Test: Dieser Laptop ahmt das Macbook nach

Test: Dieser Laptop ahmt das Macbook nach

Auffallend anders: Dass sich das Dell XPS 13 Plus von der Konkurrenz unterscheidet, liegt am ungewöhnlichen Bedienkonzept mit Touch-Funktionsleiste und nahtlosem Glas-Touchpad. Wir haben den vom Macbook inspirierten Business-Laptop im ausführlichen Test.

Mit dem XPS 13 Plus will Dell wieder Trendsetter werden: Das neue Modell soll die Tradition dieser Serie fortsetzen, denn vor rund acht Jahren war das XPS 13 das erste Notebook mit besonders schmalen Displayrändern, die heute fast jeder Laptop hat.

Das Design des 13,4-Zoll-Ultrabooks hebt sich deutlich von der Konkurrenz ab: Vor der Tastatur gibt es beim XPS 13 Plus keinen abgesetzten Bereich für das Touchpad – dort zieht sich eine Glasoberfläche über die ganze Gehäusebreite. Auch die Tastatur geht rand- und lückenlos von einer Seite des Gehäuses zur anderen: Ihre quadratischen Tasten liegen direkt nebeneinander und haben nicht wie beim üblichen Chiclet-Design einen kleinen Zwischenraum.

Der untere Bereich ist ohne sichtbares Touchpad komplett mit Glas überzogen.
Vergrößern Der untere Bereich ist ohne sichtbares Touchpad komplett mit Glas überzogen.

© Dell

Funktionstasten mit Touchbedienung

Außerdem verzichtet das XPS 13 Plus in der obersten Tastaturreihe auf mechanische Tasten und nutzt für Escape-, Funktions- und Spezialtasten Touch-Buttons, die als weiße LEDs eingeblendet sind. Sie können wie gewohnt mit der Fn-Taste zwischen den Funktionen umschalten, das Tastensymbol ändert sich dann entsprechend in der Touch-Leiste. Das sieht auffallend anders aus und unterstützt den klaren und eleganten Look des Aluminiumgehäuses.

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Doch immer, wenn sich durch die Form die Bedienung ändert, muss sich der Anwender darauf einstellen und mitmachen – das beste Beispiel ist Apples langer Kampf mit Butterfly-Tastatur und Touchbar beim Macbook.

Das beginnt schon bei der Tastatur: Durch die fehlenden Zwischenräume sind die Tastenkappen beim Dell XPS 13 Plus deutlich größer als bei Ultrabooks üblich: Das erhöht zum einen die Trefferquote beim schnellen Tippen. Andererseits gibt es aber auch viele Schnelltipper, die sich am spürbaren Tastenrand orientieren, um die richtige Taste zu treffen.

Auch die unterschiedliche Haptik zwischen Tasten und Touch-Knöpfen kann den Schreibfluss unterbrechen: Wenn Sie zum Beispiel häufig die Entfernen-Taste nutzen, die beim Dell-Notebook als Touch-Taste ausgeführt ist, sorgt die unterschiedliche Druckrückmeldung immer für eine kurze Tipp-Pause – bis Sie sich daran gewöhnt haben.

Das Feedback der mechanischen Tasten ist angenehm ausgeprägt, beim schnellen Tippen ist die Dell-Tastatur allerdings nicht besonders leise. Gut ist allerdings im XPS 13 Plus die sehr stabil eingebaute Leertaste  – bei Notebook-Tastaturen üblicherweise ein Schwachpunkt.

Die Funktionstasten sind Touch-Tasten beim XPS 13 Plus.
Vergrößern Die Funktionstasten sind Touch-Tasten beim XPS 13 Plus.

© Dell

Unsichtbares Touchpad mit Vibrations-Feedback

Gewöhnungszeit erfordert auch das Touchpad – zu Beginn vor allem deswegen, weil sie gar nicht sehen, wo es beginnt und aufhört. Wir ertappen uns im Test immer wieder dabei, vor einem Mausklick nachzuschauen, ob der Finger tatsächlich richtig liegt, statt einfach zu drücken.

Das “Force-Pad” im XPS 13 Plus bewegt sich nicht, sondern gibt über einen Mini-Motor eine Vibrationsrückmeldung. Macbook-Nutzer sind so etwas gewohnt, alle anderen müssen damit erst zurechtkommen: Im Test stört eine minimale Verzögerung zwischen Fingerdruck und Rückmeldung, was das Gefühl auslöst, fester drucken zu müssen, um eine unmittelbare Reaktion zu erhalten.

Abgesehen davon arbeitet das Touchpad dank der griffigen Glasoberfläche schnell und präzise, auch bei Mehrfingergesten.

An jeder Seite ein Typ-C-Port mit Thunderbolt 4: Mehr Anschlüsse hat das XPS 13 Plus nicht.
Vergrößern An jeder Seite ein Typ-C-Port mit Thunderbolt 4: Mehr Anschlüsse hat das XPS 13 Plus nicht.

© Dell

Alder-Lake-CPU mit 12 Kernen

Im Testgerät arbeitet der Core i7-1260P aus Intels aktueller Alder-Lake-Generation. Der Prozessor besitzt vier schnelle Performance-Cores und acht sparsame Efficient-Cores, was 12 Kerne und 16 Threads ergibt. Von einem Core i7 der Vorgänger-Plattform Tiger Lake setzt sich die Alder-Lake-CPU vor allem bei prozessorintensiven Aufgaben ab: Im Cinebench R23 arbeitet er einen üppigen Vorsprung von mehr als 40 Prozent heraus, bei Multimedia- und Rendering-Aufgaben in System-Benchmarks wie dem PC Mark 10 sind es rund 20 Prozent.

Bei den meisten Standardanwendungen zeigt sich aber kein Unterschied. Das gilt im Fall des XPS 13 Plus auch für den Vergleich mit dem Core i5-1240P, der die gleiche Kern- und Thread-Ausstattung wie der Core i7 besitzt, aber niedrigere Taktraten erreicht: Im Cinebench ist das Dell-Notebook nicht schneller als ein Core-i5-Laptop, in den Systemtests sogar oft langsamer. Daran ändert auch die sehr flotte NVMe-SSD Samsung PM9A1 mit PCI-Express 4.0 sowie die üppige RAM-Ausstattung mit 32 GB LPDDR5-5200 nichts.

Wie bei anderen Alder-Lake-Notebooks springen auch im XPS 13 Plus die Lüfter früher an und sind minimal lauter als bei Ultrabooks mit der Vorgänger-Plattform – das fällt aber nur in sehr leisen Umgebungen auf.

Akkulaufzeit ist verbesserungswürdig

Im Akkutest kann das Dell XPS 13 Plus nicht überzeugen: Das liegt aber nicht an Alder Lake, sondern an der hohen Display-Auflösung des Testmodells. Beim WLAN-Test hält das XPS 8,5 Stunden durch, im aufwändigeren Mobile Mark 25 nur knapp 6,5 Stunden.

Die Rechenleistung im Akkubetrieb spiegelt das Ergebnis der System-Benchmarks: Das XPS 13 Plus ist bei Kreativanwendungen etwas schneller als Tiger-Lake-Notebooks, kommt aber an einem Core 5 mit Alder Lake nicht vorbei. Der Akku mit 54 Wattstunden Kapazität ist nach einer Stunde an der Steckdose wieder zu 86 Prozent gefüllt, sofern Sie die Schnell-Ladefunktion aktiviert haben. Bei der akkuschonenderen Adaptiv-Ladung beträgt der Ladestand nach einer Stunde 55 Prozent.

Schnittstellen: Zweimal Thunderbolt 4 – sonst nichts

Bei den Anschlüssen setzt das neue XPS ausschließlich auf Typ-C mit Thunderbolt 4 – selbst Audioanschluss und Kartenleser fallen weg: Links und rechts sitzt jeweils ein Port der flexiblen Schnittstelle, über die das Dell-Notebook auch geladen wird. Adapter für USB Typ-A und Mini-Klinke liegen bei. Biometrisch anmelden am Notebook können Sie sich per Kamera oder den Fingersensor im Einschaltknopf. Das WLAN-Modul nutzt den Standard Wi-Fi 6E mit der neuen 6-GHZ-Frequenz.

Dell bietet das XPS 13 Plus mit zahlreichen Displayvarianten an: Der 13,4-Zoll-Bildschirm lässt sich wahlweise mit einem FHD+-Panel (1920 x 1200) mit oder ohne Touch-Funktion bestücken, einem Touch-OLED mit 3456 x 2160 oder wie im Testmodell mit einem touchfähigen UHD+-Panel (3840 x 2400).

Allerdings gibt der Bildschirm Rätsel auf, die Dell bis Testende nicht klären konnte, weshalb einige Messergebnisse mit Vorsicht zu genießen sind. Zum einen ließ sich das Display nicht per Toucheingabe bedienen. Zum anderen soll es sich um den gleichen Paneltyp wie im UHD+-Modell des Vorgängers XPS 13 (9310) handeln, er schneidet aber bei der Helligkeit mit rund 350 cd/qm deutlich schlechter ab. Bei Kontrast und Farbraumabdeckung liefert das XPS 13 Plus dagegen die erwarteten guten Ergebnisse.

DIE TECHNISCHEN DATEN

Dell XPS 13 Plus (9320)

Prozessor (Taktrate)

Intel Core i7-1260P (4 P-Cores + 8 E-Cores: 12 Kerne / 16 Threads; Takt: 2,50 GHz, Boost-Takt bis zu 4,7 GHz)

verfügbarer Arbeitsspeicher (eingebauter Arbeitsspeicher), Typ

32.372 MB (32.768 MB), LPDDR5-5200 (nicht austauschbar)

Grafikchip

Intel Iris Xe Graphics

Bildschirm: Diagonale, Auflösung, Typ

13.4 Zoll (34 Zentimeter), 3840 x 2400, spiegelnd, Touchscreen

Festplatte

NVMe-SSD Samsung PM9A1 mit 934,3 GB (nutzbar); PCIe 4.0 x 4

optisches Laufwerk

– (-)

Betriebssystem

Windows 11 Pro

LAN

nicht vorhanden

WLAN

WiFi-6E (2×2)

Bluetooth

Bluetooth 5.2

Schnittstellen Peripherie

2x Typ-C mit Thunderbolt 4 (links. rechts); 1x Fingersensor (im Einschaltknopf)

Schnittstellen Video

1x Webcam (720p, für Windows Hello)

Schnittstellen Audio

GESCHWINDIGKEIT

Dell XPS 13 Plus (9320) (Note: 2,77)

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

74 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

62 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei 3D-Spielen

53 Punkte (von 100)

BILDSCHIRM

Dell XPS 13 Plus (9320) (Note: 1,90)

Größe

34,0 Zentimeter / 13,4 Zoll

Auflösung / Seitenformat

3840 x 2400 Bildpunkte / 16:10

Punktedichte

338 dpi

Helligkeit

327 cd/m²

Helligkeitsverteilung

85 %

Kontrast

1555:1

Entspiegelung

gering

Abdeckung Farbraum (Prozent)

sRGB: 96 / Adobe-RGB: 76 / DCI-P3: 77

Farbechtheit (Abweichung Delta-E)

1,58

MOBILITÄT

Dell XPS 13 Plus (9320) (Note: 3,65)

Akkulaufzeit: WLAN-Test / Mobile Mark 25

8:36 / 6:19 Stunden

Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil

1236 / 250 Gramm

Akkukapazität

54 Wh

UMWELT UND GESUNDHEIT

Dell XPS 13 Plus (9320) (Note: 1,75)

Betriebsgeräusch: volle Last

42 dB(A)

Temperatur unter Last: Unterseite /Oberseite

50 / 42 Grad Celsius

ALLGEMEINE DATEN

Dell XPS 13 Plus (9320)

Internetadresse von Dell

www.dell.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)

2500 Euro / 2300 Euro

Garantiedauer

12 Monate

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