Nvidia GeForce RTX 4000: Lohnt sich Warten überhaupt?

Nvidia GeForce RTX 4000: Lohnt sich Warten überhaupt?

Es dauert wohl nicht mehr lange, bis Nvida die ersten Grafikkarten der RTX-4000-Reihe vorstellt. Sollte man also mit dem Kauf einer neuen GPU lieber warten? Nicht unbedingt.

Gut alle zwei Jahre liefern uns die Grafikkarten-Hersteller, zu denen bald auch Intel gehören wird, eine neue GPU-Generation. Bei Nvidia sollte es bald wieder so weit sein, denn die Gerüchte werden immer konkreter und der Launch der RTX-4000-Reihe (Codename: Ada Lovelace) scheint unmittelbar bevorzustehen. Nvidia-CEO Jensen Huan hat schon anklingen lassen, dass eine Vorstellung im Rahmen der GTC-2022-Keynote am 20. September stattfinden könnte.

Sollten Kaufwillige, bei denen ein GPU-Upgrade ansteht, also lieber noch die Vorstellung der neuen Generation abwarten? Oder ist gerade jetzt ein guter Zeitpunkt, um noch schnell eine neue Grafikkarte zu erstehen. Für beides finden sich Argumente.

Warten auf RTX 4000? Diese Gründe sprechen dafür

Nachfolgend einige Gründe, die dafür sprechen, lieber doch noch mit dem GPU-Kauf zu warten:

Es dauert nicht mehr lange

Wie wir bereits in der Einleitung erwähnt haben, soll Nvidia die neue Grafikkartengeneration am 20. September, also in weniger als einer Woche vorstellen – diese paar Tage zu warten, ergibt durchaus Sinn. Auch wenn die neuen GPUs dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht sofort verfügbar sein werden, wissen Sie zumindest, was der Hersteller plant und wie die Performance sowie die Leistungsaufnahme ausfallen soll und viel wichtiger, was die kommenden Modelle kosten werden. 

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Großer Performance-Sprung

Laut aktuellen Gerüchten könnte sich die Rechenleistung des AD102-Grafikchips, der die Basis für die Oberklasse-Karten der 4000er-Generation bilden wird, im Vergleich zum Vorgänger nahezu verdoppeln. Grund dafür ist eine neue Struktur, die deutlich mehr Streaming Multiprozessoren (SM) und Cuda-Kerne bietet.

Laut QbitLeaks sind das offizielle Performance-Werte von Nvidia im Vergleich der RTX 4090 und der RTX 3090 Ti.
Vergrößern Laut QbitLeaks sind das offizielle Performance-Werte von Nvidia im Vergleich der RTX 4090 und der RTX 3090 Ti.

© QbitLeaks

In Kombination mit höheren Taktraten könnte das Ada Lovelace Flaggschiff sogar die erste Gaming-GPU werden, welche die 100 TFLOPs-Schallmauer durchbricht. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag:

Nvidia GeForce RTX 4000: Alles zu Performance, Preis und Release

Auch die RT-Cores werden mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter optimiert, wodurch die Raytracing-Leistung gesteigert wird. Die aktuelle Generation wird selbst in der Oberklasse durch aktiviertes Raytracing bei hoher Auflösung noch regelmäßig an ihre Grenzen gebracht.

Mehr und schnellerer Videospeicher

Dazu kommt, dass vor allem die Mittelklasse-Karten wohl endlich mit mehr Speicher ausgestattet werden, der zudem höher getaktet ist. Laut aktuellen Gerüchten verfügt die RTX 4070 beispielsweise über 10 bis 12 Gigabyte GDDR6X-Speicher, die RTX 3070 kann nur auf 8 Gigabyte zurückgreifen.

Höhere Effizienz bei gleicher Leistungsaufnahme

Auch wenn sich die Leistungsaufnahme der RTX-4000-Karten gegenüber dem Vorgänger wahrscheinlich noch einmal erhöhen wird, steigert sich dank modernerer Architektur die Effizienz bei gleicher Leistungsaufnahme. Die Karten liefen also mehr Leistung pro Watt.

Lieber jetzt zuschlagen: Darum lohnt sich Warten nicht

Es gibt auch einige Argumente, die dafür sprechen, den GPU-Kauf nicht von der neuen Generation abhängig zu machen oder sogar jetzt zuzuschlagen, bevor Ada Lovelace auf den Markt kommt:

Aktuelle Karten sind wieder günstig

GPU-Preise sind in den letzten Monaten radikal gefallen. Vor allem im Premiumsegment, wo im letzten Jahr teilweise die doppelte bis dreifache UVP verlangt wurde, sind Modelle wieder zu attraktiven Preisen erhältlich. Die Gründe dafür sind vielfältig, so ist die Zahlungsbereitschaft und somit die Nachfrage nach teuren Karten gesunken und auch kriselnde Krypto-Währungen sorgen dafür, dass der Preis für aktuelle AMD- und Nvidia-Karten deutlich gefallen ist.

Branchenkenner gehen aber davon aus, dass der Trend sich bald auch wieder umkehren und die Preise wieder steigen könnten. Und die Verfügbarkeit zum Release der RTX-4000-Generation bleibt eine Blackbox. Die Ressourcenknappheit bleibt weiter bestehen und laut einer Meldung von Wccftech haben die Fertigungsbetriebe die Preise deutlich erhöht. Diesen Anstieg werden die GPU-Hersteller wahrscheinlich an die Kunden weitergeben. Wenn dann noch die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt, könnten die Preise ungeahnte Höhen erreichen.

Aktuell ist eher das Gegenteil der Fall: Händler versuchen, ihre Lager für die neue GPU-Generation zu leeren und locken Kunden mit Rabattaktionen.

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Release der Mittelklasse-Karten erfolgt vielleicht später

Glaubt man verschiedenen Leakern, wird Nvidia die verschiedenen RTX-4000-Modelle versetzt auf den Markt bringen. Los geht es mit der RTX 4090, gemunkelt wird ein Verkaufsstart im Oktober. Im November soll dann die RTX 4080 folgen, die RTX 4070 kommt dann erst gegen Weihnachten auf den Markt. Das gilt aber nicht als gesichert, wieder anderen Gerüchte gehen davon aus, dass dieses Jahr nur die RTX 4090 erhältlich sein wird und günstigere GPUs erst 2023 nachfolgen werden. 

Mit den Mittelklasse-Karten RTX 4060 und RTX 4050 ist erst 2023 zu rechnen.

Enorme Leistungsaufnahme

Weiter oben haben wir bereits die voraussichtliche Leistung von Ada Lovelace gelobt, doch diese Performance kommt mit einem Preis. Schon die aktuelle Grafikkarten-Generation von AMD und Nvidia haben sich ihren Performance-Zuwachs mit einer deutlich erhöhten Leistungsaufnahme erkauft und blickt man auf die bisherigen Gerüchte, bleibt dieser Trend wohl bestehen. Bis zu 800 (!) Watt könnte das Topmodell, die RTX 4090 (Ti) dem Netzteil abverlangen. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um die maximal zulässige Leistungsaufnahme, der tatsächliche Verbrauch sollte deutlich darunter liegen. Trotzdem wird die Leistungsaufnahme gegenüber dem Vorgänger wohl deutlich steigen, Gerüchte sprechen von bis zu 600 Watt, wodurch im Zweifelsfall sogar ein neues Netzteil fällig wird. Bei den aktuellen Strompreisen nicht gerade ein Trend, der in die richtige Richtung geht.

Aktuelle Karten immer noch sehr performant

Wenn Sie eine Karte suchen, mit der Sie alle Spiele zocken können, werden Sie auch in den (noch) aktuellen Line-Ups von Nvidia und AMD fündig. Die RTX 3080 und Radeon 6800XT bieten selbst den anspruchsvollsten Gamern genug Leistung für alle aktuellen Spiele in UHD-Auflösung bei hohen Settings. Sie sind reichlich verfügbar und vergleichsweise günstig – ob das bei den RTX-4000-Modellen auch der Fall sein wird, ist dagegen ungewiss.

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