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Warum Walled Garden als Anti-Apple-Argument Bullshit ist

Sobald ein kontroverses Thema über Apple ankommt, wird sofort das “Walled Garden”-Argument gebracht. Frei nach dem Motto: Einmal drin, darf man nie wieder raus.

Dass die Argumentation über “Walled Gardens” bzw. geschlossene Plattformen in Bezug auf Apple ein politisches und dann meist auch ein emotionales Thema ist, beweist die deutsche Wikipedia-Seite zum Begriff “Geschlossene Plattform” : Noch vor dem Beginn der eigentlichen Erklärung prangt eine Warnung “Dieser Artikel wurde wegen inhaltlicher Mängel auf der Qualitätssicherungsseite der Redaktion Informatik eingetragen. Der Artikel stützt sich fast ausschließlich auf die Aussagen einer Einzelperson auf einer privaten Webseite. Viele Textstellen sind völlig unbelegt und können kaum als neutral bezeichnet werden.”

Wir wechseln also zu der englischsprachigen Variante des gleichen Artikels , die Autoren dort haben auch auf die Ursprünge von geschlossenen und offenen Plattformen hingewiesen. Diese stammen aus einem Entwurf dreier Harvard-Professoren mit dem Titel “Opening Plattforms: How, When and Why?” . Zum Veranschaulichen ihrer Argumentation haben die Autoren gleich am Anfang zwei Extrem-Beispiele gebracht – Linux und iPhone. Demnach ist das iPhone oder vielmehr iOS die meist geschlossene aller untersuchten Plattformen, weil nur die Endnutzer einen uneingeschränkten Zugang zu der Plattform haben, jedoch weder Entwickler (supply-side user), noch Plattformprovider (Hardware- und Software-Hersteller) oder Plattformsponsoren (grob übersetzt Ideengeber). Liest man sich aber die genaue Erklärung der Autoren durch, wird klar, dass sie sich den Stand der Dinge von August 2008, also zum Zeitpunkt der Veröffentlichung angeschaut haben: 

Im Gegensatz dazu (Linux) war das iPhone von Apple im Jahr 2008 für drei der vier Rollen gesperrt und steht nur einigen potenziellen Nutzern auf der Endnutzerseite unter erschwerten Bedingungen offen. In den USA können nur Abonnenten von AT&T Wireless ein iPhone nutzen. Um ein iPhone zu kaufen, müssen die Kunden anderer Mobilfunkanbieter zu AT&T wechseln, was mit Unannehmlichkeiten und Vertragskündigungsgebühren verbunden ist. Andere Rollen im iPhone-Netz sind geschlossen. Software-Programme für das iPhone sind nur über den iTunes Store von Apple erhältlich. Apple behält sich das Recht vor, Anwendungen von Drittanbietern aus qualitativen oder strategischen Gründen abzulehnen, was es auch häufig tut (Rolle des Anbieters auf der Nutzerseite). Schließlich stellt nur Apple das iPhone her und vertreibt es (Rolle des Plattformanbieters), und Apple ist allein für die Technologie des iPhone verantwortlich (Rolle des Plattformsponsors).

Seit diesem Zitat sind mittlerweile fast genau vierzehn Jahre vergangen, allein der erste Satz war nach kurzer Zeit nicht mehr relevant: Seit mehreren Jahren kann man SIM-Lock-frei Smartphones kaufen und mit einem beliebigen Provider nutzen, seit dem iPhone 11 gar mit zwei gleichzeitig. Aber was einmal als Diskussionspapier veröffentlicht wurde, hat einige hartnäckige Mythen in die Welt gesetzt, die zwar auf überholten Realität beruhen, trotzdem immer wieder wiederholt werden. Wir wollen damit einige davon widerlegen: 

Apple erschwert Umstieg auf andere Plattformen

Dieser Mythos basiert auf einem alten Aberglauben aus prähistorischen Zeiten. Tatsächlich bietet Apple mehrere Wege, die mit der eigenen Apple-ID verknüpften Daten in einem neutralen Format herunterzuladen. Bei iCloud-Fotos ist sogar eine direkte Brücke zu Google Fotos gegeben: Man muss nicht langwierig alle Fotos und Video von iCloud herunterladen und dann wieder zu Google Fotos hochladen, unter dieser Seite meldet man den Umzug an , den Rest erledigen Apple und Google im Hintergrund. Eine ausführliche Erklärung zum Foto-Umzug liefert Apple in diesem Support-Dokument . Diese Option besteht laut Wayback Machine seit März 2021 . Aber auch andere Daten, die man auf dem iPhone oder iPad nutzt, kann man relativ problemlos in einem neutralen Format herunterladen und nach Bedarf auf eigene Plattform synchronisieren. Dies tut man auf der gleichen Seite: privacy.apple.com . Kontakte, Kalender, Notizen, Lesezeichen, Erinnerungen, E-Mails und Dokumente können heruntergeladen werden, sie werden in den gängigen Formaten wie .vcf, .ics, .html und .eml bereitgestellt. 

Man kann Apps nur vom App Store laden

Dieses Argument ist seit mehreren Jahren falsch, wird aber hartnäckig selbst von vermeintlichen Experten wiederholt. Ob aus Unwissenheit oder aus Nicht-Wissen-Wollen, wissen wir nicht. Bis iTunes 12.6.5, also jener Version mit der App-Store-Verwaltung, konnte man IPA-Dateien auf das eigene iPhone bringen, ohne die aus dem App Store zu laden. Apple hat die Version längst eingestellt, dafür gibt es eine vergleichbare Option mit Apple Configurator (2): Das Programm erlaubt es, IPA-Dateien, also Installationsdateien von Apps direkt mit dem iPhone (oder iPad) zu synchronisieren. Auch diverse Device-Management-Programme wie Jamf oder der Apple-eigene School-Manager erlauben es, darüber die sogenannten Custom-Apps , also dedizierte Apps für bestimmte Unternehmen oder Schule, ohne Umweg über den App Store auf mehreren Apple-Geräten zu installieren. 

Apples Dienste funktionieren nur auf Apple-Geräten

Apple Music gibt es als eine Android-App, Apple TV+ ist als App auf fast jedem smarten Fernseher verfügbar, der nach spätestens 2019 produziert wurde. iCloud, also die eigene Apple-ID, kann man mit Outlook und folglich mit Windows synchronisieren, es gibt auch mehr oder weniger unfallfreie Methoden, iCloud-Inhalte auf dem Android zu nutzen . Mit Carplay hat Apple noch eine weitere Öffnung versprochen, diese wird aber erst im kommenden Jahr erwartet. 

Eine große Lücke bildet hier iMessage, das nur unter iOS, macOS oder iPadOS funktioniert. Ob Apple jemals seine Strategie überdenkt, ist nicht bekannt. Das firmeninterne Argument aus dem Jahr 2013 stimmt genauso wenig, wie die überholten Argumente der Gegenseite: Würden wohl noch 2013 einige Apple-Nutzer leichter auf Android umsteigen, weil iMessage auch dort funktionieren würde , ist dies dank Whatsapp, Wechat, Signal oder wie sie alle heißen, nicht mehr der Fall – diese Apps sind plattformübergreifend. Ein Hoffnungszeichen gibt es jedoch: Seit iOS 15 kann man an einem Facetime-Gespräch per Link unter Windows und Android teilnehmen

Entwickler haben keinen Zugang zum proprietären iOS-Code

Seit der Professionalisierung der Jailbreak-Szene und Abdriften der Entwickler in Richtung großer Firmen sah sich Apple anscheinend dazu gezwungen, nicht nur das Vier-Augen-Prinzip über den neuen Code zuzulassen. Seit Anfang 2020 können sich die Sicherheitsentwickler für ein “rooted” iPhone mit Shell-Zugang bewerben und darauf alle Tools und Anwendungen laufen lassen, die er für richtig hält.  

Apple nutzt nur proprietären Code

Zwar hat Apple nicht, wie von Steve Jobs versprochen, Facetime zu Open Source gemacht, doch an Projekten für die gesamte Entwickler-Community mangelt es nicht: Teile von Webkit, Swift, Passwort Manager, Carekit, Researchkit, und einige mehr sind Open Source

Apple schließt andere Wettbewerber von eigener Plattform immer aus

Seit iOS 14 kann man recht viele Standard-Apps vom iPhone löschen und stattdessen Alternativen installieren , also statt Safari Chrome, statt Apple Music Spotify. Apple sperrt sich nach wie vor, Siri durch andere smarte Assistenten zu ersetzen. Wir meinen aber, aus einem triftigen Grund – viel zu tief ist der Assistent ins System integriert, als dass sich ein Umstieg lohnen würde. Vor allem Siri-Kurzbefehle haben bei der Konkurrenz keine Alternative. 

Ein Vorzeige-Projekt für die Kooperation mit dem größten Wettbewerber ist allerdings die Entwicklung für die Begegnungsbenachrichtigungen für die unterschiedlichen Corona-Warn-Apps . Apple und Google (und weitere Parteien) haben eine gemeinsame Bluetooth-Schnittstelle entwickelt, die reibungslos auf iPhone und Androiden funktioniert und sicherlich zur Eindämmung der Coronapandemie beigetragen hat. 

Drittanbieter haben keinen Zugang zu internen Dokumenten, Hardware oder Ersatzteilen

Auch diese Hürde ist zuletzt gefallen: Seit knapp einem Jahr haben unabhängige Drittanbieter, aber auch Endnutzer den Zugang zu den Reparaturanleitungen, Ersatzteilen und internen Tools, womit man iPhones selbstständig reparieren kann

Fazit:

Die Autoren der Forschungsarbeit sind in der Zusammenfassung dazu zu einem einzig richtigen Schluss gekommen, dass die geschlossenen Plattformen im Zuge der Marktreife nicht umhin können, als sich zu öffnen. Und auch umgekehrt, komplett offene Plattformen werden nach und nach auf vertikale Entscheidungen setzen, sobald der Markt gesättigt wird und die Wachstumsraten nicht so schnell steigen. Wer aber immer noch “Walled Garden” schreit und auf Apple eindrischt, bleibt in der Gedankenwelt von 2008 stecken. Damit heutzutage seine Position zu bekräftigen ist genauso zeitgemäß wie nach dem 24. Februar “Frieden schaffen ohne Waffen” zu schreien. Oh, wait…