Telegram-Nutzer können über Überwachung abstimmen

Telegram-Nutzer können über Überwachung abstimmen

In einer aktuellen Umfrage will Telegram wissen, wieviele Daten Nutzer an die Ermittlungsbehörden weitergeben wollen.

Der Messenger Telegram verspricht seinen Nutzern in dieser Woche ein  Mitspracherecht in Bezug auf die Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden. In einer Umfrage auf dem offiziellen Kanal will das Unternehmen von seinen Nutzern wissen, wieviele Daten sie in Zukunft mit deutschen Behörden, einschließlich der Polizei, teilen wollen.

Nutzer haben drei Optionen

Telegram betont in dem Beitrag, dass der Messenger keine Informationen über Kontakte an Chats an Dritte weitergebe. Seit der 2018 geltenden Datenschutzerklärung sei es jedoch erlaubt, Telefonnummern und IP-Adressen von Terrorverdächtigen per Gerichtsbeschluss auf Anfrage der Regierung offenzulegen. In der aktuellen Umfrage will Telegram von seinen Nutzern wissen, ob sie die bestehende Datenschutzerklärung unterstützen. Sie können zudem darüber abstimmen, wie Telegram in Zukunft in diesen Fällen vorgehen soll.

In Zukunft mehr oder gar keine Daten an Behörden?

In der Umfrage stehen unterschiedliche Optionen zur Auswahl. Aktuell gibt Telegram IP-Adressen und Telefonnummern nur per Gerichtsbeschluss an die Behörden heraus. Dafür haben bislang rund 40 Prozent der Befragten gestimmt. Die Idee, künftig mehr Daten – auch ohne Gerichtsbeschluss – herauszugeben, finden hingegen nur rund 20 Prozent der Nutzer gut. Die Möglichkeit, dass Telegram auch mit Gerichtsbeschluss keine Daten an Behörden aushändigt, vertreten 35 Prozent der Befragten.

Bundesregierung forderte engere Zusammenarbeit

An der Umfrage können noch bis zum 5. September 2022 alle deutschen Nutzer teilnehmen. Abhängig vom Ergebnis wird Telegram angeblich seine Datenstruktur und Datenschutzerklärung anpassen. Die Möglichkeit, gar keine Daten mehr an Behörden auszuhändigen, könnte Telegram erreichen, indem der Messenger von Haus aus auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung umstellt und Accounts nicht mehr an Telefonnummern koppelt. Der aktuellen Umfrage ging ein langer Streit mit der Bundesregierung voraus, die eine engere Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden forderte.

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