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Pedelec/E-Bike: Immer mehr Tote und Verletzte

Immer mehr Menschen verunglücken mit einem Pedelec (E-Bike). Pedelec-Unfälle enden zudem häufiger tödlich als Unfälle mit Fahrrädern ohne Hilfsmotor.

Definition: Pedelec – Unterschied zum E-Bike

Umgangssprachlich werden Pedelecs auch als E-Bikes bezeichnet. Doch Pedelecs sind Fahrräder mit einem elektrischen Hilfsantrieb, bei denen man treten muss; ein E-Bike dagegen kann sich auch ohne Tretbewegungen nur durch die Kraft seines E-Motors bewegen . Ein E-Bike ist also streng genommen ein elektrisches Mofa. Mehr dazu lesen Sie in diesem Beitrag: Pedelec, S-Pedelec, E-Bike, E-Scooter, E-Roller: Was ist was?

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Immer mehr Pedelecs – immer mehr Unfälle mit Pedelecs

2021 gab es laut dem Statistischen Bundesamt Destatis in rund 13 % der privaten Haushalte in Deutschland mindestens ein Pedelec. 2014 stand ein Pedelec dagegen nur in rund 3 Prozent der Haushalte. Diese Entwicklung schlägt sich in der Zahl der Unfälle nieder: Im Jahr 2021 meldete die Polizei 17.285 Pedelec-Unfälle mit Personenschaden, 2014 waren es nur 2.245 (2014 wurde in der polizeilichen Unfallanzeige erstmals bundesweit zwischen Fahrrädern ohne Hilfsmotor und Pedelecs unterschieden). Bei nichtmotorisierten Fahrrädern ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden dagegen von 76.643 im Jahr 2014 auf 67.931 im Jahr 2021 gesunken.

Unfälle mit und ohne E-Unterstützung.
Vergrößern Unfälle mit und ohne E-Unterstützung.

© destatis.de

Immer mehr verunglückte Pedelec-Fahrer

Die wachsende Pedelec-Nutzung spiegelt sich auch in der Zahl der verunglückten Pedelec-Nutzerinnen und -nutzer wider. Im Jahr 2021 verunglückten 17.045 Menschen, die mit dem Pedelec unterwegs waren. Im Jahr 2014 waren es nur rund 2223 Verunglückte mit einem Pedelec.

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Eine ähnliche Entwicklung findet sich auch bei den Getöteten: 2021 kamen bereits 131 Menschen auf einem Pedelec ums Leben, 2014 waren es “nur” 39 Frauen, Männer und Kinder.

Demgegenüber ist die Zahl der Verunglückten auf einem nichtmotorisierten Fahrrad von 2014 bis 2021 um rund 12 Prozent gesunken. Waren es 2014 noch 76.073 Menschen, kamen 2021 rund 67.080 Menschen auf einem nichtmotorisierten Fahrrad zu Schaden. Die Zahl der Getöteten sank in diesem Zeitraum von 357 auf 241.

Altersverteilung.

Pedelecs sind tödliche

Bezogen auf 1000 Pedelec-Unfälle mit Personenschaden kamen im Jahr 2021 7,6 Fahrerinnen und Fahrer ums Leben, bei einem nichtmotorisierten Fahrrad waren es “nur” 3,5 Getötete. Die Zahl der Menschen, die mit einem Pedelec tödlich verunglückten, ist je 1000 Pedelec-Unfälle mit Personenschaden in den letzten Jahren allerdings deutlich zurückgegangen: Denn 2014 gab es noch 17,4 Getötete je 1000 Pedelec-Unfällen mit Personenschaden.

Dies sei laut Destatis auch auf das Alter der Verunglückten zurückzuführen: Menschen, die auf einem Pedelec verletzt oder getötet wurden, waren im Durchschnitt 55 Jahre alt, auf einem nichtmotorisierten Fahrrad sind die Fahrer mit 41 Jahren dagegen deutlich jünger. Bei älteren Menschen sei die Wahrscheinlichkeit laut Destatis höher, sich bei einem Sturz schwer oder tödlich zu verletzen als bei jüngeren.

Immer mehr jüngere Pedelec-Fahrer

War im Jahr 2014 noch mehr als die Hälfte (54,5 Pedelec) der verunglückten Nutzerinnen und Nutzer eines solchen Pedelecs mindestens 65 Jahre alt, so war es 2021 nur noch ein Drittel (33,5 Prozent). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg der Anteil der jüngeren mit dem Pedelec Verunglückten entsprechend an: 2014 war jeder neunte Mensch (10,7 Prozent), der mit einem Pedelec verunglückte, unter 45 Jahre, 2021 bereits gut jeder vierte (27,8 Prozent). Zum Vergleich: Bei Verunglückten auf nichtmotorisierten Fahrrädern war jeder oder jede sechste Verunglückte 65 und älter. Mehr als die Hälfte (55,5 Prozent) waren jünger als 45 Jahre.

Scooter-Unfälle

Im Jahr 2021 gab es 5535 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. Dabei wurden 482 Menschen, die mit dem E-Scooter unterwegs waren, verletzt, wovon fünf starben.

Im Jahr 2021 lag das Durchschnittsalter eines verunglückten E-Scooter-Fahrers bei 31 Jahren. 41,4 % waren unter 25 Jahre alt. Nur 3,4 Prozent der verunglückten E-Scooter-Nutzenden gehören der Altersgruppe 65+ an.

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Fahren unter Alkoholeinfluss häufige Unfallursache

Insgesamt registrierte die Polizei bei verunglückten E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrern 5967 Fehlverhalten. Die mit Abstand häufigsten Vorwürfe waren das Fahren unter Alkoholeinfluss (1080 Fehlverhalten) und die falsche Benutzung der Fahrbahn oder der Gehwege (1079 Fehlverhalten, jeweils 18,1 Prozent). Nicht angepasste Geschwindigkeit, der dritthäufigste Vorwurf an E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer, spielte in 7,4 % der Unfälle eine Rolle (443 Fehlverhalten).

Fehlverhalten.