Stromkosten: So teuer kommen Ihnen Ihre Apple-Produkte pro Jahr

Stromkosten: So teuer kommen Ihnen Ihre Apple-Produkte pro Jahr

Foto: LongJon – shutterstock.com

Wir hatten es Ihnen in den letzten Wochen an mehreren Stellen vorgerechnet: Manche Apple-Produkte verbrauchen selbst bei täglicher Nutzung überraschend wenig Energie – so schlagen die Stromkosten für iPhone, iPad, Mac und Co. nicht sonderlich ins Kontor. Vermutlich sparen Sie weit mehr, wenn Sie Ihren Kühlschrank regelmäßig abtauen oder alte Lampen durch LED-Leuchtmittel ersetzen, als wenn Sie Ihr iPhone nur noch halb so oft aufladen. Die Details.

In unserer Betrachtung der Stromkosten haben wir den Preis von 37 Cent pro Kilowattstunde womöglich zu niedrig angesetzt, Preise jenseits der 50 Cent muss man bald erwarten. Dafür haben wir Anzahl die Ladevorgänge pro Jahr recht hoch angesetzt und sind in unserer Beispielrechnung von einer täglichen vollen Ladung ausgegangen. Unter diesen Annahmen kostet Sie der Strom für das iPhone 14 2,24 Euro im Jahr, iPhone 14 Pro Max und iPhone 14 Plus kosten wegen ihrer größeren Akkus 2,95 Euro im Jahr. Dabei ist zu beachten, dass bei drahtlosen Laden mehr elektrische Energie als unnütze Wärme frei wird und die Kosten höher ausfallen. Aber auch dann ist nicht viel gespart, wenn Sie Ihr iPhone nur noch selten benutzen.

Noch mehr als beim iPhone lautet die Antwort auf die jährlichen Stromkosten für das iPad: “Es kommt darauf an”. Denn die Palette an iPads ist mittlerweile recht unübersichtlich geworden, insbesondere weil Apple in diesem Jahr nach der Präsentation des iPad 10 das Vorgängermodell im Handel belassen hat. Aber ähnlich wie beim iPhone fallen die Energiekosten im Vergleich zum Kaufpreis praktisch nicht ins Gewicht. Wir ziehen in unserer Beispielrechnung das iPad der neunten Generation heran, welches das günstigste im aktuellen Portfolio ist. Der Akku fasst 32,4 Wattstunden an Energie, in unserer Betrachtung gehen wir auch hier von einem täglichen Ladevorgang von null auf hundert Prozent aus. In diesem Extremfall zahlen Sie beim genannten Energiepreis 5,06 Euro pro Jahr – in der Realität gewiss weniger.

Mit größeren Akkus steigen die Kosten – wir sind aber immer noch in einem Bereich, der gegenüber sonstigen Kosten kaum das Budget belastet. Erneut setzen wir den Strombedarf maximal an und betreiben das Macbook den ganzen Tag über mit Strom aus der Batterie, bis es leer ist und laden es nach Feierabend komplett wieder auf. Das ist mit M1/M2-Macbooks ohne Weiteres möglich, wenn Sie nicht gerade mehrere Monitore an das Macbook hängen und darauf 4K-Videoschnitt betreiben – der Akku hält einen ganzen Arbeitstag lang durch. Wir berechnen nun den Bedarf des Macbook Air M2, dessen Akku 52,6 Wattstunden an Energie bereithält. In diesem Fall bezahlen wir 10,22 Euro im Jahr – immer noch wenig im Vergleich zum Preis von 1.849 Euro für das Modell mit 512 GB SSD und 8 GB RAM (UVP Apples). Ein leistungsstärkeres Macbook Pro 14 Zoll mit seinem etwas größeren Akku sind es 13,51 Euro im Jahr. Wir können hier von in der Realität höheren Preisen ausgehen, die mit dem Strompreis wachsen – denn eine komplette Ladung für ein Arbeitsgerät wie das Macbook ist weit realistischer als die tägliche komplette Aufladung von iPhone 14 oder iPad 9. Das iPad Pro würden wir indes eher in die Kategorie Macbook stecken.

Weit weniger zahlen Sie natürlich für dessen, benötigen Sie Ihr Macbook nur für Arbeit unterwegs, weil Sie die meiste Arbeitszeit mit einem Desktop-Mac verbringen. Aber auch für diesen Fall haben wir eine Berechnung angestellt, mit einem iMac M1 24“. Dieser ist recht energiehungrig, laut Apple nimmt er unter Volllast eine Leistung von 84 Watt aus dem Stromnetz auf. Wird der Mac kaum genutzt, sinkt die Leistungsaufnahme auf 43 Watt im Idle-Modus. Wir gehen in unserer Beispielrechnung von einem täglichen zehnstündigen Einsatz aus, was mindestens 60 bis maximal 120 Euro pro Jahr an Stromkosten ergibt. Nutzen Sie noch einen iMac 5K mit Intel-Chip, den Apple nicht mehr verkauft, zahlen Sie 108 bis 408 Euro an Strom pro Jahr! Intel-Macs sind weit energiehungriger, jede Minute des Ruhezustands schont den Geldbeutel. Eine Neuanschaffung kann sich durchaus lohnen – wir haben noch gar nicht eingerechnet, wie viel schneller Sie Ihre Arbeit mit einem Apple-Silicon-Mac erledigen und das bei weit geringerer Leistungsaufnahme. Und was Ihr Mac Pro mit 28-Kern-Prozessor und zwei Vega-II-Duo-Grafikkarten an Strom kostet, wollen wir gar nicht ausrechnen. Für sein Top-Modell gibt Apple eine Leistungsaufnahme von 902 Watt an …

Kommen wir wieder zu etwas preiswerteren Geräten mit geringerem Stromverbrauch. Für den Homepod Mini haben wir zwei Szenarien angenommen, in dem Apples smarter Lautsprecher entweder zehn Stunden Musik pro Tag abspielt und den Rest der Zeit im Standby verbringt oder nur zwei Stunden täglich aktiv ist. Die Kosten unterscheiden sich nicht wesentlich, sie betragen 3,00 Euro respektive 2,50 Euro pro Jahr – also kaum der Rede wert. Da der Homepod Mini recht preisgünstig zu haben ist, nehmen wir gleich mal ein Stereopaar, dann sind wir bei 6 Euro respektive 5 Euro jährlich. Das Musikabo kostet bei Apple ab 4,99 Euro – pro Monat!

Schließlich berechnen wir noch die Stromkosten für die Apple Watch und deren vergleichsweise kleinen Akku. Auch wenn die drahtlose Lademethode recht ineffizient ist, weil 40 Prozent der elektrischen Energie zu Wärme werden, kostet Sie der Strom für die Smartwatch fast nichts. Nach unserer Rechnung sind das 47 Cent für die Apple Watch Ultra und 27 Cent für die Apple Watch Series 8 – im Jahr!

Der Rest ist simple Addition, die Werte für die Summanden haben wir beieinander. Betrachten wir drei Nutzungsszenarien:

Digitaler Nomade: Dieser arbeitet mit einem Macbook Air M2, nutzt selbstverständlich ein iPhone recht intensiv, lässt sich von der Apple Watch die Uhrzeit sagen und die Aktivität vermessen, abends genießt er noch ein wenig Musik von seiner Homepodstereoanlage. Macht insgesamt:

13,51 Euro (Macbook Air M2) + 2,95 Euro (iPhone 14 Pro Max) + 47 Cent (Apple Watch Ultra) + 5 Euro (Homepod Mini, Gelegenheitsnutzung) = 21,93 Euro

Home-Office: Im Büro daheim läuft der iMac zehn Stunden am Tag, unter durchschnittlicher Last. Am meisten noch strengt den M1-Prozessor die Wiedergabe der Teams- und Zoom-Konferenzen auf dem 24-Zoll-Bildschirm an. Währenddessen läuft die ganze Zeit Musik auf der Homepod-Mini-Stereoanlage, der iMac hat zwar auch taugliche Lautsprecher, der Home-Office-Worker betreibt seinen iMac M1 aber nur dienstlich, mit einer anderen Apple-ID. Das iPhone kommt selten zum Einsatz, Ladung nur alle zwei Tage notwendig. Dafür dient das iPad 9 zum Lesen der Morgenzeitung und abends liest man Bücher, schaut Filme, daddelt sich durch Apple Arcade. Eine Apple Watch braucht man hier nicht, man ist ja ständig von den Uhren auf den Bildschirmen umgeben. Kostet insgesamt an Strom:

90 Euro (iMac M1 mit mittlerem Verbrauch) + 1,12 Euro (iPhone 14, Ladung alle zwei Tage) + 5,06 Euro (iPad 9, täglich neu geladen) + 6 Euro (Homepod Mini im Intensivgebrauch) = 102,18 Euro

Allesnutzer: In seinem Haushalt steht grundsätzlich alles, was einen Apfel drauf hat. Der iMac läuft ständig und gibt auch Musik zur Arbeit wieder, das Macbook Pro M1 Pro arbeitet nebenbei recht anspruchsvolle Aufgaben ab, wegen seines leistungsfähigen Prozessors. Beide Maschinen sind aber gut acht bis zehn Stunden täglich in Betrieb. Das iPhone 14 Pro spielt und spricht sich täglich leer, die Homepods laufen aber erst nach Feierabend, wenn das iPad 9 hauptsächlich der Unterhaltung dient. Die Apple Watch kommt auch einmal täglich komplett leer auf die Schnellladestation, denn unser Allesnutzer muss nach einem anstrengenden Tag mit vielen Schritten und Tritten in der Mittagspause auch noch seinen Schlaf vermessen. Macht an Stromkosten im Jahr:

120 Euro (iMac M1 mit maximalem Verbrauch) + 13,51 Euro (Macbook Pro 14″ M2 Pro) 2,24 Euro (iPhone 14 Pro, tägliche Ladung) + 5 Euro (Homepods, Gelegenheitsnutzung) + 27 Cent (Apple Watch Series 8) + 2,53 Euro (iPad 9, Ladung alle zwei Tage) = 143,55 Euro.

Nehmen wir zum Schluss noch einen Vierpersonenhaushalt an. Der eine Elternteil ist ein Allesnutzer, der andere ein digitaler Nomade. Die beiden Kinder passen zum Profil Home-Office – sind aber mindestens den halben Tag oder die halbe Woche außer Haus, in Schule, Universität, Arbeits- oder Ausbildungsstelle. Also rechnen wir insgesamt mit einer Person von jeder Sorte, macht dann 267,66 Euro Stromkosten im Jahr. Bei einem realistischen Gesamtverbrauch von 4000 Kilowattstunden im Jahr oder einer Jahresstromrechnung von 1480 Euro nicht völlig vernachlässigbar. Vor allem Desktops und große Bildschirme benötigen mehr Energie, die Kosten etwa für Gaming auf Konsole und PC haben wir hier unberücksichtigt gelassen.

(Macwelt)

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