Huawei-Chef bangt ums Überleben seiner Firma

Huawei-Chef bangt ums Überleben seiner Firma

In besorgtem, fast panischem Ton wandte sich Huawei-Chef Ren Zhengfei an seine Mitarbeiter und kündigt schwere Jahre an.

Huawei-Chef Ren Zhengfei blickt mit Sorge in die Zukunft. In einem internen Memo kündigt er eine Mentalitätsänderung an und spricht vom Überleben des Unternehmens. Laut einem Bericht des Guardians nennt er dabei konkret die Pandemie, die Wirtschaftsblockade der USA und schließlich den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine als Ursachen.

Entlassungen und Verkäufe möglich

In dem Memo macht Zhengfei auch deutlich, dass keine Abteilung vor Maßnahmen sicher ist: “Die Abkühlung wird für alle spürbar sein”. Um die nächsten drei Jahre zu überleben, müsse sich das Unternehmen auf Gewinne konzentrieren und dafür Expansion und Cashflow hintanstellen. Das deutet auf mögliche Entlassungen in (oder sogar den Verkauf von) weniger profitablen Geschäftsteilen hin.

“Huawei muss allzu optimistische Erwartungen für die Zukunft zurückschrauben und bis 2023 oder sogar 2025 das Überleben zur wichtigsten Leitlinie machen, und zwar nicht nur das Überleben, sondern das Überleben mit Qualität”, so Zhengfei.

China und USA: Huawei im Zentrum des Handelskonflikts

Während sich das Verhältnis von China und den USA unter Ex-Präsident Donald Trump immer weiter verschlechterte, wurde der Konzern zu einem zentralen Streitpunkt. Huawei ist nicht nur eines der größten Unternehmen Chinas, als Telekommunikationsdienstleister und Smartphone-Hersteller ist Huawei auch eine direkte Schnittstelle zur digitalen Infrastruktur. Durch die engen Verbindungen des Konzerns mit der chinesischen Regierung wurden immer wieder Bedenken und auch Spionagevorwürfe in westlichen Ländern laut.

Die USA und einige Verbündete schlossen Huawei schließlich von ihren Märkten aus. Dadurch blieben auch lukrative Staatsverträge aus, zum Beispiel beim 5G-Ausbau. 2021 brach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 28,6 Prozent ein. Dem Erfolg des Unternehmes tat das aber keinen Abbruch, denn im selben Jahr vermeldete der Konzern ein Gewinnplus von 76 Prozent.

Memo geht viral – Sorge bei kleinen Unternehmen

Doch der konstante Nachschub an weltweiten Krisen zeigt wohl langsam Wirkung bei Huawei. Zumindest so viel, dass Zhengfei ungewohnt deutliche, fast schon panische Töne anschlägt. Der Guardian zitiert den Analysten Linghao Bao: “Der Grund, warum Ren Zhengfeis Worte auffielen, ist die Art, wie er sie sagte. Er klang, als sei er in Panik”.

Und die Worte fielen definitiv auf, das Memo ging in chinesischen sozialen Netzwerken viral und wurde von über 100 Millionen Nutzern gelesen und diskutiert. Dabei wurden auch Sorgen laut, welche Auswirkungen die nächsten Jahre auf kleine und mittlere Unternehmen haben wird, wenn schon ein Unternehmen wie Huawei so besorgte Töne anschlägt.

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