Twitter-Kehrtwende: So reagieren Mitarbeiter & Börse

Twitter-Kehrtwende: So reagieren Mitarbeiter & Börse

Elon Musks erneute Kehrtwende hinsichtlich des Twitter-Kaufs verärgert die Mitarbeiter. Die Aktie reagiert positiv.

Eigentlich war der Twitter-Deal mit Elon Musk schon beschlossene Sache, dann gab es einiges an Reibung und der Tesla-CEO kündigte die Vereinbarung wegen Ungereimtheiten auf. Twitter wollte sich dies nicht bieten lassen und den Fall vor Gericht bringen.

Jetzt möchte Elon Musk den Mikro-Blogging-Dienst Twitter nun angeblich doch wieder kaufen – ob dieser Schritt ernst gemeint ist oder reine Strategie kann man nur mutmaßen. Was die Twitter-Mitarbeiter dazu sagen und wie die Twitter-Aktie auf die Meldung reagiert, klären wir in diesem Artikel.

So reagierten die Twitter-Mitarbeiter auf die Meldung

Die Meldung der Kehrtwende von Musk traf die Twitter-Mitarbeiter mitten in einem dreistündigen Meeting. Im Slack-Channel und auf anderen Plattformen äußerten sich Mitarbeiter des Unternehmens wie gewohnt misstrauisch gegenüber Elon Musk, wie auch The Verge berichtet:

“Ich verstehe nicht, warum Elon den Deal noch einmal vorschlagen muss”, schrieb einer “Das ursprüngliche Angebot steht noch. Stell einfach den Scheck aus, Bruder.”

Als Antworten auf die Umfrage: “Was werden Sie nach der Privatisierung von Twitter am meisten vermissen?”, gab es folgende Antworten wie diese:

“Ich werde meinen Job 2019/2020/2021 vermissen, aber den von 2022 nicht.”

“So wahr”, antwortete ein anderer Mitarbeiter. “So schlecht [der frühere Twitter-CEO] Jack [Dorsey] auch in seinem Job war (vielleicht gerade deswegen?), Twitter hatte unter ihm eine der besten Kulturen / Work-Life-Balance / Vorteile in der Branche. Ich habe viel gelernt, einige großartige Leute kennengelernt und die Fahrt genossen. Jetzt ist es an der Zeit, den Freizeitpark zu verlassen und den neuen Besitzer diesen dem Erdboden gleichmachen zu lassen, damit er bauen kann, was er will (metaphorisch).”

Der aktuelle Twitter-CEO, Parag Agrawal, der seit Beginn des Rechtsstreits gegen Musk meist geschwiegen hatte, aber wohl im Moment die Oberhand hat und – falls ihn Musk nach seiner Übernahme entlässt, stattliche 42 Millionen US-Dollar erhält – wird dagegen beglückwünscht:

“Du hast gerade das Spiel beendet”, schrieb der Mitarbeiter in einem Beitrag mit der Überschrift “Glückwunsch, Parag”. “Du hast Musk ausmanövriert, bist unversehrt und um Millionen von Dollar reicher geworden. Du bist unter 40, hast FU-Geld (Anm. d. Red.: Fuck-You-Money, also Geld, das Sie komplett unabhängig macht) , und dein Ruf ist weitgehend intakt. Du hast gerade im Leben gewonnen. Das muss man respektieren. Und für alle anderen: Hasst nicht den Spieler. Hasst das Spiel.”

Aktien-Kurs schießt in die Höhe

Der Twitter-Aktien-Kurs zeichnet allerdings ein ganz anderes Bild. Dass Elon Musk nun Twitter doch für einen Preis von 54,20 US-Dollar je Aktie kaufen möchte, lässt den Kurs um 22 Prozent in die Höhe schellen.

Nach Veröffentlichung der verschiedenen Medienberichte war die Aktie bereits um 18 Prozent gestiegen und der Handel kurzzeitig ausgesetzt worden, wie auch das Handelsblatt berichtete.

Auch die Tesla-Aktie reagierte auf die Meldung positiv.

Finanzierungsfrage und Komplikationen der Übernahme

Sollte Twitter das Kaufangebot wieder annehmen, dann könnten sich beide Seiten die kommende Gerichtsverhandlung, die für den 17. Oktober 2022 angesetzt war, sparen. Elon Musk wäre damit wohl mehr als zufrieden, denn die zuständige Richterin hatte sich zuletzt in mehreren Verfahrensschritten im Sinne von Twitter positioniert. Ebenfalls stelle sich dann wieder die Frage nach der Finanzierung der Übernahme sowie nach Musks Zukunftsplänen für die Plattform.

Wie das Handelsblatt berichtet, wurde in Finanzkreisen schon lange spekuliert, dass Musk mit seiner öffentlichen Kritik an Twitter vor allem den Kaufpreis drücken wolle. Seine Aktienpakete am Autobauer Tesla, die den Kauf absichern sollten, hatten im Jahr 2022 an Wert verloren. Plötzlich erschien der Kaufpreis von 44 Milliarden US-Dollar im Musk-Umfeld als überteuert.

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