So teuer ist es, sein Macbook täglich zu laden

Wer sein Macbook täglich auflädt, zahlt dadurch viele hundert Stunden Netzstrom im Jahr. Was dieses Laden täglich kostet, haben wir angesichts steigender Stromkosten für Sie einmal ausgerechnet.

Mit den aktuell immer weiter steigenden Strompreisen ist es durchaus sinnvoll zu wissen, welche Geräte im Haus wie viel Strom verbrauchen. Laden Sie Ihr iPhone 13 einmal am Tag , dann kostet Sie das nur ungefähr 4 Euro im Jahr – hätten Sie das gedacht? Jetzt wollen wir aber natürlich auch wissen, was das Aufladen unseres Macbooks denn kostet, das auch täglich im Einsatz ist.

Weil ein Macbook aber nicht permanent unter Volllast läuft und es oft abwechselnd am Stromnetz hängt oder per Akku genutzt wird, gehen wir für unsere Kalkulation von einem konstruierten Fall aus: Wir nutzen unser Macbook jeden Tag ausschließlich über den Akku und laden es abends wieder komplett auf. Das ist mit den aktuellen Macbooks durchaus möglich und ist eine gute Annäherung an den täglichen Verbrauch.

Was kostet ein Aufladen des Macbooks?

Wollen Sie ausrechnen, was Sie ein tägliches Aufladen des Macbook-Akkus kostet, müssen Sie die Kapazität des Akkus berücksichtigen – die Apple mit gleich zwei Einheiten angibt: Wh und mAh. Wichtig ist für uns die Angabe “Wh” oder Wattstunden.

Ein leistungsstarkes Macbook Air M2 hat einen Akku mit 52,6 Wh (4561 mAh) – mit dem das Gerät bis zu 18 Stunden auskommt – laut Apple kann man so lange ein Apple TV-Video abspielen. Einen „fetteren“ Akku hat das Macbook Pro 16-Zoll M1: Hier sorgt ein Akku mit  99,6 Wh (8693 mAh) für eine Abspielzeit von 21 Stunden, beim Macbook Pro 14-Zoll ist es ein Akku mit 69,7 Wh (6068 mAh) und 17 Stunden Akkulaufzeit. Trotz dieser beeindruckenden Laufzeiten gehen wir aber für unsere Rechnung davon aus, dass der Akku im Laufe des Arbeitstages komplett leer geht. Das ist bei einem langen Arbeitstag realistisch.

Was man ebenfalls berücksichtigen muss: Leider erreichen die Netzteile und Akkus einen mäßigen Wirkungsgrad von etwa 70 Prozent – etwa 30 Prozent gehen verloren, müssen aber natürlich bezahlt werden. Will man also einen Akku mit 99,6 Wh komplett aufladen, werden in Wirklichkeit 142 Wh verbraucht und abgerechnet. Das ist noch einmal ungünstiger als bei einem Desktop oder Display, da beim Aufladen und Entladen des Akkus Energie verloren geht.

Die Dauer des Aufladevorgangs ist übrigens nicht relevant, es geht nur um die Kosten der 142 Wh bzw. 0,142 kWh. Beim Strompreis orientieren wir uns an einer Untersuchung des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft), der bei einer Strompreisanalyse für den vergangenen Juli auf einen aktuellen Durchschnittspreis von 37,30 Cent pro Kilowattstunde gekommen ist (natürlich kann Ihr Strompreis günstiger oder teurer sein – Ihren individuellen Preis sehen Sie in Ihrem Vertrag, um die Berechnung anhand Ihrer Daten zu übernehmen).

Bei 37,30 Cent pro kWh sind dies 37,30 x 0,142. Das gesamte Aufladen kostet demnach 5,3 Cent pro Tag und bei einem täglichen Aufladen summieren sich die Stromkosten für das Macbook auf 19,35 Euro im Jahr .

Wir rechnen für das Macbook Air M2 und Macbook Pro 14-Zoll nach: Beim weniger Strom verbrauchenden Macbook Air kommen wir auf 2,8 Cent pro Aufladung, beim Macbook Pro 14-Zoll auf 3,7 Cent pro Aufladung. Das Macbook Air M2 kostet somit in unserem Nutzungsszenario 10,22 Euro im Jahr, das 14-Zoll Pro 13,51 Euro im Jahr .

So teuer ist es, seinen Laptop täglich zu laden

Warum ist der Stromverbrauch so gering?

Die Kosten wirken nach unserer Meinung überraschend niedrig . Selbst bei doppelt so hohen Stromkosten muss man sich um die Kosten des Aufladens also keine Sorgen machen. Grundsätzlich sind die neuen ARM-Macs einfach äußerst sparsam –  vor allem im Vergleich mit alten Intel-Macs . Bei einem alten Macbook Pro mit Intel-CPU wären Sie wohl niemals mit einer Akku-Ladung über einen kompletten Tag gekommen. Das betrifft auch die Desktop-Macs: Während beispielsweise der letzte Intel Mac Mini bei Volllast bis zu 122 Watt verbrauchte, sind es beim Mac Mini M1 maximal 39 Watt – obwohl die Performance des Mac Mini M1 deutlich über dem Intel-Modell liegt. Auch bei anderen Komponenten hat Apple auf niedrigen Stromverbrauch geachtet. Nebenbei ist bei den aktuellen Modellen auch der Standby-Verbrauch niedriger und ebenso die Wärmeabgabe.

Der Mac Mini M1 verbraucht deutlich weniger Strom als der Vorgänger mit Intel-CPU.
Vergrößern Der Mac Mini M1 verbraucht deutlich weniger Strom als der Vorgänger mit Intel-CPU.

Auch die beiden Mac Studio sind mit einem maximalen Stromverbrauch von 215 W (M1 Ultra) und 115 W (M1 Max) vergleichsweise genügsam – vor allem im Vergleich zu aktuellen Gaming-PCs mit mehreren Grafikkarten. Für leistungsfähige Gaming-PCs gibt es nicht ohne Grund Netzteile wie das Corsair AX 1600i mit 1600 W – da kommt man bei Vollast schon nahe an den eingangs erwähnten Ölradiator heran.

Was ist mit einem externen Display?

In gewisser Weise ist unsere Kalkulation natürlich eine Milchmädchenrechnung, da viele Anwender ihr Macbook zusammen mit einem externen Display nutzen und alle Geräte am Arbeitsplatz permanent am Stromnetz hängen – und natürlich auch eine Schreibtischlampe benutzt wird. Hier muss vor allem der Stromverbrauch des Displays addiert werden. Apples Studio Display etwa verbraucht im Standby noch 0,36 Watt, im Gebrauch 30,3 Watt – und das Netzteil arbeitet mit 90,9 Prozent Effizienz. Das sind nach unserer Rechnung bei 10 Stunden Nutzungszeit weitere 333 Wh oder 12,43 Cent pro Tag – das sind immerhin 45,38 Euro pro Jahr und auf Dauer doch spürbar. Beim Studio Display kann Apple dann doch keine Stromsparwunder vollbringen , ein großes und helles 5K-Display verbraucht einfach viel Energie.

Stromfresser mit Funksteckdose im Blick behalten

Es sind wohl eher alte Elektrogeräte wie Waschmaschinen oder Heizlüfter, die ihre Stromrechnung belasten – weniger ein aktueller Mac. Sie können den Verbrauch verdächtiger Geräte aber per Strommessgerät im Auge behalten, dies beherrschen sogar die meisten Funksteckdosen . Die intelligente Steckdose Eve Energy unterstützt dabei sogar Homekit. Nach unseren Erfahrungen sind die Messergebnisse dieser handelsüblichen Geräte aber mit etwas Misstrauen zu betrachten. Gerade bei Geräten mit niedrigem Stromverbrauch wie einem Macbook oder iPad liefert eigentlich nur ein echter RMS Wattmeter zuverlässige Daten.

Fazit:

Apples aktuelle Macbooks und Macs sind erstaunlich sparsam. Vor allem im Vergleich mit älteren Geräten fällt der niedrige Stromverbrauch auf. Auch bei steigenden Stromkosten muss man sich um die Stromkosten seiner Apple-Geräte wenig Sorgen machen – und sollte eher Beleuchtung und Heizung der Wohnung überprüfen.

So teuer ist das Arbeiten im Home Office: Stromkosten für PC, Monitor, Ventilator etc.

Schreibe einen Kommentar

X

Main Menu