Hoher Stromverbrauch? Intel-Fabrik in Magdeburg

Hoher Stromverbrauch? Intel-Fabrik in Magdeburg

Der Chiphersteller Intel plant den Bau eines neuen Halbleiterwerks in Magdeburg. Gute Nachrichten für die Region – aber schlechte für die Energiebilanz.

Das geplante Halbleiterwerk im Magdeburger Industriegebiet Eulenberg verspricht tausende neue Arbeitsplätze und einen wirtschaftlichen Aufschwung für die Hauptstadt Sachsen-Anhalts. Auf 450 Hektar sollen neue Chips vom Band rollen. Doch aus der Politik melden sich auch kritische Stimmen, die sich um den massiven Anstieg des Stromverbrauchs sorgen. Lokalpolitiker von SPD und Bündnis 90/Die Grünen befürchten gegenüber dem US-Magazin Politico, dass die Fabrik den Energiebedarf der Stadt verdoppeln, möglicherweise sogar verdreifachen könnte. Laut dem Übertragunsnetzbetreiber 50Hertz eine realistische Schätzung.

Intel verspricht zwar, das Werk ausschließlich mit Ökostrom zu versorgen, laut den Lokalpolitikern sei dafür aber ein deutlicher Ausbau der erneuerbaren Energien notwendig. Ein Bericht der Stadt geht davon aus, dass die ausschließliche Versorgung mit Ökostrom erst ab 2030 wahrscheinlich sei. Intel selbst gibt bekannt, es sei derzeit noch zu früh, um über den möglichen Stromverbrauch zu diskutieren. Schätzungen zum jetzigen Zeitpunkt seien „irreführend und unpräzise“. Sobald zuverlässige Zahlen vorlägen, würden diese auch öffentlich gemacht. Intel plant mit einer Investition von rund 17 Milliarden US-Dollar.

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Die Stadt Magdeburg verbrauchte 2021 rund 1.500 Gigawattstunden Strom, wovon 90 Prozent auf Privathaushalte zurückgehen. Dass eine große Chipfertigung diesen Verbrauch verdoppeln könnte, ist laut Julia Hess von der Stiftung „Neue Verantwortung“ keine Überraschung: „Man muss sich nur vor Augen halten, wie viele kleine Prozessschritte dort ablaufen. (…) Je komplexer die Chips werden, desto mehr Energie wird für ihre Herstellung benötigt.“

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