Test: Die Libelle sticht wieder zu

Test: Die Libelle sticht wieder zu

Federleicht, trotzdem alles dabei, was Profi-Nutzer benötigen – und sogar noch mehr: Das HP Dragonfly G3 scheint der Traum-Laptop für vielreisende Geschäftsleute zu sein. Wir prüfen das 13,5-Zoll-Notebook mit aktueller Alder-Lake-CPU in einem ausführlichen Test.

Das HP Elite Dragonfly G3 kommt zum richtigen Zeitpunkt: Befreit aus dem Home-Office schwärmen Geschäftsleute jetzt wieder zu Messen, Events und Kundenterminen und sind deshalb die ideale Zielgruppe für ein kleines, leichtes und leistungsfähiges Business-Notebook.

HP macht beim Dragonfly vor allem eine Sache richtig: Es bricht keine Gewichtsrekorde – die machen sich zwar gut in Werbebroschüren. Aufgrund vieler Einschränkungen bei Leistung, Display- und Tastaturgröße sowie Anschlüssen schwächeln extrem leichte Notebooks aber oft im Praxiseinsatz.

Das Dragonfly G3 schafft dagegen eine hervorragende Balance zwischen recht geringem Gewicht (1172 Gramm) und sinnvoller Ausstattung – zum Beispiel mit einem ausreichend großen 13,5-Zolll-Display im Office-optimalen Seitenverhältnis 3:2, einem großzügig bemessenen 68-Wattstunden-Akku und zahlreichen Schnittstellen.

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Das Testgerät in der Farboption Slate Blue passt hervorragend zum Standard-Business-Anzug – modisch Experimentierfreudige werden damit nicht glücklich. Der Notebookdeckel ist nicht verwindungssteif und gibt in geschlossenem Zustand auf Druck deutlich nach: Damit wirkt das Dragonfly zunächst wenig robust. Aber mit dieser Bauweise kann es gut Druck abfedern, wenn es Rucksack, in der Tasche oder in der Gepäckablage des Flugzeugs nicht ganz oben liegt. Außerdem spart es damit Gewicht gegenüber einem metallverstärkten Deckel. Die Bodeneinheit ist absolut stabil. Dank abgerundeter Ecken und Kanten lässt sich Dragonfly jederzeit völlig schmerzfrei hochheben und herumtragen.

HP Dragonfly G3 in der Farbvariante Slate Blue.
Vergrößern HP Dragonfly G3 in der Farbvariante Slate Blue.

© HP

HP installiert Windows 11 Pro auf dem Notebook sowie weitere Programme, die Business-Anwender unterstützen sollen: Die Sicherheits-Suite HP Wolf Pro Security soll das Notebook gegen Angriffe auf Dateien und Passwörter schützen. Dieses Programm gibt es mit unterschiedlichem Leistungsumfang für Einzelanwender, KMUs und große Unternehmen. Laut HP werden viele Funktionen von der Laptop-Hardware unterstützt, so dass der Schutz nicht zulasten der Rechenleistung geht.

Sure Click Pro verhindert zum Beispiel, dass sich Ransomware einnistet, weil es Dateien und Programme zunächst in einer Sandbox öffnet. Sure Sense arbeitet mit einem KI-basiertem Virenschutz. Nicht digitale, sondern tatsächliche Spähangriffe unterbindet HP Sure View: Per Tastendruck auf F2 legt sich ein Filter über die Displayanzeige, sodass jemand, der seitlich aufs Notebook schaut, nichts mehr erkennt. Darunter leidet aber auch die direkte Draufsicht des Anwenders vor dem Notebook, denn das Bild wird deutlich dunkler.

Weitere Funktionen sorgen dafür, dass das Notebook den Sperrbildschirm aufruft, wenn sich der Anwender entfernt und den Zugang bei seiner Rückkehr wieder automatisch freigibt – das funktioniert wahlweise über einen Näherungssensor im Displayrahmen oder über die Frontkamera, die per Windows Hello auch das Anmelden per Gesichtserkennung unterstützt.

Und weil trotz Messen und Meetings auch künftig nicht jedes Treffen persönlich stattfinden wird, kümmert sich HP beim Dragonfly auch um Ihr Aussehen beim Videocall: Filter sollen für eine attraktivere Gesichtsfarbe und ein bessere Ausleuchtung sorgen. Außerdem bleiben Sie im Kamerafokus, auch wenn Sie sich leicht seitwärts vor dem Notebook bewegen. Wollen Sie nicht gesehen werden, lässt sich mit einem Klick auf eine Funktionstaste die Kameralinse abdecken.

Anschlüsse auf der linken Seite: HDMI, SIM-Karten-Einschub, Typ-C Thunderbolt
Vergrößern Anschlüsse auf der linken Seite: HDMI, SIM-Karten-Einschub, Typ-C Thunderbolt

© HP

Sparsamer 10-Kern-Prozessor

HP stattet das Dragonfly G3 mit einem Intel-Prozessor aus der U-Reihe der aktuellen Alder-Lake-Generation aus: Der Core i7-1255U bringt zwei Performance-Kerne und acht Effizienz-Kerne mit, insgesamt 10 Kerne mit 12 Threads. Viele Hersteller setzen dagegen bei ihren Ultrabooks auf die stärkere P-Variante mit mehr Kernen, aber auch einer höheren Leistungsaufnahme.

Im Cinebench R23 beträgt der Rückstand auf ein Notebook mit Core i7-1260P knapp 17 Prozent. Allerdings nimmt die U-Variante im Dragonfly bei hoher Last weniger Leistung auf als der P-Prozessor, weshalb die Notebook-Lüfter leiser arbeiten. Außerdem ist selbst die sparsame Alder-Lake-Variante im Cinebench rund 15 Prozent schneller als ein Core i7 aus der Vorgänger-Generation Tiger Lake.

Allerdings gehört ebenfalls zur Wahrheit, dass die Lüfter in vielen Alder-Lake-Notebooks lauter und häufiger im Einsatz sind als in vergleichbaren Modellen mit Tiger Lake – das gilt auch fürs Dragonfly G3: Das HP-Notebook arbeitet unter Last zwar hörbar, aber so leise, dass es konzentriertes Arbeiten nicht stört. Nur wer sehr empfindliche Ohren hat oder sie sehr nahe ans Notebook hält, dem fällt auf, dass sich gelegentlich störende Hochtöne ins ansonsten sehr gleichmäßige Laufgeräusch mischen.

Gute Leistung in System-Benchmarks

Die Leistungsunterschiede aus dem CPU-Test schmelzen in den System-Tests, weil bei deren Ergebnis auch andere Komponenten als der Prozessor eine Rolle spielen und die meisten Programme anders als der Cinebench nicht alle Prozessorkerne belasten. Hier liegt das Dragonfly G3 beim Office-Test auf dem Leistungsniveau von Notebooks, die die P-Variante von Alder Lake nutzen. Aber es ist auch kaum schneller als gute Tiger-Lake-Laptops. Erst bei fordernden Multimedia-Programmen bleibt das Dragonfly wieder zurück hinter den Alder-Lake-Konkurrenten mit P-Variante.

Auch der Unterschied zu Tiger Lake bleibt im Praxiseinsatz marginal: Im Sysmark 25, einem umfangreichen System-Benchmark, der aktuelle Office– und Multimedia-Programme nutzt, ist das Dragonfly rund vier Prozent schneller als ein Notebook mit Core i7-1165G7 – davon merken Sie beim Arbeiten nichts.

Anschlüsse rechte Seite: Sicherheits-Lock, Typ-C Thunderbolt, USB Typ-A, Audio
Vergrößern Anschlüsse rechte Seite: Sicherheits-Lock, Typ-C Thunderbolt, USB Typ-A, Audio

© HP

Lange Laufzeit dank großen Akkus

Was Sie aber bestimmt merken, wenn Sie das Dragonfly unterwegs nutzen, ist das niedrige Gewicht und die lange Akkulaufzeit: Mit unter 1,2 Kilogramm ist es leicht angesichts seiner Displaygröße. Trotzdem besitzt es einen Akku mit einer üppigen Kapazität von 68 Wattstunden: Der bringt es im WLAN-Akku-Test auf eine sehr gute Laufzeit von knapp 15 Stunden. Im aufwändigeren Mobile Mark 25 erzielt es rund elf Stunden – hier zeigt sich der Vorteil der recheneffizienten U-Variante von Alder Lake, weil Notebooks mit P-Alder-Lake in diesem Test intensiver am Akku saugen.

Wer längere Laufzeit gegen geringeres Gewicht tauschen will, kann sich an ausgewählte Fachhändler wenden: Laut HP lässt sich das Dragonfly dort mit einem kleineren Akku bestellen, mit dem es knapp unter einem Kilogramm wiegt.

Display mit zwiespältigen Ergebnissen

Beim Bildschirm des HP Dragonfly klaffen Messwerte und Praxiseindruck auseinander. Im Labor begeistert das IPS-Panel mit der Auflösung 1920 x 1280 fast durchgehend: Die mittlere Leuchtdichte liegt bei weit über 400 cd/qm mit Spitzenwerten über 500 cd/qm. Dank des recht niedrigen Schwarzwertes fällt auch der Kontrast hervorragend aus. Der Bildschirm deckt den sRGB-Farbraum komplett ab, lediglich beim Test der Farbabweichung kann er das hohe Niveau nicht halten.

Richtig schwach ist die Helligkeitsverteilung: Die Leuchtdichte fällt zum unteren Rand deutlich ab. Dieses Defizit spielt aber erstens vor allem bei Foto- und Videodarstellung eine Rolle und fällt zweitens bei der kleinen Displaydiagonale des Dragonfly in der Praxis kaum auf.

Was aber auffällt und schnell nervt ist die extreme Blickwinkelabhängigkeit: Schon bei minimal anderer Sitzposition verändern sich Kontrast und Farbdarstellung deutlich. Ließe sich beim kleinen horizontalen Einblickwinkel noch argumentieren, dass dieser gegen eine unerwünschte Draufsicht des Sitznachbarn hilft – was bei dieser Variante des Dragonfly schon SureView erledigt -, stört der minimale vertikale Blickwinkel kolossal: Abhängig von der Größe des Anwenders gibt es nur eine oder sogar gar keine Bildschirmposition, in der zum Beispiel bei einem Textdokument nicht der obere oder untere Bereich grau statt weiß erscheint.

Optimale Tastatur für perfektes Tippen

Dabei lässt sich gerade an Texten und Tabellen sehr angenehm mit dem Dragonfly G3 arbeiten, denn die Eingabegeräte des kleinen Notebooks sind hervorragend: Bei der sehr stabil eingebauten Tastatur liefern alle Tasten – auch die Leertaste – einen identischen, sehr deutlichen Druckpunkt. Genauso überzeugt das große Touchpad, dessen griffige Oberfläche schnelle und präzise Mauszeigerbewegungen ebenso zulässt wie Mehrfinger-Gesten. Außerdem bekommen Sie eine klare Rückmeldung bei einem Mausklick.

Kabellos ganz schnell: Wi-Fi 6E und 5G sind dabei

Mit einer 1 Terabyte großen NVMe-SSD und 32 GB RAM ist das Dragonfly für seinen Preis angemessen üppig ausgestattet. Optimal für den Geschäftsreisenden: Die Netzwerk-Komponenten garantieren schnellsten Empfang, denn das WLAN-Modul arbeitet nach dem aktuellen Standard Wi-Fi 6E. Außerdem sitzt ein 5G-Modem von Intel im HP-Notebook, das sich mit einer SIM-Karte nutzen lässt, die links im Gehäuse Platz findet.

Alle wichtigen Anschlüsse hat es außerdem an Bord, für ein Notebook dieser Größe ist das Schnittstellenangebot sogar üppig – unter anderem mit HDMI, Typ-A USB 3.2 Gen 1 und zweimal Typ-C mit Thunderbolt 4: So können Sie auf Adapterorgien verzichten, die andere Ultrabooks oft erfordern.

DIE TECHNISCHEN DATEN

HP Elite Dragonfly G3

Prozessor (Taktrate)

Intel Core i7-1255U (Standardtakt: 2,60 GHz, maximaler Turbo-Takt bis 4,7 GHz; 2 P-Cores + 8 E-Cores: 10 Kerne / 12 Threads)

verfügbarer Arbeitsspeicher (eingebauter Arbeitsspeicher), Typ

32.336 MB (32.768 MB), LPDDR5-4800 (nicht austauschbar)

Grafikchip

Intel Iris Xe Graphics

Bildschirm: Diagonale, Auflösung, Typ

13.5 Zoll (34.3 Zentimeter), 1920 x 1280, Matt

Festplatte

NVMe-SSD Samsung PM9A1: 952,7 GB (nutzbar), PCIe 4.0 x4

optisches Laufwerk

– (-)

Betriebssystem

Windows 11 Pro

LAN

nicht vorhanden

WLAN

WiFi-6E (2×2)

Bluetooth

5.2

Mobilfunk

5G (Intel 5G Solution 5000)

Schnittstellen Peripherie

1x Typ-A USB 3.2 Gen 1 (rechts), 2x Typ-C Thunderbolt 4 (links. rechts), 1x Einschub für SIM-Karte (links), 1x Fingersensor

Schnittstellen Video

1x HDMI (links), 1x Webcam (Windows Hello)

Schnittstellen Audio

1x Audioeingang/-ausgang (rechts)

GESCHWINDIGKEIT

HP Elite Dragonfly G3 (Note: 2,74)

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

75 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

59 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei 3D-Spielen

58 Punkte (von 100)

BILDSCHIRM

HP Elite Dragonfly G3 (Note: 1,87)

Größe

34,3 Zentimeter / 13,5 Zoll

Auflösung / Seitenverhältnis

1920 x 1280 Bildpunkte / 3:2

Punktedichte

171 dpi

Helligkeit

434 cd/m²

Helligkeitsverteilung

68 %

Kontrast

1730:1

Abdeckung Farbraum (Prozent)

sRGB: 100 / Adobe-RGB: 78 / DCI-P3: 79

Farbtreue (Abweichung Delta-E)

2,74

Entspiegelung

hervorragend

MOBILITÄT

HP Elite Dragonfly G3 (Note: 2,15)

Akkulaufzeit: WLAN-Test / MobileMark 25

14:58 / 11:06 Stunden

Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil

1172 / 306 Gramm

Akku (Kapazität in Wh)

68

UMWELT UND GESUNDHEIT

HP Elite Dragonfly G3 (Note: 1,75)

Betriebsgeräusch: hohe Last

39 dB(A)

Temperatur unter Last: Unterseite /Oberseite

43 / 46 Grad Celsius

ALLGEMEINE DATEN

HP Elite Dragonfly G3

Internetadresse von HP

www.hp.com/de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)

2500 Euro / 2450 Euro

Garantiedauer

12 Monate

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