How-to: Darum laufen viele PCs langsamer, als sie eigentlich sollten

How-to: Darum laufen viele PCs langsamer, als sie eigentlich sollten

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Foto: G.Skill

Tatsächlich ist der Arbeitsspeicher, kurz RAM, einer der überraschendsten und kompliziertesten Aspekte beim Bau eines PCs. Die Frage, wie viele Speicherriegel Sie verwenden, welche Steckplätze Sie belegen sollten, welche Latenzen und Frequenzen Sie benötigen, und andere Details machen diese Komponente komplizierter, als sie auf den ersten Blick erscheint.

Denn falsche Einstellungen oder ein fehlerhafter Einbau des RAMs können dazu führen, dass Ihr Rechner langsamer läuft, als er eigentlich sollte. Zum Glück lässt sich das oft schnell beheben. Was Sie tun können, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Einer der Aspekte des Arbeitsspeichers, der häufig für Verwirrung sorgt, ist seine Geschwindigkeit (Taktfrequenz in Megahertz) – genauer gesagt, das Fehlen derselben. Denn eigentlich sollte es so einfach sein: Wenn Sie ein RAM-Kit mit 3200-MHz-Speicher gekauft haben, sollten die Module nach dem Einbau mit 3200 MHz laufen.

Oft läuft der RAM nicht mit der beworbenen Taktfrequenz. Diese müssen Sie erst im BIOS aktivieren.
Oft läuft der RAM nicht mit der beworbenen Taktfrequenz. Diese müssen Sie erst im BIOS aktivieren.
Foto: Amazon

Doch wenn Sie die Frequenz nicht manuell aktivieren – und unter Voraussetzung, dass Ihre restliche Hardware kompatibel ist – wird der Arbeitsspeicher immer nur mit viel niedrigeren Frequenzen arbeiten, höchstwahrscheinlich mit 2133 MHz und damit Ihr System ausbremsen. Wir erklären, warum das so ist und wie Sie sicherstellen, dass der RAM korrekt arbeitet.

AMD DOCP (Direct Overclock Profile) und Intel XMP (eXtreme Memory Profile) sind von den Herstellern verifizierte Übertaktungen (unter anderem auch Frequenzen), mit denen der Arbeitsspeicher sicher betrieben werden kann, sofern diese Frequenzen von den anderen Komponenten des PCs unterstützt werden – vor allem von der CPU und der Hauptplatine.

Arbeitsspeicher unterstützen XMP oder DOCP.
Arbeitsspeicher unterstützen XMP oder DOCP.
Foto: Kingston

Wenn Ihre CPU und Ihr Motherboard die Frequenzen dieser Profile unterstützen, die der Hersteller für Ihr RAM-Kit verifiziert hat, müssen Sie die Profile manuell in Ihrem BIOS auswählen und aktivieren, um den Arbeitsspeicher auch wirklich mit der ausgewiesenen Frequenz zu betreiben.

Wenn Sie das XMP-Profil nicht manuell aktivieren, wird Ihr Arbeitsspeicher mit der Standardgeschwindigkeit betrieben, die bei einem DDR4-RAM-Kit höchstwahrscheinlich 2133 MHz und bei einem DDR5-Kit 4800 MHz beträgt. Wenn Ihre CPU die Frequenzen der Profile jedoch nicht unterstützt, läuft Ihr RAM wiederum nur mit der maximalen Geschwindigkeit, die vom Prozessor unterstützt wird: Wenn Ihr RAM beispielsweise ein XMP-Profil von 4000 MHz hat und Ihre CPU nur Speichergeschwindigkeiten von bis zu 3200 MHz unterstützt, wird Ihr RAM auch nur mit 3200 MHz laufen. Das Gleiche gilt übrigens auch für Mainboards.

Es gibt drei Hauptgründe, warum Ihr Arbeitsspeicher möglicherweise nicht mit voller Geschwindigkeit läuft, und die Inkompatibilität der Hauptplatine ist einer der Hauptgründe. Einige Hauptplatinen unterstützen einfach keine RAM-Geschwindigkeiten oberhalb einer bestimmten Grenze.

Auch Hauptplatinen müssen mit den RAM-Taktfrequenzen kompatibel sein.
Auch Hauptplatinen müssen mit den RAM-Taktfrequenzen kompatibel sein.
Foto: Asus

Nehmen Sie zum Beispiel die oben abgebildeten Spezifikationen einer Hauptplatine von Asus. Die maximale RAM-Frequenz, die es unterstützt, beträgt 3.466 MHz. Wenn Sie ein DDR4-RAM-Kit kaufen, das mit einer Geschwindigkeit von 4.000 MHz ausgewiesen wird, würde es nicht mit dieser Geschwindigkeit laufen, wenn es auf diesem Motherboard zum Einsatz kommt. Stattdessen läuft es mit der minimalen Standardgeschwindigkeit des RAM-Moduls, also fast immer mit 2.133 MHz – und bleibt auch bei dieser Geschwindigkeit. Und selbst wenn Sie XMP oder DOCP einschalten, arbeitet der RAM mit der höchstmöglichen Geschwindigkeit, die Ihnen die Hauptplatine bietet. In diesem Fall also 3.466 MHz.

Prüfen Sie also erst einmal, welches Mainboard Sie überhaupt nutzen und zu welchen RAM-Frequenzen es kompatibel ist. Wenn Ihre Hauptplatine die Geschwindigkeiten Ihres Arbeitsspeichers also nicht unterstützt, dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich ein neues Modell zuzulegen.

Die meisten modernen Hauptplatinen unterstützen heutzutage jedoch eine Vielzahl von Frequenzen, so dass Sie sich keine Sorgen mehr machen müssen, ein Hochleistungs-RAM-Kit nur mit den Standardgeschwindigkeiten betreiben zu können.

Der zweite der drei Hauptgründe ist eine mangelnde CPU-Unterstützung der jeweiligen RAM-Taktfrequenzen. Insbesondere ältere CPUs sind nur zu einem limitierten RAM-Frequenzbereich kompatibel. Und alles, was über diesen Bereich hinausging, ließ sich nur mit der vom Prozessor unterstützten Höchstgeschwindigkeit betreiben.

Und auch CPUs müssen aktiv bestimmte RAM-Taktraten unterstützen.
Und auch CPUs müssen aktiv bestimmte RAM-Taktraten unterstützen.
Foto: Intel

Heutzutage sind die CPUs jedoch viel kompatibler zu unterschiedlichen Geschwindigkeiten, sodass Sie sich kaum noch Sorgen machen müssen, dass Ihre CPU den von Ihnen gewählten Speicher nicht unterstützt. Wenn also Ihre CPU die Komponente ist, die die Leistung Ihres Arbeitsspeichers beeinträchtigt, ist es das Gleiche wie mit der Hauptplatine. Es gibt nicht viel, was Sie tun können, außer sich eine CPU zu besorgen, die die von Ihnen gewünschten RAM-Geschwindigkeiten unterstützt.

Der letzte der drei Hauptgründe, warum Ihr Arbeitsspeicher möglicherweise nicht mit voller Geschwindigkeit läuft, ist ein inaktives RAM-Profil. Denn DOCP- oder XMP-Profile werden bei der Installation von RAM nicht automatisch eingestellt. Sie müssen das gewünschte Profil manuell im BIOS einstellen, damit Ihr RAM tatsächlich mit der angegebenen Geschwindigkeit läuft. Wenn Sie das tun und alle anderen Komponenten in Ihrem PC auch kompatibel sind, wird Ihr RAM mit der schnellsten verfügbaren Geschwindigkeit laufen und Ihr System wird sein volles Potenzial ausschöpfen können.

Um die RAM-Profile einzuschalten, gehen Sie folgendermaßen vor: Starten Sie Ihren Rechner neu oder schalten Sie ihn ein. Direkt danach betätigen Sie wiederholt die F2- oder Entf-Taste auf Ihrer Tastatur – das ist von Hersteller zu Hersteller leider unterschiedlich. Auf diese Weise gelangen Sie ins BIOS respektive UEFI der Hauptplatine. Suchen Sie nun nach einer Option namens XMP oder DOCP. Entweder befindet sie sich direkt auf der Hauptseite, oder auf einer Unterseite, die beispielsweise weitere Einstellungen zum RAM (Memory) oder zur Übertaktung (Overclocking) beherbergt.

Im BIOS dieses Asus-Mainboards ist die XMP-Option unter “Ai Overclock Tuner” versteckt.
Im BIOS dieses Asus-Mainboards ist die XMP-Option unter “Ai Overclock Tuner” versteckt.
Foto: Asus

Sobald Sie den entsprechenden Eintrag gefunden haben, aktivieren Sie sie und wählen das RAM-Profil aus. Manchmal stehen mehrere zur Auswahl, aber wir raten zunächst zu dem, mit dem der RAM auch aktiv beworben wurde. Achten Sie hierbei auch auf die sogenannten Timings, die das System beispielsweise wie folgt angibt: CL15-15-15-36, wobei sich die Ziffern je nach RAM ändern. In manchen Fällen kann man DOCP oder XMP auch einfach nur aktivieren oder deaktivieren, das kommt ganz auf den Arbeitsspeicher an. Speichern Sie Ihre Einstellungen und erlauben den Neustart des PCs. Mit einem Gratis-Tool wie CPU-Z können Sie unter der Registerkarte “Memory” und dort unter dem Punkt “DRAM Frequency” prüfen, mit wie viel Megahertz der RAM arbeitet. Vergessen Sie dabei aber nicht den dort abgebildeten Wert mit Zwei zu multiplizieren, da es sich schließlich um Double Data Rate, kurz DDR-Arbeitsspeicher handelt. Steht dort also zum Beispiel rund 1.800 MHz, liegt eine tatsächliche Frequenz von 3.600 MHz an.

Dieser RAM läuft mit 3.600 MHz: Die abgebildeten rund 1.800 MHz mal Zwei, schließlich ist die Rede von DDR-Arbeitsspeicher.
Dieser RAM läuft mit 3.600 MHz: Die abgebildeten rund 1.800 MHz mal Zwei, schließlich ist die Rede von DDR-Arbeitsspeicher.
Foto: Friedrich Stiemer

(PC-Welt)

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