iFixit kritisiert Selbstreparatur-Programm von Apple

iFixit kritisiert Selbstreparatur-Programm von Apple

Selbst reparieren, schön und gut, aber wenn, dann richtig.

Ende letzten Jahres hat Apple ein neues Programm vorgestellt, das Besitzer:innen mancher seiner Produkte erlaubt, sie selbst zu Hause zu reparieren, statt sie einschicken oder zum Apple Store rennen zu müssen. Erst Anfang der Woche hat das Unternehmen das Programm in den USA auf Macbooks mit M1-Chip ausgeweitet , im Verlauf des Jahres soll es eigenen Angaben nach auch nach Europa kommen.

Einer der wichtigsten und lautesten Vertreter der Gruppen, die fürs Recht auf Reparatur kämpfen, und anerkannte Experten für Elektronik-Reparatur, iFixit, sehen Apples Selbstreparatur-Programm deutlich kritischer – um nicht zu sagen: als Farce.

Insbesondere mit dem Austausch der Batterie im Macbook Pro hat Expertin Sam Goldheart in einem Blogeintrag ein Hühnchen zu rupfen: Apple macht es viel zu umständlich. So umständlich, dass Besitzer:innen von der Selbstreparatur abgeschreckt werden können.

So erlaubt Apple beispielsweise nicht, den Akku allein auszutauschen, das einzige Bauteil, das im Leben eines Macbooks wegen Alterserscheinungen garantiert ersetzt werden muss. Einzelne Akkus werden von Apple einfach nicht angeboten, es muss direkt das ganze „top case“ ausgetauscht werden – der Teil des Macbooks, an dem auch die Tastatur hängt und beim Eingriff ebenfalls ausgetauscht wird, ob Sie wollen oder nicht.

All das ist beschrieben in einer offiziellen Reparaturanleitung von Apple, die 162 Seiten umfasst. Die Reparaturanleitung von iFixit hingegen ist nur 26 Schritte lang. Das liegt daran, dass dem Willen von Apple nach zunächst alle anderen Komponenten entfernt werden müssen, das „top case“ mit Akku und Tastatur ausgetauscht und die herausgenommenen Komponenten wieder eingesetzt.

Auf Goldheart wirkt diese Methode wie Einschüchterung, schließlich geht es deutlich schneller und, ohne ein riesiges Bauteil mit mehreren Bestandteilen austauschen zu müssen, deutlich günstiger – nämlich einen Akku allein.

Auch auf uns wirkt die Anleitung ( hier auf Englisch einzusehen ) als völlig überladen und unnötig kompliziert – dabei haben wir über die Jahre zwar einiges an Erfahrung mit Reparatur von Elektronik gesammelt, wahrscheinlich aber nicht ansatzweise so viel wie Goldheart.

Nichtsdestotrotz möchten sehen wir einen Hoffnungsschimmer darin, dass Apple dieses Programm überhaupt anbietet. Immerhin hat Apple bereits angekündigt, dass Ersatzakkus in Zukunft angeboten werden, Details dazu gibt es allerdings noch keine.

X

Main Menu