Telekom, Vodafone & O2: Vorwürfe zurückgezogen

Telekom, Vodafone & O2: Vorwürfe zurückgezogen

Verbraucherschützer hatten schwere Vorwürfe gegen Deutsche Telekom, Vodafone & O2 bei Vertragsabschlüssen mit Kunden erhoben. Doch jetzt rudern die Verbraucherschützer zurück.

Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica/ O2 können aufatmen: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat ihre Vorwürfe und die Abmahnungen gegen die drei Mobilfunk-Unternehmen zurückgezogen. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland und das bestätigte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegenüber der PC-WELT.

Darum ging es bei den Vorwürfen

Die Verbraucherschützer hatten Anfang 2022 in den Shops von Deutscher Telekom, Vodafone und O2 überprüft, ob die Verkäufer den Kunden die gesetzlich vorgeschriebene schriftliche Vertragszusammenfassung aushändigen. Mehr zu dieser seit dem 1.12.2021 geltenden Pflicht lesen Sie hier: Ab 1.12. – das gilt neu für Internet, Telefonie, Anbieterwechsel, Neu- und Altverträge. Kurz zusammengefasst geht es darum: Bevor Sie einen neuen Vertrag für Festnetzanschluss, Internetzugang oder Mobilfunkanschluss abschließen, muss der Anbieter Ihnen eine Vertragszusammenfassung in Textform (PDF, auf Papier) geben. Darin müssen stehen:

  • Kontaktdaten des Anbieters

  • wesentliche Merkmale der zu erbringenden Dienste

  • Aktivierungsgebühren

  • Laufzeit und Bedingungen für Verlängerung und Kündigung.

Die Verbraucherschützer kamen damals zu dem Ergebnis, dass das nicht der Fall sei, beziehungsweise es dabei Mängel gäbe. Die Verbraucherzentrale schrieb damals: “Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW, die im Januar 2022 in landesweit 198 Telefonshops durchgeführt wurde, kommt zu ernüchternden Ergebnissen: Nur sechs von 198 Handyshops händigten eine Vertragszusammenfassung aus. 12 Anbieter lehnten auch auf explizite Nachfrage eine Verschriftlichung des Angebotes ab.”

Die knapp 200 überprüften Shops verteilten sich über ganz Nordrhein-Westfalen.

Unternehmen weisen Vorwürfe zurück

Die Verbraucherschützer mahnten daraufhin im März 2022 die drei Mobilfunkunternehmen wegen schlechter Beratung und Verstößen gegen Informationspflichten ab und verlangten eine Unterlassungserklärung von den Unternehmen. Diese wiesen aber die Vorwürfe zurück und weigerten sich, die Unterlassungserklärung zu unterschreiben, woraufhin die Verbraucherzentrale vor Gericht ziehen wollte.

Neue Überprüfung kommt zu einem anderen Ergebnis

Um für das Gerichtsverfahren ausreichend Beweise vorlegen zu können, zogen nun erneut Tester in die Shops der drei Mobilfunk-Unternehmen. Allerdings war die Zahl der jetzt überprüften Shops deutlich kleiner und auch deren räumliche Verteilung ganz anders: Denn die Verbraucherschützer überprüften dieses Mal exakt je einen Shop von Telekom, Vodafone und O2 in Düsseldorf. Statt 198 landesweit überprüfter Shops waren es dieses Mal also nur drei Shops in Düsseldorf . Dafür war der Nachtest aber intensiver und wurde bis zur Vertragsunterzeichnung durchgezogen.

Bei dieser erneuten Überprüfung zeigte sich aber, dass den Kunden jetzt offensichtlich in ausreichendem Maße die gesetzlich vorgeschriebene schriftliche Kurzzusammenfassung der Verträge ausgehändigt wurde. Die Verbraucherzentrale stellte fest, dass sich die Vorgehensweise in den Shops also verbessert habe. Deshalb ziehen die Verbraucherschützer ihre Vorwürfe zurück und verzichten auf das Gerichtsverfahren.

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