuelle Amazon-Preis mit rund 50 Prozent Rabatt ist außerdem unschlagbar. Im Vergleich zur Apple Watch ist meiner Meinung nach der eigentliche Preis von 329 Euro viel zu hoch angesetzt. Wenn Sie sich daher die Fitbit Sense zulegen möchten, dann am besten jetzt.

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