Stromkosten im Überblick: So teuer ist Ihr iMac im Home Office

Stromkosten im Überblick: So teuer ist Ihr iMac im Home Office

Foto: Hadrian – shutterstock.com

Ein iMac verbraucht tatsächlich recht viel Strom, die Kosten hängen aber stark vom Modell ab. Wie Apple auf seiner Homepage ausführlich auflistet, beeindrucken vor allem die neuen ARM-Modelle mit niedrigen Werten: So verbraucht der iMac 24-Zoll mit M1-CPU selbst unter Volllast maximal 84 Watt. Ist nur der Finder aktiv (Apple bezeichnet den Zustand als “inaktiv” oder “idle”), sind es nur 43 W.

Weit mehr Strom verbrauchen Sie nämlich, wenn Sie noch einen Intel-iMac 5K nutzen. Je nach Grafikkarte und CPU liegt der Stromverbrauch dann bei bis zu 295 Watt, inaktiv sind es bis zu 74 Watt.

“Inaktiv” meint dabei, dass der Rechner eingeschaltet, aber nur der Finder geöffnet ist – etwa wenn Sie nur einen Text lesen. Maximallast ist laut Apple dagegen die maximal mögliche Stromaufnahme, die bei maximaler CPU- oder GPU-Last erreicht werden kann – beispielsweise beim Rendern eines Videos. Bearbeiten Sie aber nur eine Excel-Datei, liegt die Auslastung bei einem modernen Modell eher im Bereich “Inaktiv”.

Der Stromverbrauch aller aktuellen Macs hängt sehr stark von der individuellen Auslastung und Ihren Energieeinstellungen (zu finden unter “Systemeinstellungen > Energie sparen”) ab. Das macht die Berechnung des Verbrauchs schwierig, ist aber gerade die Stärke moderner Macs, da immer nur die gerade benötigte Leistung abgerufen wird. Auch der Wechsel zur ARM-Plattform hat hier einen positiven Effekt. So berichtete ein Anwender, der von einem iMac Pro zum iMac 24 wechselte, dass sein Stromverbrauch in der Praxis um 4000 Wattstunden (Wh) pro Tag sank – das sind immerhin Stromkosten von 1,50 Euro pro Tag. Das ist allerdings auch ein Extrembeispiel. So kann der 2017 vorgestellte iMac Pro schließlich unter Last bis zu 370 Watt verbrauchen, ein 28-Kern-Mac Pro sogar bis zu 902 Watt.

Im Alltag werden Sie Ihr Office-iMac wohl maximal zehn Stunden pro Tag aktiv nutzen. Beim iMac 24 Zoll ergibt dies einen täglichen Stromverbrauch von 430 bis 840 Wattstunden, beim iMac 5K sind es 740 bis 2950 Wattstunden.

Bei dem in Deutschland aktuell durchschnittlichen Preis von 37,30 Cent/kWh multipliziert man diesen Stromverbrauch in kWh mit dem Strompreis: Also 37,30 Cent x 0,430 kWh = 16,039 Cent ergibt den minimalen Wert. 37,30 Cent x 0,840 = 31,332 Cent Maximalkosten. Die Nutzung des iMacs mit 24 Zoll kostet folglich zwischen 16 bis 31 Cent pro Tag ­oder 5 bis 10 Euro im Monat (bei täglicher Nutzung).

Der iMac 5K ist kostspieliger: Hier sind es zwischen 27,602 bis 110 Cent pro Tag oder 9 bis 34 Euro im Monat (bei täglicher Nutzung). Beim 5K-iMac sollte man nach unserer Schätzung mit knapp 20 Euro Stromkosten im Monat rechnen. (Wir rechnen außerdem mit 31 Tagen pro Monat, da Sie ihren iMac vielleicht auch am Wochenende privat nutzen.)

Beim Ruhezustand verbrauchen die iMacs nur wenig Strom, der iMac 24-Zoll knapp 5 Watt. Das ist vernachlässigbar und entspricht knapp 8 Euro im Jahr.

Kosten im Home Office: Arbeiten Sie das ganze Jahr über im Home-Office, dann sammeln sich hier einige Kosten an. Gehen wir von 250 Arbeitstagen aus (in Bayern) im Jahr 2022 abzüglich 30 Tage Urlaub, ergeben sich 220 Tage, an denen der iMac aktiv ist. Bei maximal zehn Stunden Laufzeit am Tag ergeben sich so jährliche Kosten in Höhe von rund 68 Euro für den iMac 24 Zoll und bis zu 242 Euro für den iMac 5K.

Der iMac 5K hat zwei Nachteile: Er hat wenig effiziente Intel-CPUs, stromhungrige Grafikkarten und vor allem ein großes und helles 5K-Display – das ist toll bei der täglichen Arbeit, beim Stromverbrauch aber ein Nachteil. Das 24-Zoll-Display des ARM-iMacs ist dagegen schon durch die kleinere Bildschirmfläche sparsamer. Trotzdem bleibt der Bildschirm das Modul mit dem größten Verbrauch. So verbraucht der Mac Mini mit der gleichen CPU im Modus “Idle” oder Inaktiv nur noch 6,8 Watt und maximal 39 Watt – aber eben ohne Monitor. Apples neues Studio Display dagegen verbraucht im Betrieb kontinuierlich 30,3 Watt.

In der Praxis lässt sich also durch den Umstieg von Intel auf ARM durchaus Geld sparen. Die große Stärke von Apples neuer ARM-CPUs ist schließlich der Energieverbrauch. Sie können ihre Leistung dynamisch anpassen, besitzen zusätzliche stromsparende CPU-Kerne für Alltagsaufgaben und können rechenintensive Aufgaben wie Video-Decoding auf einen effizienten Spezialchip auslagern. Anders als bei den Intel-CPUs läuft die CPU deshalb seltener mit Maximallast. Selbst der genügsamste iMac ist aber immer noch stromhungriger als ein Macbook Air. Beim weniger Strom verbrauchenden Macbook Air kommen wir auf knapp 3,6 Cent pro Akku-Aufladung oder Nutzungstag – gegenüber 16 Cent beim iMac 24-Zoll.

iMac Retina 2020

iMac Retina 2020

iMac Retina 4K 2019

iMac Pro (2017)

Modell

23,5?-Display (Retina 4.5K), M1, 8-Core CPU und 7-Core GPU

27?-Display (Retina 5K), 10-Core i9 (3,6 GHz), AMD Radeon Pro 5700 XT

21,5?-Display (Retina 4K), Intel 6-Core i7

27-inch Retina 5K display, 2.3GHz Intel Xeon W,Radeon Pro Vega 64

Inaktiv

43W

74W

47W

64W

CPU Max

80W

295W

166W

370W

Stromfresser im Blick behalten

Es sind wohl vor allem alte Elektrogeräte, die ihre Stromrechnung belasten – weniger ein aktueller iMac. Sie können Ihren individuellen Verbrauch aber recht bequem per Strommessgerät überwachen, dies beherrschen sogar günstige Funksteckdosen. Die intelligente Steckdose Eve Energy unterstützt etwa sogar Homekit. Nach unseren Erfahrungen sind die Messergebnisse dieser Funksteckdosen aber immer mit etwas Misstrauen zu betrachten. Vor allem bei Geräten mit niedrigem Stromverbrauch wie einer Apple Watch oder einem iPhone liefert eigentlich nur ein teurer RMS Wattmeter zuverlässige Daten.

Apples aktuelle Macbooks und Macs sind erstaunlich sparsam, selbst die Kosten für einen alten 5K-iMac bleiben nach unserer Meinung noch im Rahmen. Vor allem im Vergleich mit älteren Geräten fällt der niedrige Stromverbrauch der neuen ARM-Macs positiv auf. Auch bei steigenden Stromkosten muss man sich um die Stromkosten seiner Apple-Geräte deshalb wenig Sorgen machen – und sollte eher Beleuchtung, Küchengeräte und Heizung überprüfen.

(PC-Welt)

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