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Mac-Bremse erklärt: Wenn “kernel_task” das System bremst

In der Aktivitätsanzeige sorgt der Prozess „kernel_task“ oft für hohe CPU-Last. Dafür hat er aber einen guten Grund.

Ist der Mac plötzlich unerwartet langsam und läuft wie mit angezogener Handbremse, starten erfahrene Anwender die Aktivitätsanzeige. Unter der Rubrik „CPU“ sieht man nämlich sofort, welcher Prozess bzw. welches Programm den Mac verlangsamt. Meist ist es Safari, da eine mies programmierte Seite die CPU komplett auslastet. Manchmal handelt es sich aber um den rätselhaften Prozess „kernel_task“ der unerwartet vielleicht 400 Prozent CPU-Last einfordert.

Selbst unter erfahrenen Anwendern hat dieser Prozess „kernel_task“ schon oft für Missverständnisse und irreführende Erklärungen gesorgt. Meist tritt das Phänomen direkt nach einem Update des Systems auf. Hier sind es aber einfach einige Hintergrundprozesse, die nach einem Systemupdate ablaugen. Das ist aber nach einigen Stunden (manchmal auch Tagen) erledigt.

Es gibt aber rätselhaftere Beispiele. So wundert sich ein Cutter im Apple-Supportforum, dass der Prozess während seiner Arbeit plötzlich fast alle CPU-Kerne blockiert – obwohl er gerade mitten in der Arbeit ist. Aber auch Besitzer eines Macbook Pro, das per Thunderbolt mit einem Monitor oder RAID verbunden, werden gelegentlich durch den Prozess „kernel_task“ ausgebremst. Fälschlicherweise vermuten nun viele Anwender, es gebe ein Problem mit dem System und der Prozess würde Amok laufen.

Der Prozess „kernel_task“ ist nämlich der tiefste „Kern“ des Betriebssystems und beinhaltet eine Vielzahl an Systemprozessen. Zu dem Multi-Prozess „kernel_task“ gehören sogar Hardware-Treiber, etwa eine Kernel-Extension für den WLAN-USB-Stick oder eine Systemerweiterung eines Virenscanners. Diese verursachen tatsächlich oft Ärger. Typisch bei Problemen mit einer solchen Kernel-Extension ist aber eher, dass der Mac einfriert oder abstürzt . Das tritt nebenbei auch bei Monterey noch gelegentlich auf. So kursieren Tipps im Web, man müsste bestimmte Systemdateien löschen oder Wartungsaufgaben durchführen. Das ist aber falsch und die Suche nach fehlerhaften Treibern müßig. Bremst nämlich „kernel_task“ die CPU nur aus, ist in vielen Fällen in Wirklichkeit Überhitzung die Ursache.

Bei hohen Temperaturen oder bei Anschluss eines 4K-Monitors per Thunderbolt werden die CPU und andere Bauteile des Rechners warm, was das System dank eingebauter Sensoren registriert. Kann der Lüfter aber die Temperatur nicht reduzieren und auch das Heruntertakten der CPU hilft nicht, schaltet sich unter Umständen der Prozess „kernel_task“ ein und blockiert die CPU – ein wenig wie ein Bremsfallschirm . Unerwarteterweise wird die Bremse aber offensichtlich nicht nur bei überhitzten CPUs, sondern auch bei überhitzten Thunderbolt-Schnittstellen aktiv. Bekannt ist das Problem vor allem bei Nutzern mancher Modelle des Macbook Pro Retina, dessen Thunderbolt-Schnittstelle zur Überhitzung neigt. Neben einem externen Monitor kann ebenso das Aufladen des Macbooks Grund für die Überhitzung sein – was sich manchmal einfach durch den Wechsel der Schnittstellen ändern lässt. Nutzt man bei einem Macbook Pro nur die linken Thunderbolt-Schnittstellen sorgt dies anscheinend für höhere Erwärmung, ebenso die Nutzung eines Ladegerätes eines Drittherstellers.

Nicht ungefährlich: Aber auch bei Problemen mit dem Lüfter kann das Problem auftreten. Mittelbar ist in vielen Fällen zwar dann eine Software die Ursache, etwa wenn ein Flash-Banner im  Hintergrund hohe Systemlast erzeugt oder wenn man ein 4K-Video in ein anderes Format umwandelt. Tiefere Ursache ist aber das Problem mit der Kühlung. Gerade bei einem älteren Macbook kann dann durchaus der Lüfter defekt sein oder verdreckt, was langfristig Hardwareschäden verursachen kann. Ein Test des Rechners mit dem Hardware-Test ist in solchen Fällen immer eine gute Idee. Ob der Lüfter überhaupt arbeitet, kann man mit einem Tool wie Macs Fan Control ausprobieren und damit den Lüfter kurz auf einen maximalen Wert stellen. (Außer beim Macbook 12-Zoll und Macbook Air M1, diese Modelle haben keinen Lüfter).

Seinen Lüfter kann man mit Macs Fan Control testen.
Vergrößern Seinen Lüfter kann man mit Macs Fan Control testen.

Abhilfe kann aber oft auch das Rücksetzen des so genannten SMC (System Management Controllers) schaffen. Bei einem Desktop von   Apple   ist das Zurücksetzen des SMC sehr einfach, man zieht einfach (nach dem Ausschalten) das Netzkabel und wartet 15 Sekunden. Dann schließt man das Netzkabel wieder an, wartet 5 Sekunden und kann den Mac wieder starten. Bei einem Macbook ist dies leider etwas komplizierter unter unterscheidet sich je nach Modelljahr. Eine ausführliche Anleitung finden Sie hier .

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