Intel Arc soll mit günstigen Preisen punkten

Intel Arc soll mit günstigen Preisen punkten

Die ersten Intel Arc GPUs A770 und A750 sollen ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten als die RTX 3060 – alle Infos.

Nach einer gefühlten Ewigkeit und unzähligen Verschiebungen und Teasern veröffentlicht Intel endlich seine Arc A Desktop-Grafikkarten am 12. Oktober. Flaggschiff ist die Arc A770, welche in zwei Versionen an den Start geht: einmal mit 8 GB Videospeicher für 329 US-Dollar und einmal mit 16 GB VRAM für 349 US-Dollar. Zur gleichen Zeit kommt die darunter angesiedelte Arc A750 auf den Markt, welche für nur 289 US-Dollar mit Nvidias RTX 3060 (zum Testbericht) konkurrieren soll. 

Natürlich ist die Arc A750 etwas langsamer als das Flaggschiff A770, dennoch gibt Intel an, dass sie Nvidias Mittelklasse-GPU RTX 3060 sowohl in 1080p Ultra als auch in 1440p hoch im Schnitt in über 50 unterschiedliche Spiele schlagen kann. Trotzdem liegt die UVP mit 289 US-Dollar ganze 40 US-Dollar niedriger als bei der Konkurrenz. Wie der Preis in Deutschland ausfallen wird, muss sich aber erst noch zeigen. Beim aktuellen Umrechnungskurs von 1,02 rechnen wir inklusive der deutschen Mehrwertsteuer von 19 Prozent mit einem Preis von rund 349 Euro für die A750. Die RTX 3060 ist im Preisvergleich derzeit ab 376 Euro gelistet. Die A770 dürfte dagegen je nach Ausführung 399 Euro respektive 429 Euro kosten. 

Intel Arc A750 vs RTX 3060 Performance
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© Intel

Dementsprechend sollen sowohl die Arc A750 als auch die A770 aus Preis-Leistungs-Sicht mehr zu bieten haben als die Konkurrenz. Intel Mitarbeiter Tom Fellow spricht von einem “erstaunlichen Preis, welcher den Markt aufmischen wird”.  Einem Vergleich mit AMDs Radeon RX 6600 XT respektive RX 6650 XT geht Intel aber interessanterweise aus dem Weg. Letztere liegt bei uns im GPU-Vergleich  um elf bis 14 Prozent vor der RTX 3060 je nach Auflösung, ist im Preisvergleich ab 359 Euro aber trotzdem etwas günstiger. 

Die Intel Arc A Grafikkarten sollen für ihren Peis deutlich mehr Leistung als die RTX 3060 bieten.
Vergrößern Die Intel Arc A Grafikkarten sollen für ihren Peis deutlich mehr Leistung als die RTX 3060 bieten.

© Intel

So oder so müssen wir erst einmal unabhängige Testberichte abwarten, um die tatsächliche Performance der Alchemist GPUs einschätzen zu können. Intels Xe HPH Architektur ist in erster Linie für moderne Spiele auf Basis von DirectX12 oder Vulkan optimiert. Diese Grafikschnittstellen kommen vor allem bei aktuellen AAA-Titeln zum Einsatz. Viele E-Sports-Spiele setzen dagegen nach wie vor auf den Vorgänger DirectX 11 und zum Teil sogar noch auf DirectX 9. Es muss sich also erst noch zeigen, wie gut die Arc A Grafikkarten im Gesamtbild abschneiden.

Intel Arc A750 vs RTX 3060 Performance/Dollar
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© Intel

Das obige Bild zeigt die Gaming-Performance-pro-Dollar für die Arc A750 gegenüber der RTX 3060. Intel zeigt unterschiedliche Charts, in denen die GPU oftmals schneller, zum Teil aber auch langsamer als die Konkurrenz ist und der Preis richtet sich nach dem Spiel, in dem Intel im Vergleich zur Konkurrenz am schlechtesten abschneidet.

Hinzu kommt, dass der Speichercontroller von Arc speziell dafür entwickelt wurde, die Vorteile des vollen Videospeicherzugriffs zu nutzen, welcher durch die Aktivierung von PCIe Resizable Bar (oder Smart Access Memory, wie es bei Ryzen-Systemen heißt) ermöglicht wird. Intel-Systeme bis hin zu den Core-Prozessoren der 9. Generation haben ein BIOS-Update erhalten, um ReBAR zu unterstützen, aber Sie sollten sich keine Arc GPU zulegen, wenn Ihr System diese Funktion nicht unterstützt. “Wenn Sie kein PCIe ReBAR haben, holen Sie sich ein 3060”, gab Petersen ganz offen gegenüber den Reportern zu.

Auf den ersten Blick scheinen die Arc-GPUs also zu wirklich attraktiven Preisen auf den Markt zu kommen – zumindest in den USA. Hierzulande könnte der aktuell schwache Eurokurs und die hohe Mehrwertsteuer wirklich attraktiven Preisen einen Strich durch die Rechnung machen. Dennoch belebt Konkurrenz das Geschäft und ein dritter Player könnte über kurz oder lang definitiv dafür sorgen, dass gerade in der Mittelklasse die Preise der GPUs attraktiver werden. Nvidia hat mit der Vorstellung von RTX 4000 jüngst am 21. September einen Großteil der Gamer schlichtweg übergangen, so sind für das günstigste Modell nämlich 1099 Euro fällig. Dementsprechend könnte es für Intel und AMD genau der richtige Zeitpunkt sein, um preiswerte GPUs auf den Markt zu bringen.

Intel Arc A770 und A750 Spezifikationen
Vergrößern Intel Arc A770 und A750 Spezifikationen

© Intel

Intels Arc A Grafikkarten kommen mit über einem Jahr Verzögerung aber fast zu spät auf den Markt. Denn sowohl bei Nvidia als auch AMD steht die nächste GPU-Generation in den Startlöchern. Intel muss also den Weg über einen attraktiven Preis gehen und genau das scheint der Hersteller auch machen zu wollen, wenn man sich die UVP der Arc A750 und A770 ansieht. Jetzt muss sich nur noch zeigen, ob die Alchemist-Grafikkarten in unabhängigen Testberichten tatsächlich mit Nvidias RTX 3060 mithalten können und vor allem auch, wie die Xe HPG GPUs gegenüber AMDs Radeon RX 6600 (XT) abschneiden, welche ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. 

Die Arc A GPUS erscheinen am 12. Oktober und damit am gleichen Tag wie Nvidias RTX 4090. Während also ein Hersteller mit brachialer Leistung punkten will, will der andere den Weg der Preis-Leistung gehen. 

Hinweis:  Dieser Artikel erschien zunächst bei unseren US-Kollegen unter dem Titel “Intel’s $289 Arc A750 graphics card aims to ‘reset the market’ on Oct. 12”

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