Orbital und Charmstone: Dock-Helfer für den Mac

Das Standard-Dock von Apple ist praktisch, nimmt aber auch Platz ein. Die beiden getesteten Tools bieten pfiffige Alternativen.

Ohne Dock kann man sich ein Computerleben kaum noch vorstellen. Windows hat davon im Grunde mit seiner Task-Leiste eine Miniform. Doch in macOS und auch auf iPhone oder iPad spielt es in unterschiedlichen Varianten eine zentrale Rolle. Seine Geschichte geht zumindest auf den Vorläufer von Apples macOS zurück, nämlich auf Next Step, aus der ”früheren Firma” von Steve Jobs. Hieraus sind wichtige Funktionen und Arbeitsweisen ins macOS übernommen worden. Und natürlich auch weiter entwickelt. Eine kurze Geschichte dazu bringt das englischsprachige Wikipedia .

Praktischerweise lässt sich das Dock gut konfigurieren, nicht nur mit Programmen und Ordnern. Sondern man kann es in den Systemeinstellungen auch an verschiedene Stellen auf dem Bildschirm verschieben, die Icons lassen sich nach Wunsch vergrößern, wenn man mit der Maus darüber fährt, und andere Möglichkeiten mehr. Es lässt sich auch automatisch ein- oder ausblenden. Dennoch nimmt es entweder Platz auf dem Bildschirm ein, in jedem Fall, auch wenn man das standardmäßig versteckt hat, muss man zu dessen Bedienung mit der Maus einen gewissen Weg zurücklegen.

Hier setzen zwei Tools ein, auf die wir über einen Artikel bei  iPhone-Ticker.de  gestoßen sind und sie dann einfach mal selbst ausprobierten: Orbital und Charmstone.

Charmstone – kostenlos nur mit wenigen Funktionen

Beginnen wir mit letzterem Tool, denn dieses ist in der Grundkonfiguration kostenlos. Charmstone lässt in dieser Probeversion lediglich vier Apps im über einen Tastaturkürzel aufgerufen im Fenster zu, per Drag-and-Drop lassen sich diese ändern. Auch Ordner, Dokumente, Dateien oder Apple Scripts kann man dort einfügen, das funktioniert aber wohl nur in der Bezahlfunktion. Da man das Tastaturkürzel (Shortcut) mit einer Mausbewegung ergänzt, bevor das Mini-Dock aufgerufen wird, funktioniert dies an jeder beliebigen Stelle auf dem Bildschirm. Schön auch, dass man in der Systemleiste über das Menulet die entsprechenden Programme ohne Dock aufrufen kann. Wer gern selbst konfiguriert und bastelt, ist mit diesem Tool für die Vollversion für 16 Shortcuts (Schnellzugriffe) und mit einigen weiteren Funktionen für knapp zehn Euro aus dem Mac App Store nach unserem ersten Eindruck gut bedient. Verfügbar ist das Tool in der Version 0.21 – was noch ein wenig nach einem Versuchslauf klingt, man darf wohl mit weiteren Entwicklungen rechnen – ab macOS 10.14 für Intel und Apple Silicon-Macs. Ein Nachteil ist, dass es alles nur auf Englisch gibt.

Kostenlos hat man nur Zugriff auf vier Apps etc..
Vergrößern Kostenlos hat man nur Zugriff auf vier Apps etc..

Für Orbital gibt es keine wie auch immer abgespeckte Testversion. Hier kann man nur direkt auf der Homepage des Entwicklers ein wenig die Funktionen simulieren . Das ist wenig ergiebig, zeigt aber, dass neben Programmen auch beispielsweise Ordner sich integrieren lassen. Je nachdem, was im Dock geöffnet ist – denn eine freie Konfigurierbarkeit gibt es hier nicht. Dafür kann man auch direkt loslegen: Was immer im Dock geöffnet ist, lässt sich nach bestimmten Kriterien integrieren, auch zum Beispiel angepinnte Dateien oder Apps. Außerdem bestimmt man bei Orbital selbst, wo sich das Mini-Dock öffnen soll – man fährt die Maus auf dem Bildschirm an den gewünschten Platz und drückt den Shortcut (standardmäßig Option – x (⌥x)).

Orbital muss man gleich kaufen, dafür lässt es sich direkt nutzen.
Vergrößern Orbital muss man gleich kaufen, dafür lässt es sich direkt nutzen.

Orbital 1.0.0 zeigt um einen mittigen Kreis herum im Fenster insgesamt acht geöffnete Apps aus dem Dock an – wenn es mehr sind, scrollt man mit der Maus einfach durch weitere Fenster nach unten. Daran hat man sich rasch gewöhnt. Ein Klick auf eine App lässt direkt dahin wechseln.

Orbital gefällt uns gut, weil man einfach loslegen kann. Geschlossene Programme lassen sich damit freilich nicht aufrufen. Doch dafür ist es auch nicht gedacht – hierfür würde man wieder das komplette Dock benötigen, das wir aber auch leicht über ein Tastaturkürzel in den Vordergrund holen können.

Orbital unterstützt macOS 12 und 13 (Monterey und Ventura). Bezahlen muss man dafür regulär gute zwölf Euro – im Moment gibt es ein Sparangebot für 7,15 Euro, inklusive Mehrwertsteuer wurden wir dafür 8,51 Euro los. 

Der Nachteil vor dem Kauf ist eben, dass man außer der Mini-Präsentation auf der Webseite keine vorherige Möglichkeit hat, es auszuprobieren. Daher sollte man sich vorher gut überlegen, ob man auf das Standard-Dock verzichten und dafür eine dann freilich leicht zugängliche Alternative für die geöffneten Programme haben möchte.

Fazit

Das Dock mit seiner langen Geschichte bis zurück zu Next Step ist immer noch eine faszinierende Erweiterung der Möglichkeiten zur Verwaltung von Programmen auf dem Mac. Wer allerdings auch gern mit Launchern wie Alfred , Launchbar & Co. arbeitet, mag den Einsatz von Docks und Ersatz-Tools dafür als überflüssig empfinden. Es ist letztlich Geschmackssache. Wir nutzen gern eine Kombination aus mehreren Möglichkeiten und suchen uns immer die für den Zweck gerade geeignetste aus. Insofern kommt bei uns nun auch sicherlich Orbital zum Einsatz – wobei uns auch Charmstone wegen der umfassenderen Konfigurierbarkeit gut gefällt.

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