Gigantische Zentrifuge schleudert Satelliten ins All

Gigantische Zentrifuge schleudert Satelliten ins All

Raketenstart war gestern: Eine Riesen-Zentrifuge beschleunigt Satelliten auf über 8000 Kilometer pro Stunde und schleudert diese ins All. Erste Tests sind erfolgreich (Video).

Normalerweise starten Satelliten mit Trägerraketen ins All. Doch das US-amerikanische Startup SpinLaunch will stattdessen Satelliten mit einer riesigen Zentrifuge ins Weltall schleudern. Die NASA hat dazu mit SpinLaunch bereits vor einigen Monaten einen Vertrag abgeschlossen.

Test mit Messinstrumenten an Bord

Vor wenigen Tagen hat SpinLaunch im Rahmen seines zehnten Testflugs vom Spaceport America in New Mexico erstmals ein Testobjekt in Form eines Raketenprojektils (“Suborbital Accelerator Flight Test Vehicle”) abgeschossen. Darin Messintrumente, unter anderem von der NASA und Airbus, wie das Unternehmen mitteilt . Bei dem Test sollten Start- und Flugdaten ermittelt werden. Messinstrumente an Bord zeichneten zum Beispiel die Beschleunigung und die Belastung durch die G-Kräfte auf. Aber auch andere Werte wie Temperatur oder Feuchtigkeit wurden erfasst. Der Test soll erfolgreich verlaufen sein und alle Geräte an Bord konnten erfolgreich geborgen werden – das Projektil hatte sich in den Boden der Wüste von New Mexico gebohrt, wie man im Video sieht:

Das Projektil erreichte also noch nicht das Weltall, soweit sind die Konstrukteure noch nicht.

So funktioniert das Ganze

In dieser riesigen Zentrifuge wird ein Trägersystem/Projektil in einer Vakuumkammer an einem großen Arm aus Karbonfaser befestigt und zum Rotieren gebracht. Sobald das Objekt eine Geschwindigkeit von knapp über 8000 Kilometer pro Stunde erreicht hat, wird es durch eine offene Klappe oben aus der Konstruktion hinaus und in die Höhe geschleudert. Allerdings muss oberhalb der Stratosphäre zusätzlich noch eine Raketenstufe gezündet werden, damit das Geschoss die obere Schicht der Atmosphäre erreicht. Trotzdem soll dieses Verfahren deutlich weniger Raketentreibstoff verbrauchen als ein konventioneller Raketenstart: von 70 Prozent weniger Verbrauch ist die Rede.

2025 sollen die ersten Starts in den Orbit erfolgen.

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