Wie Sie via Cloud auf jedem Gerät weiterarbeiten

Wie Sie via Cloud auf jedem Gerät weiterarbeiten

In Zeiten hybriden Arbeitens daheim und im Büro, flexibler Arbeitsmodelle und dem Drang nach individueller Freiheit ist es praktisch, überall und mit verschiedenen Endgeräten arbeiten zu können. Wie das funktioniert und was Sie dazu benötigen, lesen Sie in diesem Artikel.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um überall mit den gleichen Programmen und Datenbeständen zu arbeiten. Die eine Variante mit einem USB-Stick und portablen Programmen ist vielen zu umständlich: Sie speichern Dokumente in der Cloud, nutzen gemeinsame Datenspeicher und gleichen sogar Softwareeinstellungen automatisch ab. Apple hat das unter dem Schlagwort Continuity schon vor Jahren in seinem Gerätekosmos etabliert. Microsoft hat nachgezogen und etwa Android-Smartphones an den Windows-PC angedockt und Onedrive als Cloud enger mit Windows verzahnt. Im Wesentlichen geht es also darum, auf unterschiedlichen Geräten überall zu arbeiten – ohne sich Gedanken machen zu müssen, ob man beispielsweise seine Office-Dateien dabei hat.

Immer aktuell und im Zugriff: Ohne Cloud geht nichts mehr

Mit Windows 10 hat Microsoft begonnen, Einstellungen und Dateien automatisch in die eigene Onedrive-Cloud auszulagern. Voraussetzung: Sie haben bei der Windows-Installation die Option „Schützen Sie Ihre Dateien mit OneDrive“ bestätigt. Dann werden die Bibliotheksordner „Desktop“, „Dokumente“ und „Bilder“ des angemeldeten Nutzers in der Cloud gespeichert. Das geschieht im Hintergrund, man bekommt davon nichts mit. Melden Sie sich unterwegs am Notebook mit dem gleichen Microsoft-Konto an, sehen Sie dort auch die Dateien vom Desktop des Desktoprechners. Die ins Betriebssystem integrierte Onedrive-App synchronisiert Ihre Dateien zwischen der Microsoft-Cloud und Ihrem PC, sie sind also auf jedem Gerät verfügbar.

Für die Synchronisationseinstellungen öffnen Sie per Shortcut Windows-I die Einstellungen-App, wählen „Konten“ und klicken auf „OneDrive verwalten“. Es öffnet sich ein neues Fenster mit den Bereichen „Desktop“, „Dokumente“ und „Bilder“. Jeweils rechts oben sehen Sie einen kleinen blauen Kreis mit einem Häkchen: Der Bereich ist ausgewählt. Drücken Sie die blaue Schaltfläche „Sicherung starten“, um den Abgleich der lokalen Daten in die Onedrive-Cloud einzurichten.

Mit Onedrive synchronisieren Sie alles vom Windows-Desktop sowie alle Dateien und Verzeichnisse der Nutzer- Ordner „Dokumente“ und „Bilder“ in die Microsoft- Cloud.
Vergrößern Mit Onedrive synchronisieren Sie alles vom Windows-Desktop sowie alle Dateien und Verzeichnisse der Nutzer- Ordner „Dokumente“ und „Bilder“ in die Microsoft- Cloud.

Hinweis: Im Gratiskonto von Onedrive stehen fünf GByte Speicherplatz zur Verfügung. Dieser lässt sich für jährlich 20 Euro auf 100 GByte erweitern. Das Abo Microsoft 365 bietet jedem Nutzer sogar ein TByte.

Ist Onedrive mit Word, Excel & Co. in den Kontoeinstellungen der Office-Programme verbunden, lassen sich Dokumente und Kalkulaionen direkt in der Cloud speichern.

Auch die Dropbox hält alle Dateien auf dem gleichen Stand

Der populäre Clouddienst Dropbox ist längst nicht so gut mit Windows verzahnt wie Onedrive. Zumindest aber lässt sich Dropbox als Speicherort in den Office-Programmen von Microsoft einrichten. Dazu öffnen Sie Dropbox per rechter Mausklick auf das Programm- Icon in der Taskleiste, klicken auf „Einstellungen“, aktivieren im Register „Allgemein“ die Option „Dropbox als Speicherort in Microsoft Office anzeigen“. Beim nächsten Start von Word & Co. wird Dropbox als Speicherziel angeboten.

Die kostenlose Dropbox-Version bietet zwei GByte Speicherplatz, zwei TByte gibt es ab 9,99 Euro im Monat. Familien erhalten einen Rabatt. Alles, was im lokalen Ordner „Dropbox“ landet, wird automatisch in die Cloud übertragen, auch Bilder vom Smartphone wer- den umgekehrt auf den PC synchronisiert.

Damit Sie Ihre Word- und Excel-Dateien statt in der Microsoft-Cloud Onedrive direkt in der Dropbox speichern können, muss die entsprechende Option in der Cloud-App erst aktiviert werden.
Vergrößern Damit Sie Ihre Word- und Excel-Dateien statt in der Microsoft-Cloud Onedrive direkt in der Dropbox speichern können, muss die entsprechende Option in der Cloud-App erst aktiviert werden.

Die Beschränkung auf den Festplattenordner „Dropbox“ ist ärgerlich, da Sie eventuell eine andere Ablagestruktur für Ihre Daten haben. Das Tool Boxifier  hebt die Beschränkung auf, es klinkt sich ins Kontextmenü von Ordnern ein. Klicken Sie auf den Menüeintrag „Boxifier – Sync with Dropbox“, wird der entsprechende Ordner als Link in Dropbox eingebunden und ab sofort synchronisiert. Das ist zwar auch über symbolische Links in Windows möglich, doch einige Funktionen wie der Schutz vor Änderungen („Protected Folders“) sind der Boxifier-Software vorbehalten. Die Basisversion von Boxifier für ein Verzeichnis mit bis zu zwei GByte auf der lokalen Festplatte ist kostenlos. Die erweiterte Plus-Version mit unbeschränkt vielen Freigaben und der Einbindung von externen Laufwerken kostet rund 50 US-Dollar, die Pro-Variante mit Netzwerkfreigaben und NAS nochmals 20 US-Dollar mehr.

Tipp: Dropbox lässt sich in der Basisversion mit maximal drei Geräten nutzen. Reicht Ihnen das nicht aus, gibt es einen cleveren Trick mit den Tools Raidrive und Puresync, den wir hier  beschreiben haben.

Lesetipp: Der beste Cloud-Speicher im Test (2022)

Chrome-Browser: Verlauf, Add-ons und Lesezeichen abgleichen

Nutzen Sie auf dem Windows-PC oder -Notebook als Webbrowser Google Chrome ? Dann sollten Sie das Äquivalent auch auf Ihren Android-Geräten, dem iPhone und iPad installieren. Denn über das kostenlose Google-Konto lassen sich die Browserdaten synchron halten.

Das gilt unter anderem für die Lesezeichen, den Browserverlauf, aktuell geöffnete Tabs, gespeicherte Passwörter und sämtliche Einstellungen inklusive der installierten Erweiterungen. Zum Verwalten der Optionen öffnen Sie Chrome auf dem PC und die „Einstellungen“. Im Abschnitt „Google und ich“ klicken Sie auf „Synchronisierung und Google-Dienste“ und dann auf „Verwalten, welche Daten synchronisiert werden.“ Sie können es bei der Voreinstellung „Alles synchronisieren“ belassen oder auf „Synchronisierung anpassen“ umstellen. Wählen Sie danach die Daten aus, die Sie geräte- und plattformübergreifend abgleichen möchten.

In Chrome stellen Sie gezielt ein, welche Daten zwischen den einzelnen Installationen synchronisiert werden sollen.
Vergrößern In Chrome stellen Sie gezielt ein, welche Daten zwischen den einzelnen Installationen synchronisiert werden sollen.

Auf Android-Geräten sind Sie automatisch mit dem Google-Konto angemeldet, die Synchronisierung in Chrome ist standardmäßig aktiviert. Wenn Sie dies ändern möchten, öffnen Sie im mobilen Browser die „Einstellungen“ und tippen auf „Synchronisierung“. Treffen Sie hier Ihre individuelle Auswahl.

Auf einem iPhone und iPad ist Chrome nicht vorinstalliert, hier ist Safari von Apple der Standardbrowser. Nach der Installation von Chrome müssen Sie sich zunächst am Google-Konto anmelden. Direkt im Anschluss werden die Browserdaten synchronisiert. Anpassen lassen sich die Synchronisationseinstellungen wie auf Android-Geräten in den „Einstellungen“.

Firefox und Edge zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren

Auch wenn die beiden Browser auf Mobilgeräten nicht so populär sind wie Google Chrome, erlauben sie ebenfalls die Datensynchronisation. Nach der Installation von Edge auf dem Smartphone und dem ersten Start melden Sie sich mit Ihrem Microsoft-Konto an, damit startet der Abgleich zwischen den verschiedenen Edge-Installationen. Auf dem PC aktivieren Sie den Datenabgleich in den „Einstellungen“ unter „Ihr Profil –› Synchronisieren“. Aktivieren Sie die Option zunächst und legen Sie anschließend den Umfang fest: also Favoriten, Einstellungen, grundlegende Informationen, Kennwörter, Verlauf, geöffnete Tabs und Erweiterungen. „Bestätigen“ schaltet die Synchronisierung ein.

Auch Firefox ermöglicht den geräteübergreifenden Abgleich von Lesezeichen, Chronik, Tabs, Passwörtern, Add-ons und Einstellungen. Die entsprechende Option finden Sie in den „Einstellungen“ unter „Synchronisation“. Dazu melden Sie sich mit Ihrem Firefox-Account an oder eröffnen ein neues Konto; darüber holen Sie sich Ihre Browserdaten auf Smartphone und Tablet.

Mit Microsoft Skype von überall chatten und telefonieren

Mit Skype können Sie telefonieren, Videocalls starten und mit anderen Teilnehmenden chatten – und das auf einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Geräte.
Vergrößern Mit Skype können Sie telefonieren, Videocalls starten und mit anderen Teilnehmenden chatten – und das auf einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Geräte.

Skype gehört zu den beliebtesten Programmen fürs Videotelefonieren und Chatten. Skype gibt es als kostenlose App für Windows, Mac-OS und Linux, aber auch als Anwendung im Browser, auf Android-Mobilgeräten sowie iPhone und iPad. Die gewünschte App-Variante bekommen Sie über www.skype.com/de oder in den jeweiligen Stores von Google, Apple und Microsoft. Kontakte und Unterhaltungen (Chats) sind auf allen verbundenen Geräten in den jeweiligen Skype-Apps sichtbar. Unabhängig davon, ob Sie am Desktop-PC sitzen oder mit dem Smartphone unterwegs sind. Sie können Skype-Kontakte anrufen und Videocalls starten.

Tipp: Auch mit Whatsapp und Signal arbeiten Sie nahtlos mit PC und Smartphone. Installieren Sie die jeweiligen Desktop-Versionen und verbinden Sie sie mit dem Smartphone. Anschließend sehen Sie die Chats in der Smartphone-App und auf dem PC. Neue Inhalte werden sofort synchronisiert und stehen damit auf beiden Geräten zur Verfügung. Auch am PC sind Whatsapp-Anrufe möglich, am besten mit einer Webcam und einem Headset.

Videokonferenzen mit Teams – egal mit welchen Geräten

Auch für Microsoft Teams sind Apps für Windows, Smartphones und Tablets verfügbar. Mehr als eine Internetverbindung benötigen Sie nicht, um an einer Besprechung teilzunehmen. Sie müssen in einer Videokonferenz dringend weg, wollen aber nichts verpassen? Das nutzen Sie eine besondere Teams-Funktion: Während Sie sich auf dem Windows-PC in einer Besprechung befinden, öffnen Sie Teams auf dem Smartphone. Hier tippen Sie auf „Beitreten –› Auf dieses Gerät übertragen“. Legen Sie die Audio- und Videoeinstellungen für die Besprechung auf dem neuen Gerät fest und tippen Sie auf „Teilnehmen“.

Auch das Hinzufügen eines zweiten Geräts ist möglich, etwa um Videos und Fotos vom Smartphone aus zu teilen. In einer Besprechung öffnen Sie Teams beispielsweise auf dem iPhone und tippen auf „Beitreten –› Dieses Gerät hinzufügen“. Damit es keinen Echo- Effekt gibt, werden Kamera und Mikrofon auf dem zweiten Gerät automatisch abgeschaltet. Sie nutzen beiden Geräte also parallel und können in der Besprechung jetzt auch Inhalte von beiden teilen und den anderen Konferenzteilnehmern zur Verfügung stellen. So funktioniert das geräteübergreifende Kopieren und Einfügen

Der Zugriff auf Smartphone-Fotos ist in der Microsoft-App Smartphone-Link auf dem PC direkt möglich. Besitzer von ausgewählten Surface-Modellen und von Samsung-Smartphones der Galaxy-S-Reihe mit One UI ab Version 2.1 haben sogar eine spezielle Funktion für die Zusammenarbeit mit dem Desktoprechner, und zwar „Geräteübergreifendes Kopieren und Einfügen“. Aktivieren lässt sich das Feature in der Smartphone-Link-App auf dem PC in „Einstellungen –› Funktionen“.

Noch ist die Funktion recht rudimentär: Auf dem Android-Gerät wählen Sie Elemente in der „Galerie“-App beziehungsweise in der Samsung-App in „Meine Dateien“ und übertragen sie auf den PC. Tippen Sie länger auf die Datei, bis ein Häkchen angezeigt wird, und lassen Sie dann los. Nun tippen Sie erneut länger auf die ausgewählte Datei, bis eine Miniaturansicht erscheint, und ziehen die Datei an die gewünschte Stelle auf dem PC.

Umgekehrt können Sie die Smartphone-Link-App auf dem PC nutzen: Dazu wählen Sie die zu übertragende Datei aus und ziehen die- se auf das Smartphone-Fenster. Die Datei landet dann auf dem Telefon im Download-Ordner.

SIP-Telefon: Unter einer Festnetznummer immer erreichbar

Mit Sipgate sind Sie sogar auf dem Smartphone unter der Festnetznummer erreichbar.
Vergrößern Mit Sipgate sind Sie sogar auf dem Smartphone unter der Festnetznummer erreichbar.

Zum nahtlosen Arbeiten gehört auch die telefonische Erreichbarkeit. Ideal ist ein SIP-Telefonieanbieter mit einer lokalen Festnetznummer. Darüber sind Sie überall erreichbar, sogar auf dem Handy.

Unsere Empfehlung für SIP-Telefonie ist der Anbieter Sipgate . Nach der schnell erledigten Anmeldung erhalten Sie eine eigene Telefonnummer aus Ihrem Ortsvorwahlbereich inklusive Online-Anrufbeantworter. Mit den Zugangsdaten lässt sich Sipgate in unterstützten Telefonen und der Fritzbox an verschiedenen Standorten konfigurieren. Telefonate von Sipgate-Nummer zu Sipgate-Nummer sowie Internettelefonie in die Partnernetze von Sipgate sind kostenlos. Ohne die optionale Flatrate fallen bei jedem Anruf in Fest- und Mobilfunknetze Gebühren an .

Interessant ist auch die kostenlos erhältliche SIM-Karte, physisch und als eSIM. Mit einem Dual-SIM-Smartphone, einem iPhone oder mit kompatiblen Android-Modellen lässt sich die Sipgate-Festnetznummer zusätzlich zur Mobilfunknummer nutzen. Sie nehmen am Handy Gespräche an die Festnetznummer an und telefonieren mit dieser Absendenummer mobil.

Zwischenablage über die Microsoft-Cloud austauschen

Die Cloud-Zwischenablage von Windows 10 und 11 aktivieren Sie in der „Einstellungen“-App. Danach lassen sich Inhalte teilen.
Vergrößern Die Cloud-Zwischenablage von Windows 10 und 11 aktivieren Sie in der „Einstellungen“-App. Danach lassen sich Inhalte teilen.

Auf zwei Windows-Rechnern mit dem gleichen Microsoft-Account nutzen Sie auch die Zwischenablage per Cloud geräteübergreifend. So lassen sich zum Beispiel Inhalte flott zwischen Desktop-PC und Notebook kopieren.

Das Cloud-Clipboard aktivieren Sie in der „Einstellungen“-App von Windows 10 beziehungsweise 11 unter „System –› Zwischenablage“. Setzen Sie die Optionen „Zwischenablageverlauf“ und „Auf allen Geräten synchronisieren“ auf „Ein“. Darunter erscheinen zwei weitere Optionen. So lässt sich regeln, ob der Abgleich automatisch stattfindet (Standardeinstellung) oder ob Sie selektiv entscheiden möchten, welche Elemente der Zwischenablage über die Cloud bereitgestellt werden.

Die Zwischenablage öffnen Sie mit der Tastenkombination Windows-V. In der App können Sie häufig verwendete Elemente einfügen und anheften.

Schreibe einen Kommentar

X

Main Menu